Kulturlandschaft und Biodiversität
Förderprogramme für Streuobst in Bayern

Für die Förderung des Streuobstanbaus und der Vermarktung von Streuobstprodukten gibt es in Bayern verschiedene staatliche Förderprogramme.

Die Förderung von Streuobstbeständen ist in folgenden Bereichen möglich:

  • Förderung der Neuanlage von Streuobstbeständen
  • Förderung zur Erhaltung von Streuobstbeständen und Streuobstwiesen
  • Förderung der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Streuobst
  • Förderung von Streuobstprojekten und sonstigen Maßnahmen
  • Förderung im Bereich Umweltbildung und Erlebnisangebote
Diese Seiten dienen dem Überblick über die verschiedenen Förderprogramme, die für den Streuobstbereich prinzipiell in Anspruch genommen werden können.
Es besteht dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit. Rechtsverbindliche Auskünfte erhalten Sie bei den angegebenen zuständigen Stellen.
In den letzten Jahrzehnten ist ein drastischer Rückgang des landschaftsprägenden Streuobstbaus zu beobachten. Nur durch die Neuanlage von Streuobstbäumen kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Es gibt dazu folgende Fördermöglichkeiten:
Über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien werden insbesondere gestaltende und erhaltende Maßnahmen für geschützte, im Bestand gefährdete Arten und ihre Lebensräume gefördert, zum Beispiel investive Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung, Entwicklung und Neuschaffung von ökologisch wertvollen Lebensräumen.
Die Neuanlage von Streuobstbeständen wird in vielen Fällen über die Mittel der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien gefördert. Die Förderung ist aber vom naturschutzfachlichen Wert des Bestands bzw. von der naturschutzfachlichen Förderkulisse (z. B. Naturschutzgebiet, Biotop) abhängig.

Bayerische Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien (LNPR)

Wer wird gefördert?

  • Flächenbesitzer oder -eigentümer (Privatpersonen)
  • Verbände und Vereine des Naturschutzes und der Landschaftspflege (zum Beispiel Landschaftspflegeverbände, Gartenbauvereine)
  • Kommunen

Was wird gefördert?

  • Förderung bis zu 70 % der anfallenden Ausgaben für in der LNPR aufgeführten Maßnahmen und Gebietskulissen
  • Mindestvolumen der förderfähigen Gesamtausgaben 2.500 €
  • Verschiedene Landschaftspflegeverbände bzw. andere Organisationen fassen kleinere Einzelmaßnahmen, welche das Mindestvolumen von 2.500 € nicht erreichen, zu einem Antrag zusammen.
Bitte beachten Sie die Zweckbindungsfrist, während der diese geförderten Streuobstbestände nicht über das Kulturlandschaftsprogramm oder Vertragsnaturschutzprogramm gefördert werden können!
Information und Antragstellung
Untere Naturschutzbehörden am jeweiligen Landratsamt, je nach Region fachliche Hilfe durch die Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Landschaftspflegeverbände oder die Naturschutzverbände

Weitere Informationen zu den Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien

Maßnahmen zur Biotopverbesserung des Landesjagdverbandes Bayern

Wer wird gefördert?

  • Jagdpächter mit Einverständnis des Grundeigentümers
  • Grundstücksbesitzer und -eigentümer

Was wird gefördert?

  • Festbetragsförderung 20 € je Obst-Hochstamm
  • (weitere Förderungen auch für Buntbrachemischungen (100 €/ha), Hecken und Feldgehölze (50 € /ar))
Antragstellung und Information
Landesjagdverband Bayern e.V., Feldkirchen

Zuschussantrag und Förderrichtlinien Externer Link

Aktion „Mehr Grün durch ländliche Entwicklung“

Die Aktion „Mehr Grün durch ländliche Entwicklung“ fördert die Neupflanzung von Obstbäumen und Gehölzen, allerdings nur in Verfahrensgebieten der ländlichen Entwicklung.

Wer wird gefördert?

  • Grundstückseigentümer
  • Gemeinden

Was wird gefördert?

  • Förderung des Pflanzmaterials bis zu 100 Prozent

Information und Antragstellung

Lokale oder regionale Baumaktionen

Darüber hinaus werden in lokalen oder regionalen Baumaktionen, z. B. von Verbänden oder Vereinen, Sammelbestellungen für Streuobstbäume organisiert bzw. Obstbäume vergünstigt oder kostenlos zur Verfügung gestellt. Fragen Sie in Ihrer Gemeinde, beim örtlichen Naturschutzverband, im Gartenbauverein, usw. nach.
Die Erhaltung der Streuobstbäume und Streuobstbestände wird in Bayern über das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) gefördert. Bei beiden Programmen läuft die Förderung über einen Verpflichtungszeitraum von 5 Jahren. Die Prämien werden jährlich ausgezahlt.

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)

Wer wird gefördert?

  • Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes mit Hofstelle, die mindestens. 3 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) selbst bewirtschaften
  • Ausnahmen bei Gartenbau- oder Sonderkulturbetrieben, keine Förderung von öffentlich-rechtlichen Gebietskörperschaften.
    Voraussetzung:
    • Mindestförderung: 250 € je Antragsteller und Jahr
    • Einhalten der allgemeinen KULAP-Förderauflagen gemäß Anlage 1 der AUM-Richtlinie

Was wird gefördert?

  • Förderung des bestehenden Streuobstbaums mit je 8 € pro Baum und Jahr; max. 100 Bäume/ha des Feldstücks (Maßnahme B 57)
    Voraussetzung: Gefördert werden können starkwüchsige Streuobstbäume (Kernobst, Steinobst und Nussbäume) mit einer Stammhöhe von mind. 1.40 m, die mind. 3 m Kronendurchmesser haben oder erreichen. Dazu zählen auch Jungbäume den genannten Kriterien entsprechend.
  • Es gibt viele Kombinationsmöglichkeiten mit der Förderung der Unternutzung und des ökologischen Landbaus.

Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm

Wer wird gefördert?

  • Landwirte, Zusammenschlüsse von Landwirten, sonstige Landbewirtschafter einschließlich Jagdgenossenschaften, anerkannte Naturschutzvereine/ verbände gemäß §3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRBG), Landschaftspflegeverbände, sonstige Verbände und Vereine des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
    Voraussetzung:
    • Bewirtschaftung von mindestens 0,3 ha landwirtschaftlich nutzbarer Fläche (LN)
    • Mindestgröße eines (Streuobst-)Feldstücks: 500 m²
    • Mindestförderung:100 € / Antragsteller / Jahr
    • Einhalten der allgemeinen VNP-Förderauflagen

Was wird gefördert?

  • Förderung des bestehenden Streuobstbaums mit je 8 € pro Baum und Jahr; max. 100 Bäume/ha (Maßnahme W07) - in der Regel als Zusatzmaßnahme zur Förderung der Unternutzung auf Acker oder Wiesen.
    Voraussetzung:
    • Lage der Fläche in einer passenden Förderkulisse (als Biotop kartiert, Naturschutzgebiet und andere)
    • Gefördert werden Streuobstbäume mit einer Stammhöhe von mindestens 1,60 m, die in 1 m Höhe einen Stammumfang von mindestens 30 cm aufweisen
    • Verzicht auf Beseitigung von stehenden Totholzbäumen oder absterbenden Bäumen
Die Antragsberechtigten können innerhalb des jährlich festgelegten Antragszeitraums beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Förderantrag stellen. Die Naturschutzverwaltung legt im Bewertungsblatt die aus Naturschutzsicht erforderlichen Maßnahmen fest.
Die Verwertung und Vermarktung des Obstes aus dem Streuobstanbau erfolgt regional sehr unterschiedlich. Ein Großteil der Ernte wird zu Saft, Schorle oder Obstbränden verarbeitet. Geringere Anteile werden als Most, Tafelobst vermarktet oder zu Sonderprodukten wie Gelee oder Dörrobst verarbeitet. Der Anteil an Sekt, Secco oder sortenreine Produkte aus bestimmten Streuobstsorten nimmt zu.
Für die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung gibt es folgende Fördermöglichkeiten.
In der Regel dürfen die geplanten Maßnahmen vor der Bewilligung der Förderung nicht begonnen werden!

Aktion Streuobst

Wer wird gefördert?

  • Streuobstinitiativen
  • Betriebe und Personen in Bayern, die in einer Veranstaltung über Streuobst (Erhalt, Pflege, Nutzen) informieren und Streuobstprodukte präsentieren

Was wird gefördert?

  • Die einzelnen Veranstaltungen werden mit kostenfreien Informations- und Werbematerialien für ihre Veranstaltung unterstützt, die bei der Anmeldung bestellt werden können.

EU-Schulprogramm

Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in Kindergärten und Häusern für Kinder können kostenlos Obst und Gemüse erhalten.

Wer wird gefördert?

  • Jeder als Lebensmittelunternehmer registrierte Betrieb kann einen Antrag auf Zulassung als Schulobst- und -gemüselieferant stellen und ist dann berechtigt, die Zuwendung für die Obst- und Gemüselieferungen zu beantragen.

Was wird gefördert?

  • Die Lieferung von Obst und Gemüse an Kindergärten und Häuser für Kinder, an Grund- und Förderschulen in Bayern sowie an Mittel- und Förderschulen mit Ausnahmegenehmigung.

Einzelbetriebliche Investitionsförderung

Wer wird gefördert?

  • Unternehmen der Landwirtschaft
  • Voraussetzung: siehe Förderwegweiser

Was wird gefördert?

  • Im Teil A: Agrarinvestitionsförderprogramm: v.a. Baumaßnahmen; aus dem Obstbereich z.B. klimatisierte Lagerräume für Obst, Gemüse und sonstige Sonderkulturen einschließlich Kartoffeln
  • Im Teil B: Diversifizierungsförderung: Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus selbständiger Tätigkeit im ländlichen Raum, z.B. Investitionen im Bereich Urlaub auf dem Bauernhof oder bei Brennereien im Bereich der Direktvermarktung oder die Modernisierung bestehender Brennereianlagen.

Verarbeitung und Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse (VuV-Programm)

Wer wird gefördert?

  • Erzeugergemeinschaften und deren Vereinigungen
  • Erzeugerzusammenschlüsse und Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung

Was wird gefördert?

  • Investitionen in der Verarbeitung und Vermarktung von regionalen oder regionalen ökologischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen
  • förderfähiges Ausgabenvolumen je Förderprojekt
    • bei Investitionen 25.000 bis 250.000 Euro
    • bei einmaligen Ausgaben (Vermarktungsmaßnahmen) 5.000 bis 50.000 Euro
  • Bitte beachten Sie die jeweiligen Antragsfristen!

Information und Antragstellung

Marktstrukturförderung

Wer wird gefördert?

  • Unternehmen, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be- oder verarbeiten oder vermarkten

Was wird gefördert?

  • Investitionen, die der Verbesserung von Vermarktung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen
  • Erforderliches Mindestinvestitionsvolumen: 250.000 Euro

Information und Antragstellung

Die Förderprogramme, die den Aufbau oder die Umsetzung von Streuobstprojekten unterstützen, dienen der Stärkung des ländlichen Raums oder sind Naturschutzfachprogramme. Sie sind an eine bestimmte Region gebunden, für die ein Entwicklungskonzept vorliegen muss oder während der Projektlaufzeit erstellt wird.

Leader 2014 - 2020 – Förderprogramm zur Stärkung des ländlichen Raumes

Das EU-Programm LEADER fördert innovative Ideen und Projekte, die maßgeblich zur Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes beitragen. Prägende Elemente von LEADER sind Vernetzung, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung.

Leader-Übersichtsseite Externer Link

Für die Förderung über Leader ist die Lage in einer Leaderregion Voraussetzung.

Karte der Leaderregionen in Bayern, Stand: August 2015 pdf 106 KB

Die lokale Aktionsgruppe (LAG) der jeweiligen Leaderregion entscheidet, ob ein Einzelprojekt zur lokalen Entwicklungsstrategie passt und ob es entsprechend gefördert werden kann. Für jede Leaderregion ist ein LAG-Management vorgesehen, an das man sich mit einer Projektidee wenden kann.

Liste der Lokalen Aktionsgruppen pdf 106 KB

Neun Leader-Koordinatoren an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beraten die LAG´s, begleiten die Prozesse und beraten Antragsteller bei der Projektplanung und -umsetzung.

Leader-Koordinatoren in Bayern Externer Link

Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE)

Wer wird gefördert?

  • Kooperationen mehrerer Gemeinden

Was wird gefördert?

  • Erarbeitung integrierter ländlicher Entwicklungskonzepte und Förderung der Umsetzungsbegleitung. Bei der Konzepterstellung kann das Streuobstthema entsprechend eingebracht werden.

Beispiel: Vorwald-Apfelsaftprojekt im Landkreis Straubing-Nord:

Bayerischer Naturschutzfonds

Der Naturschutzfonds fördert Maßnahmen und Projekte zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft.
Ein Teil der Fördergelder wird für den Flächenankauf naturschutzfachlich bedeutsamer Flächen verwendet. Neben Großschutzprojekten fördert der Naturschutzfonds zahlreiche kleinere Maßnahmen und Projekte über Mittel der „Glücksspirale“ - mit dem Bund Naturschutz Bayern e.V. (BN), dem Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) als mögliche Maßnahmenträger.
Der Naturschutzfonds lobt alle zwei Jahre den Bayerischen Biodiversitätspreis aus.

Bayerische Biodiversitätsstrategie „NaturVielfaltBayern“

In diesem Rahmen werden Projekte zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Bayern unterstützt. Für den Streuobstbereich ist die Obstsortenvielfalt ein wichtiger Aspekt.

Grenzübergreifende Zusammenarbeit / Interreg V A

Im Rahmen des Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ (INTERREG V) fördert die Europäische Union die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit. Die Ausrichtung A bezieht sich auf die Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit benachbarter Gebiete. In Bayern gibt es folgende Fördergebiete: Bayern-Tschechien, Bayern - Österreich und das Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein-Gebiet.

Weiterführende Informationen zu Interreg V A Externer Link

Zusätzlich gibt es verschiedene „Euregios“ (Europäische Regionen). Dabei handelt es sich um freiwillige und partnerschaftliche grenzüberschreitende Zusammenschlüsse auf kommunaler Ebene

Wer wird gefördert?

  • Kommunen, Unternehmen, Behörden, Universitäten, Verbände, Privatpersonen usw.

Was wird gefördert?

  • Grenzübergreifende Projekte über 25.000 € über INTERREG IV A
  • Grenzübergreifende Projekte bis 25.000 € (Kleinprojekte) über die Euregios

Weitere Förderprogramme

Umweltbildung und Erlebnisangebote
Förderungen aus dem Bereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Programm Erlebnis Bauernhof

Ein kostenfreies Lernprogramm für Kinder der Grund- und Förderschulen auf Bauernhöfen

Weitere Informationen Externer Link

Streuobst-Schulwochen der Aktion Streuobst

Unterstützung von Führungen und Erlebnisangeboten für Kinder in Streuobstbeständen oder verarbeitenden Betrieben

Weitere Informationen Externer Link

Die Bayerische Umweltverwaltung fördert den Bereich Umweltbildung mit verschiedenen Maßnahmen.

Übersicht:

Bayer. Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Externer Link

Für den Streuobstbereich können hier folgende Punkte von Interesse sein:

  • Umweltstationen, Umweltbildungseinrichtungen und Jugendsozialarbeit
    Die staatlich anerkannten Einrichtungen können Fördermittel aus regulären Haushaltsmitteln für konkrete Projekte zu Bildungsangeboten beantragen.
    Einrichtungen, die nicht als Umweltstation anerkannt sind und Umweltbildung anbieten, können ebenfalls Fördermittel beantragen. Ein unabhängiges Gremium bewertet in der Regel zweimal im Jahr die eingegangenen Anträge
  • Förderung zur Errichtung und Pflege von Lehr- und Erlebnispfaden im Bereich Natur
    Abgabefrist für Projektanträge: jeweils zum 30. November eines Jahres