Vorschriften zum Transport von Lebendfisch

Großer Transportbehälter

Besatz eines Transportbehälters

Der Transport von lebenden Fischen stellt an Fischer, Teichwirte, Fischereivereine und alle anderen Personen, die Fischtransporte durchführen, neben den praktischen auch zahlreiche rechtliche Anforderungen. Die hier greifenden Vorschriften regeln die EU-Verordnung Nr. 1/2005 und die Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV). Desweiteren sind Vorschriften der Fischseuchenverordnung (FischSeuchV) und des Straßenverkehrs einzuhalten.
Die Verordnung Nr. 1/2005 (EG) und die TierSchTrV dienen dem Schutz der Tiere und gelten für Transporte, die mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit verbunden sind. Die folgende Ausführung stellt die wichtigsten Punkte vor.

Allgemeine Transportbedingungen

Tiertransporte dürfen nur durchgeführt werden, wenn den Tieren Verletzungen und unnötiges Leiden erspart bleibt. Zu den allgemeinen Transportbedingungen gehört z. B., dass die Tiere transportfähig sind, die Dauer aufs kürzest mögliche beschränkt ist, und das Wohl der Tiere regelmäßig kontrolliert wird. Unverträgliche Arten und stark unterschiedlich große Fische sind separat zu transportieren.

Anforderung an das Transportmittel

Neben dem Umgang mit den Tieren werden auch Forderungen an die Transportmittel gestellt. Die Transportbehälter müssen eine gut sichtbare Bezeichnung „lebende Fische“ aufweisen. Da beim Transport von Fischen Spezialbehälter Verwendung finden, müssen diese nicht extra zugelassen werden. Sie müssen entsprechend gebaut sein, dass Verletzungen der Fische vermieden werden und ein Entweichen von Fisch und Wasser verhindert wird. Das Wasservolumen muss den Fischen ausreichend Bewegungsfreiheit bieten (Ausnahme Aal: feuchter Transport). Fische anderer Klimazonen und wirbellose Tiere dürfen nur in wärmeisolierten Behältern transportiert werden.
Die den Transport durchführenden Personen müssen qualifiziert (z. B. Fischwirt) oder angemessen geschult sein (z. B. Schulung des Fahrers durch den Fischwirt). Ein Befähigungsnachweis ist für den Transport von Fischen nicht verlangt.

Dokumentation

Im Rahmen der TierSchTrV sind Transportpapiere nicht nötig beim Transport über Strecken < 50 km vom Betrieb der eigenen Tiere im eigenen Transportmittel. Bei Strecken > 50 km hinaus müssen Transportpapiere (formlos) mitgeführt werden mit Angaben zu

  • Herkunft und Eigentümer der Tiere
  • Versandort
  • Tag und Uhrzeit des Beginns der Beförderung
  • vorgesehenem Bestimmungsort
  • voraussichtliche Dauer der geplanten Beförderung

Für Transporte über Entfernungen > 65 km wird eine Zulassung als Transportunternehmer entsprechend der Transportdauer benötigt.

  • bis 8 h: Zulassung Typ 1
  • > 8 h: Zulassung Typ 2 + Vorlage von Notfallplänen und Angabe der Wasserwechselstellen

Im Rahmen der Fischseuchenverordnung ist ein Transportbetrieb zur Buchführung verpflichtet über

  • Namen und Anschrift des bisherigen Besitzers und des Erwerbers
  • Ort und Datum der Übernahme bzw. der Abgabe
  • Fischart, Durchschnittsgewicht, Stückzahl oder Gesamtgewicht der jeweiligen Fischart
  • Wasserwechsel während des Transports
  • Sterblichkeit während des Transports
  • Alle angefahrenen Zucht- und Verarbeitungsbetriebe

Im Rahmen der Vorschriften für den Straßenverkehr gelten ggf. weitere Verpflichtungen zu Lenk-, Ruhezeiten, und Dokumentation.

  • Einhalten und Aufzeichnen von Ruhe- und Lenkzeiten beim Transport mit Fahrzeugen und mit Fahrzeugkombinationen > 2,8 t
  • Ausstattung mit analogem oder digitalen Kontrollgerät bei Fahrzeugen > 3,5 t
  • Ausstattung mit eichfähigem Fahrtschreiber bei Fahrzeugen > 7,5 t, außer es ist bereits mit analogem oder digitalem Kontrollgerät ausgerüstet
Ausgenommen von diesen Vorschriften sind Fahrzeuge < 7,5 t bei nichtgewerblicher Güterbeförderung und Fahrzeuge, die von Fischereiunternehmen zur Güterbeförderung, insbesondere auch zur Beförderung lebender Tiere, im Rahmen der eigenen unternehmerischen Tätigkeit in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern vom Standort des Unternehmens verwendet werden.