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Cylindrocladium buxicola, eine neue Buchsbaumkrankheit in Bayern

Abb. 1) Schadbild Friedhof

Buchsbäume sind beliebte Kleingehölze im öffentlichen und privaten Grün. Im Jahr 2006 erhielt das Institut für Pflanzenschutz mehrere Proben erkrankter Buchsbäume, auf denen der in Norddeutschland in den letzten Jahren bereits häufiger diagnostizierte Pilz Cylindrocladium buxicola nachgewiesen wurde. Damit hat dieser sehr aggressive Erreger nun auch Bayern erreicht. Besonders betroffen scheinen Bestände auf Friedhöfen und in Privatgärten zu sein.

Symptome und Verwechslungsmöglichketen

Cylindrocladium buxicola bildet folgende Krankheitssymptome aus:


Abb. 2) Blattflecken
Abb. 2) Blattflecken
Abb. 3)  schwarze Läsion an den Trieben
Abb. 3) schwarze Läsion an den Trieben
Abb. 4) Sporenbelag auf der Blattunterseite
Abb. 4) Sporenbelag auf der Blattunterseite
Abb. 5) Laubfall bei Jungpflanzen
Abb. 5) Laubfall bei Jungpflanzen

Diese können allerdings mit andereren Buchsbaumkrankheiten verwechselt werden. Zur Absicherung der Diagnose ist deshalb, trotz einiger Unterscheidungsmerkmale, eine Untersuchung in einem mykologischen Labor notwendig.

Cylindrocladium buxicola Triebsterben Volutella buxi Buchsbaumkrebs, Zweigsterben Fusarium buxicola Buchswelke
dunkelbraune Flecken auf den Blättern, die später zusammenfließen (Abb. 2)  Triebspitzen sterben ab, Blattflecken auf den Blättern  zweigweise Vergilbung der Blätter, Triebsterben (Abb. 6) 
an den Trieben dunkle, fast schwarze Streifen (Abb. 3)  im Laufe des Sommers rosa-orange Sporenlager, meist an der Blattunterseite  umfassend dunkle Färbung der Rinde, die weich wird und flächig abstirbt 
weißer Sporenbelag auf der Blattunterseite (Abb. 4)  z.T. Wucherungen an älteren Trieben   
Blattbefall und Triebsterben (Abb. 5)  keine schwarzen Streifen und Flecken auf den Trieben   

Abb. 6) Buchs Fusarium

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Biologie

Cylindrocladium buxicola kann mit Chlamydosporen in abgestorbenem Pflanzenmaterial mehrere Jahre überdauern. Er infiziert die Pflanzen über die intakte Kutikula der Blätter. Wunden sind zum Eindringen nicht notwendig. Begünstigt wird der Befall durch feuchtwarme Sommer. Eine Blattnässedauer von 5-7 Stunden reicht zur erfolgreichen Infektion bereits aus. Das Mycelwachstum des Pilzes ist schon ab 5°C möglich, optimal sind 25°C, ab 30°C wird das Wachstum eingestellt. Bei Temperaturen über 33°C stirbt der Pilz ab.





Abb. 6) Triebsterben durch Fusarium buxicola


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Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Infektion mit Cylindrocladium buxicola ist die Hygiene im Bestand, das heißt, kranke Pflanzen und Pflanzenteile (Triebe, Falllaub) sind umgehend zu entfernen und nicht zu kompostieren.
Um den Infektionsweg zu unterbrechen sollte nicht Buchs auf Buchs gepflanzt werden.
Eine längere Blattnässedauer ist soweit wie möglich zu vermeiden, bei Trockenheit also nicht "über Kopf" bewässern. Durch Spritzwasser werden Konidien (Sporen) von Pflanze zu Pflanze übertragen. Eine Tröpfchenbewässerung ist ideal.
Die verwendeten Gerätschaften, die Kleidung und auch die Schuhe sollten gründlich gereinigt werden, um die Verbreitung der Sporen zu verringern.
Die Sortenwahl spielt eine entscheidende Rolle zur Vermeidung der Krankheit. Neben der schon länger als hoch anfällig bekannten Sorte B.sempervirens "Suffroticosa" gelten nach neueren Untersuchungen auch "Rotundifolia", "Handworthiensis" und "Raket" als hoch anfällig, während "Arborescens", "Elegantissima" und "Herrenhausen" so wie B.micorphylla "Faulkner" als relativ widerstandsfähig eingestuft werden.

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Bekämpfung

Ohne Beachtung aller vorbeugenden Maßnahmen ist eine chemische Bekämpfung nicht erfolgversprechend.
Über den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in Zierpflanzenbaubetrieben und Baumschulen informieren Sie sich bitte bei Ihrem zuständigen Pflanzenschutzdienst.

Hinweis:
In Bayern ist eine chemische Bekämpfung auf öffentlichen Grünflächen, sonstigen Außenflächen und auf Friedhöfen nicht erlaubt.



August 2010
Dr. Wolfgang Kreckl, Margarete Schlegel, Dr. Peter Büttner
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735