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Die Maulwurfsgrille (=Werre)

Ein Gartenbewohner mit zunehmender Bedeutung in manchen Gebieten

Maulwurfsgrille


In den Monaten Mai und Juni treten gehäuft Maulwurfsgrillen in Gärten und Grünanlagen auf, wo sie durch ihre Wühl- und Frasstätigkeit mitunter deutliche Schäden verursachen.


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Schadbild

angefressene Wurzel

Mit ihren auffälligen Schaufelbeinen graben sich die nachtaktiven Tiere dicht unterhalb der Bodenoberfläche ein ausgedehntes Gangsystem aus ungefähr fingerdicken Gängen. Durch diese Wühltätigkeit werden viele Kulturpflanzen, besonders aber Jungpflanzen, geschädigt. Oft fressen die Tiere auch die Wurzeln und Sprosse der über den Gängen stehenden Pflanzen. Im allgemeinen bevorzugt die Maulwurfsgrille jedoch tierische Kost. Neben Regenwürmern stehen eine Vielzahl von Insektenlarven auf ihrem Speiseplan. Bei Böden mit überreichlichem Nahrungsangebot kann es zu Massenvermehrungen kommen. Nach solchen Massenvermehrungen mit beginnendem Futtermangel ist auch Kannibalismus, insbesondere der Weibchen an den Männchen beobachtet worden.

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Biologie

Bei der Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa L.) handelt es sich um die einzige mitteleuropäische Art dieser urtümlichen, bereits 35 Millionen Jahre alten Grillenfamilie. Sie wird bis zu 5 cm lang und ist unverwechselbar durch ihre schaufelförmigen, zu Grabinstrumenten umgebildeten Vorderbeine und durch ihren gepanzerten Vorderkörper. Die ausgesprochen scheuen Tiere verbringen den größten Teil ihres Lebens unterirdisch. Die Paarung und Eiablage erfolgt im Mai und Juni. Das Weibchen gräbt dann eine etwa faustgroße Höhle und legt bis zu 300 Eier ab. Die ersten Larven schlüpfen schon nach 3 Wochen, die Gesamtentwicklung bis zum erwachsenen Tier dauert jedoch 2 bis 2 1/2 Jahre. Es graben sich sowohl Larvalstadien als auch Alttiere zur Überwinterung bis zu 1 m Tiefe in den Boden ein. Infolge ihres mehrjährigen Entwicklungszykluses sind sowohl die Larven als auch die erwachsenen Tiere das ganze Jahr über anzutreffen.

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Bekämpfung

Maulwurfsgrillenfalle

Eine Bekämpfung ist nur bei starkem Befall vertretbar.
Gute Erfolge werden auch erzielt durch das ebenerdige Eingraben von steilwandigen Behältern, z.B. Einmachgläser oder Dosen. Die während der Nacht oberflächenaktiven Tiere fallen in diese Gefäße, an deren Wänden sie nicht mehr hochklettern können. Sternförmig auf die Fallen zulaufende Latten leiten die Tiere in die Fallen. Diese Fallen sollten täglich geleert werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Nematoden (Steinernema carpocapsae). Diese Fadenwürmer haben eine gute Wirkung gegen die Larvalstadien der Maulwurfsgrillen. Die großflächige Anwendug sollte aber über 2 bis 3 Jahre erfolgen, da im 1. Jahr nicht alle Larven abgetötet werden und die Zuwanderung verhindert werden muss. Der Boden sollte dabei mindestens auf 12° C erwärmt sein und nach der Nematodenausbringung 2 Wochen feucht gehalten werden.



Mai 2010
Dr. Wolfgang Kreckl / Dr. Lotte Moreth
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Tel.: 08161/71-5651 • Fax: 08161/71-5735