Kulturlandschaft
Hecken und Feldgehölze

Hecken und Feldgehölze - Teaser

Hecken und Feldgehölze sind bedeutende Bestandteile unserer Kulturlandschaft und erfüllen wichtige agrarökologische Funktionen.

So verhindern sie beispielsweise Bodenerosion, bieten Windschutz und sorgen für den Wasserrückhalt in der Fläche.Für die Flora sind Hecken und Feldgehölze Standorte sowohl für Wald- als auch für Offenlandarten. Die außerordentlich vielfältige mikroklimatische und vegetationsmorphologische Struktur auf engstem Raum erlaubt auch eine sehr verschiedenartige Nutzung durch die Fauna als Nahrungsbiotop, Brut- und Aufzuchtplatz, Ruhestätte und Winterquartier. Für den Biotopverbund sind Hecken und Feldgehölze als Strukturelemente unverzichtbar und wirken der Verinselung von Lebensräumen entgegen. Wichtig ist auch ihre Funktion für das Landschaftsbild, welches sie gliedern und prägen.

Heimische Gehölze

Heimische Gehölze sind typische Elemente der bayerischen Kulturlandschaft und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Biodiversität. Daher ist die Kenntnis unserer heimischen Gehölze wichtig, um deren Bedeutung und Funktion zu verstehen. Neuanpflanzungen oder Pflegemaßnahmen können so sinnvoll und fachgerecht durchgeführt werden.

Gehölzlehrpfad

 Bunt blühender Wiesenstreifen am Gehölzlehrpfad
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat auf ihren Außenanlagen in Freising einen Gehölzlehrpfad angelegt. Dieser bietet eine Übersicht der häufigsten heimischen Laubgehölze, sofern sie nicht an spezielle Standorte wie beispielsweise Moorgebiete oder Gebirge gebunden sind.
Im Lehrpfad sind vier Schautafeln integriert, auf denen Sie Informationen zu Streuobstbeständen, Blühflächen und Hecken finden. Die Einzelgehölze sind ausgeschildert und im an den Hauptzugangspunkten ausgelegten Flyer kurz beschrieben. Ausführliche Informationen zu den Einzelgehölzen finden sich auf unserer Homepage.
Der agrarökologische Lehrpfad beim Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung Schwarzenau in Unterfranken erläutert die unterschiedlichsten agrarökologischen Themen.

Kurzbeschreibungen heimischer Gehölze

Die Artenbeschreibung der heimischen Gehölze ist eine Beratungsgrundlage für die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und alle, die sich für Hecken und Feldgehölze in unserer bayerischen Kulturlandschaft interessieren. Daher ist eine Auswahl der häufigen und für die Pflanzung in der Landschaft wichtigen Arten beschrieben, sofern sie nicht an spezielle Standorte wie z.B. Moorgebiete oder Gebirge gebunden sind.
Zu jedem Gehölz werden eine kurze Beschreibung über die Verbreitung, Standortansprüche, Aussehen, die ökologische Bedeutung und weitere wissenswerte Informationen gegeben. Ergänzt sind diese Inhalte mit Fotos, auf denen aussagekräftige Merkmale zu sehen sind. Die Gehölze sind nach den botanischen Familien, denen sie zugehören, geordnet. Neben ihrem geläufigsten deutschen Namen werden die botanische Bezeichnung sowie bekannte weitere Namen bei den jeweiligen Kurzbeschreibungen angeführt.

Hartriegelgewächse (Cornaceae)

Ölbaumgewächse (Oleaceae)

Gebietseigene Gehölze

Als gebietseigen, oft auch als autochthon bezeichnet, gelten Pflanzen, die sich in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielen Generationsfolgen vermehrt haben. Im Laufe ihrer Entwicklung und abhängig von den Verhältnissen der jeweiligen Naturräume haben dieselben Arten eine voneinander abweichende, regionaltypische genetische Ausstattung erworben.
Der Begriff "autochthon" stammt aus dem griechischen und steht für "alteingesessen", "bodenständig", "am Ort entstanden". Gemeint sind an Ort und Stelle spontan entstandene Pflanzen. Da dies in Mitteleuropa aufgrund der nacheiszeitlichen Einwanderung von Arten oft ungenau und schwer zu sagen ist, hat sich bei Anpflanzungsmaßnahmen mittlerweile der leichter abzugrenzende Begriff "gebietseigen" eingebürgert. Als gebietseigen werden Pflanzen beziehungsweise Sippen bezeichnet, die aus Populationen einheimischer Sippen stammen, welche sich in einem bestimmten Vor-kommensgebiet über einen langen Zeitraum in vielen Generationsfolgen vermehrt haben und bei denen eine genetische Differenzierung gegenüber Populationen der gleichen Art in anderen Vorkommensgebieten anzunehmen sind.
Mit § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes ist die Pflicht zur Verwendung gebietsheimischer Pflanzenarten in der freien Natur verankert.
Weitere Informationen zu gebietseigenem Pflanzgut:

Gebietseigene Gehölze und gebietseigenes Saatgut Externer Link

Blühendes Band entlang des Gehölzlehrpfades der LfL in Freising

Blühfläche mit einer Schautafel

Im Herbst 2015 wurde die wiederverfüllte Trasse der Fernwärmeleitung mit einer gebietseigenen Saatgutmischung aus bunt blühenden Wiesenarten angesät. Diese "Blühende Band" leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zum Biotopverbund. Das "Blühende Band" mit einer Breite von ca. 5-10 m zieht sich entlang des Gehölzlehrpfades durch die Außenanlagen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising und setzt sich bis hoch zum Gebäude des Biotechnikums auf dem Weihenstephaner Berg fort.  Mehr

KULAP-Maßnahme B49: Erneuerung von Hecken und Feldgehölzen

Strukturreiche, vielgestaltige und abwechslungsreiche Kulturlandschaft
Die Förderung der Erneuerung von bestehenden Hecken und Feldgehölzen im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm 2015-2020 soll sowohl zur Erhaltung und Entwicklung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, als auch zur dauerhaften Sicherung einer naturraum- und regionaltypischen biologischen Vielfalt (Biodiversität) in der vom Menschen genutzten Landschaft beitragen. Gleichzeitig sollen Vielfalt, Eigenheit und Schönheit, sowie der Erholungswert der traditionell genutzten Kulturlandschaft dauerhaft erhalten werden.
Hecken und Feldgehölze sind nach Art. 16 Bayerisches Naturschutzgesetz i.V.m. § 29 Bundesnaturschutzgesetz als Landschaftsbestandteil geschützt und dürfen nicht erheblich beeinträchtigt werden.

Umkreissuche zur Suche zertifizierter Konzeptersteller

km