Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis)

Buchsbaumzünsler

Foto: Ulrich Benker

Seit einigen Jahrzehnten hält der Buchsbaum (Buxus sempervirens) Einzug in Hausgärten, öffentliche Gärten und Parks. Er ist in großen Stückzahlen vertreten. Viele Jahre galt der Buchsbaum als problemlose, robuste Pflanze. Doch das hat sich grundlegend geändert, als im Jahr 2006 der Buchsbaumzünsler erstmals in Deutschland gesichtet wurde. Seither hat er sich massiv ausgebreitet und verursacht auch in Bayern erhebliche Schäden an Buchsbäumen.
Der Buchsbaum (Buxus sempervirens) erlebte in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance und wird in großen Stückzahlen in Hausgärten und öffentlichen Gärten und Parks gepflanzt. Er ist auch eine typische Bauerngartenpflanze und dient häufig zur Einfriedung von Beeten. Viele Jahre galt er als problemlose, robuste Pflanze, doch das hat sich grundlegend geändert. Neben dem starken Befall mit dem Pilz Cylindrocladium buxicola muss der Buchs jetzt auch noch mit einem nachtaktiven Kleinschmetterling aus Süd-Ost-Asien, dem Buchsbaumzünsler, kämpfen. Die Raupen können ganze Pflanzen in kurzer Zeit kahlfressen.

Schadbild

Starker Fraßschaden druch die Larven des BuchsbaumzünslersZoombild vorhanden

Starker Fraßschaden, Foto: Pollithy

Zuerst an einzelnen Blättern findet sich ein durch kleine Schmetterlingsraupen verursachter Schabefraß. Im Anfangsstadium ist der Befall hauptsächlich im unteren und vor allem inneren Bereich des Buchsbaums und damit sehr schwer erkennbar. Mit zunehmender Entwicklung der Raupen (Häutungen) nimmt der Fraßschaden zu und wird deutlich sichtbar. Es werden dann auch die Blätter im äußeren Bereich gefressen. Sind keine grünen Blätter mehr vorhanden, gehen die Raupen auch an die Triebe und fressen die Rinde der noch grünen Triebteile. Dies führt zum Absterben der so geschädigten Triebe und Äste. Die Pflanzen verkahlen. Neben den Fraßspuren können auch olivgrüne Kotkrümel und feine Gespinste und Kokons, die sonst durch keinen anderen Schädling am Buchs verursacht werden (außer harmlosen Spinnennetzen), gefunden werden.

Biologie

Larve des BuchsbaumzünslersZoombild vorhanden

Larve des Buchsbaumzünslers

Auf den Blattunterseiten von Buchsbäumen legen die Weibchen ihre zahlreichen gelben Eier ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen daraus die ersten kleinen Räupchen (L1-Larvenstadium) und beginnen an den Blättern zu fressen. Die Entwicklungsdauer der Larven ist abhängig von der Temperatur. Je wärmer es ist, umso schneller geht sie. Bei 30° C (Temperaturen die im Sommer immer öfters erreicht werden) dauert sie etwa 18 bis 20 Tage. Mit abnehmender Temperatur nimmt die Entwicklungsdauer zu.
Die grünen Raupen können bis zu 5 cm lang werden und sind über die gesamte Körperlänge auf dem Rücken charakteristisch schwarz-weiß gestreift und schwarz gepunktet. Aus diesen schwarzen Punkten wachsen feine Borsten. Deutlich sichtbar ist die schwarze Kopfkapsel.
In der Regel gibt es zwei Fluggenerationen im Jahr: die erste Ende Juli, die zweite im September/Oktober.
Nach dem sechsten (manchmal auch fünften) Larvenstadium spinnt sich diese in ein dichtes Gespinst ein und verpuppt sich darin. Die Puppe ist etwa 2 cm groß, anfangs hellgrün und dunkelt später nach. Daraus schlüpft die zweite Generation Schmetterlinge.
Kokon

Bildung eines Kokons aus Seidenfäden

Larvenpuppe

Puppe des Buchsbaumzünslers (Foto: Benker)

Die Raupen der zweiten Fluggeneration überwintern im 3. oder 4. Larvenstadium ebenfalls in einem Kokon. Ab etwa 10° C beginnen die Raupen im Frühjahr wieder zu fressen. Sie verpuppen sich und daraus schlüpft wieder die erste Fluggeneration des folgenden Jahres. Es ist also mit Fraßschäden unterschiedlicher Raupenstadien und -generationen von Anfang April bis in den Oktober zu rechnen.

Bekämpfung

LarveZoombild vorhanden

Foto: Pollithy

Voraussetzung für einen guten Bekämpfungserfolg ist die regelmäßige Kontrolle der Buchsbaumpflanzen (auch und vor allem im Kroneninneren) auf das Vorhandensein von Raupen. Bei einer zu späten Bekämpfung ist der Schaden bereits gesetzt.
Bei wenigen oder noch kleinen Pflanzen können sie von Hand abgesammelt werden, bevor sie große Fraßschäden verursachen.
Bei großen Pflanzen und/oder starkem Befall ist der Einsatz eines dafür zugelassenen Pflanzenschutzmittels sinnvoll, wichtig für eine erfolgreiche Bekämpfung ist auch hier der frühzeitige Einsatz, wenn die Raupen noch jung sind.
Bisher gibt es keine Nützlinge, die erfolgreich zur Bekämpfung eingesetzt werden könnten.