Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii)

Käfer auf Blättern
In Kolbermoor und in Rosenheim wurden 2016 mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden. Dies ist der erste amtlich bestätigte Befall in Deutschland. In Europa sind bisher nur zwei Befallsgebiete in Italien bekannt. Der in China vorkommende Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) gilt als Baumschädling und wird in Pflanzen oder in Holz, insbesondere in Verpackungsholz, eingeschleppt. Aromia bungii ist auf der EPPO A1 Liste aufgeführt.
Die Larven von Aromia bungii leben in verschiedenen Laubbaumarten. Die Larven fressen für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein, seltener auch bis ins Kernholz. Die Bäume können einen Befall mehrere Jahre ertragen. Da die adulten Käfer aus noch lebenden Bäumen schlüpfen, kann die Folgegeneration am selben Baum etabliert werden, wodurch langfristig eine starke Schädigung durch die den Stamm durchziehenden Larvengänge zu erwarten ist. Gerade bei Jungbäumen ist mit starken Schäden zu rechnen, wenn sich der Käfer ausbreitet, bis hin zum Absterben der Bäume. Wirtspflanzen des Käfers sind in Deutschland weit verbreitet, v.a. Prunus spp. (z.B. Kirsche, Pflaume, Zwetschge, Kriecherl, Aprikose, Pfirsich).

Biologie und Symptome

Der erwachsene Käfer ist ca. 2,5 bis 4 cm lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln. Nach der Eiablage am Baum erfolgt schnell der Schlupf der Larven, die sich für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein fressen und breite Gänge im Holz hinterlassen. Das letzte Larvenstadium nagt ein Ausbohrloch (ca. 12 mm Durchmesser). Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und Genagsel aus dem Loch, die sich z.B. in Astgabeln anhäufen.
Käfer sitzt auf Blatt

Asiatischer Moschusbockkäfer Aromia bungii

Stück Holz mit Larve

Larve mit Fraßgang

Stück Holz mit Larve

Durch Larven verursachte Bohrgänge

Bohrspäne auf einem Baumstamm

Durch Larvenfraß ausgeworfene Bohrspäne

Bohrlöcher und -Gänge an einem Baum

Starker Befall, Bohrlöcher und Bohrgänge

Verwechslungsmöglichkeit

Neben dem eingeschleppten Asiatischen Moschusbockkäfer (Aromia bungii) ist bei uns der Heimische Moschusbockkäfer (Aromia moschata) verbreitet: Charakteristisch für den Heimischen Moschusbockkäfer ist der metallisch glänzende Körper, seine Farbe variiert von grünlich bis blauviolett. Das unterscheidet ihn deutlich vom schwarzen Körper des Asiatischen Moschusbockkäfers mit seinem spezifischen roten Halsschild.
Heimischer Moschusbockkäfer am Stamm

Heimischer Moschusbockkäfer

Bekämpfungsmaßnahmen und Rechtsgrundlage

Das Julius Kühn-Institut hat im Jahr 2012 eine Risikoanalyse erstellt und kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Asiatische Moschusbockkäfer in Deutschland ansiedeln und nicht unerhebliche Schäden verursachen kann. Es sind daher Maßnahmen zur Bekämpfung und zur Abwehr der Gefahr der Verschleppung entsprechend § 4a Pflanzenbeschauverordnung zu ergreifen.
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wird bei einem Verdacht auf Befall mit dem Asiatischen Moschusbockkäfer, Aromia bungii, entsprechend der Rechtsgrundlge nach den Vorgaben des Bundes und der EU tätig.

Allgemeinverfügung und Karte

In der Stadt Rosenheim und in der Stadt Kolbermoor wurde im Jahr 2016 ein Befall durch den Quarantäneschädling Asiatischer Moschusbockkäfer (Aromia bungii) entdeckt. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft – Institut für Pflanzenschutz als zuständige Pflanzenschutzbehörde hat die Aufgabe, diesen Befall vollständig zu erfassen und zu beseitigen, bevor sich der Schädling weiter vermehrt und ausbreiten kann.
Am 07.02.2017 wurde von der LfL und vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim eine Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Moschusbockkäfers erlassen.

Fernsehbeitrag im BR bei Unser Land

Meldung bei Verdachtsfall

  • Der Asiatische Moschusbockkäfer ist als Quaranäneschädling eingestuft: Bitte melden Sie jeden Fund eines Asiatischen Moschusbockkäfers in Bayern der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz.

Kontakt

  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

    Institut für Pflanzenschutz

  • Telefon:

    08161 71-3111

    E-Mail:

    Aromia@LfL.bayern.de