Quarantänebakteriosen der Kartoffel

Die Quarantänekrankheiten Bakterielle Ringfäule und Schleimkrankheit der Kartoffel, die durch die Bakterienarten Clavibacter michiganensis subsp. sepedonicus (Cms) bzw. Ralstonia solanacearum (Rs) verursacht werden, stellen weltweit eine ernst zu nehmende Gefahr für die Kartoffelproduktion dar.

Zum Schutz des Kartoffelanbaus müssen daher wirksame Maßnahmen getroffen werden, die das Auftreten der Krankheiten verhüten, vorhandene Befallsherde beseitigen und eine Verschleppung verhindern.
Beide Bakterienarten wurden von der EU als Quarantäneschaderreger eingestuft. Ihre Bekämpfung erfolgt gemäß den Richtlinien 93/85/EWG (Cms) und 98/57/EG (Rs). Die Umsetzung in Deutsches Recht ist in der Kartoffelringfäule-Verordnung niedergelegt. Bei Befall sind von den betroffenen Kartoffelanbaubetrieben umfangreiche Auflagen einzuhalten, die zum Teil mit hohen finanziellen Einbußen verbunden sein können.

Verordnung zur Bekämpfung der Bakteriellen Ringfäule und der Schleimkrankheit Externer Link

Aussehen Quarantänebakteriosen

links: gesund, echts: Ringfäule

Kartoffelstauden

Ringfäule

Kartoffelhälften

Befallene Kartoffelknolle - Bakterienbrei

Kartoffelknolle

Hygienemaßnahmen im Kartoffelanbau

Die Erreger der Bakterienkrankheiten können über kontaminierte Maschinen, Geräte und Lagereinrichtungen auf gesundes Pflanzgut übertragen werden. Durch konsequente Hygiene lässt sich das Risiko der Verbreitung von Bakterieller Ringfäule und Schleimkrankheit deutlich senken.

Was ist bei Transport und Lagerung von Pflanzkartoffeln zu beachten?

  • Bei Transport von Pflanzgut in loser Schüttung Transportbehältnisse (Hänger, Kisten, Container) vorher reinigen und desinfizieren
  • Keine gebrauchten Big-Bags oder Säcke für Pflanzgut verwenden
  • Pflanzkartoffeln deutlich getrennt von Speise- und Wirtschaftskartoffeln lagern
  • Mindestens einmal jährlich Sortier- und Lagereinrichtungen (Boxen, Kisten, Förderbänder etc.) gründlich reinigen und desinfizieren

Hinweise zur Desinfektion

  • Zugelassenes Desinfektionsmittel: MENNO Florades®
  • Anwendungskonzentration: 2 % (2 l auf 100 l Wasser)
  • Aufwandmenge: 0,6 bis 0,8 l/m²
  • Einwirkzeit: 5 – 15 Minuten
  • Vor der Desinfektion müssen Schmutz und Knollenreste restlos entfernt werden, am besten mit einem Hochdruckreiniger. Nach der Reinigung müssen die Flächen abtrocknen, damit es nicht zu einem Verdünnungseffekt der Desinfektionsmittellösung kommt.
  • Zum Schutz vor Korrosion bei Maschinen und Geräten die Desinfektion erst unmittelbar vor dem Maschineneinsatz durchführen.

Betriebsteiltrennung

Für die Quarantänekrankheiten Bakterielle Ringfäule und Schleimkrankheit der Kartoffel gibt es keine direkte Bekämpfungsmöglichkeit. Ein bestätigter Befall hat zahlreiche Auflagen und Überwachungsmaßnahmen mit oft erheblichen finanziellen Einbußen zur Folge.
Die Betriebsteiltrennung ist für Pflanzkartoffelbetriebe, aber auch Konsumkartoffelbetriebe eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme zur Risikominderung und Schadensbegrenzung im Falle eines Befalls.

Zufuhr von Kartoffeln

Bitte beachten Sie, dass ab 2013 nur noch Zufuhren an Vorstufen- und Basispflanzgut aus EU-Mitgliedstaaten nach Bayern untersucht werden. Innerdeutsche Zufuhren können auf eigenen Wunsch und bei Kostenübernahme untersucht werden

Kartoffelzufuhren aus Polen

Mit Beitritt Polens zur EU am 01.05.2004 dürfen Pflanz-, Speise- und Wirtschaftskartoffeln aus Polen in andere Mitgliedstaaten verbracht werden. Auf Grund des Vorkommens des Erregers der Bakteriellen Ringfäule Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus und des Kartoffelkrebses Synchytrium endobioticum in Polen wurden vom polnischen Pflanzenschutzdienst zusätzlich zu den Gemeinschaftsbestimmungen weitere pflanzengesundheitliche Schutzmaßnahmen für Kartoffelsendungen aus Polen getroffen, um die Verschleppung dieser beiden Quarantäneschaderreger in die Mitgliedstaaten zu verhindern.  Mehr