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Pflanzenschutz-Sachkundenachweis

Mit der Novellierung des Pflanzenschutzgesetzes (Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen vom 6. Februar 2012) wurde festgelegt, dass eine Person nur dann Pflanzenschutzmittel anwenden, über Pflanzenschutz beraten oder Pflanzenschutzmittel vertreiben darf, wenn sie über einen von der zuständigen Behörde ausgestellten Sachkundenachweis verfügt.
Mit der neuen Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung vom 27. Juni 2013 wurden die rechtlichen Grundlagen für die Erteilung des neuen Sachkundenachweises im Pflanzenschutz geschaffen.
Die Vorlage eines Nachweises über eine bestimmte Berufsausbildung, ein entsprechendes Studium oder eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung reicht nicht mehr als Beleg für die Sachkunde aus.

Wer braucht den Pflanzenschutz-Sachkundenachweis?

Den Sachkundenachweis benötigen Personen, die

  • beruflich Pflanzenschutzmittel anwenden oder
  • über den Pflanzenschutz beraten (auch über den biologischen Pflanzenschutz),
  • andere anleiten oder beaufsichtigen, die Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses oder einer Hilfstätigkeit anwenden,
  • Pflanzenschutzmittel gewerbsmäßig in Verkehr bringen oder
  • Pflanzenschutzmittel über das Internet auch außerhalb gewerbsmäßiger Tätigkeiten in Verkehr bringen.

Warum muss der Sachkundenachweis beantragt werden?

Ohne Sachkundenachweis ist weder die Anwendung oder der Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln, noch die Beratung über Pflanzenschutz erlaubt. D. h., der Sachkundenachweis muss vor Aufnahme der jeweiligen Tätigkeit vorliegen.
Seit dem 27. November 2015 gelten außer dem Sachkundenachweis keine anderen Befähigungsnachweise mehr.
Außerdem darf der Handel seit dem 26. November 2015 Pflanzenschutzmittel, die für berufliche Anwender zugelassen sind, nur gegen Vorlage des neuen Sachkundenachweises abgeben.

Wie sieht der neue Sachkundenachweis aus?

Der Sachkundenachweis wird als Kunststoffkarte im Scheckkartenformat ausgestellt.
Vorderseite des Pflanzenschutz - Sachkundenachweis
Angaben auf der Vorderseite des neuen Sachkundenachweises:
Vor- und Nachname
Geburtsdatum
Geburtsort
Umfang der Sachkunde (Anwendung und Beratung oder Verkauf oder beides)
Registriernummer
Rückseite des Pflanzenschutz - Sachkundenachweises
Angaben auf der Rückseite:
zuständige Behörde
Ausstellungsort
Ausstellungsdatum
Beginn des ersten Fortbildungszeitraumes
Unterschrift

Wer kann einen Sachkundenachweis beantragen?

Beantragen können einen neuen Sachkundenachweis nur Personen, die über die jeweilige Pflanzenschutz-Sachkunde verfügen.

Die Pflanzenschutz-Sachkunde kann erworben werden im Rahmen

  • einer Pflanzenschutz-Sachkundeprüfung,
  • bestimmter Berufsausbildungen, z. B. zum Landwirt, Gärtner, Winzer, oder
  • einer anderen mit einer Prüfung abgeschlossenen Berufsausbildung oder eines Studiengangs, sofern die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt wurden (bei Ausbildungs- oder Studienbeginn allerdings nur noch in Verbindung mit einer speziellen Bescheinigung der Ausbildungsstelle bzw. Hochschule).

Welche Zeugnisse und Abschlüsse werden als Nachweise bei der Antragstellung akzeptiert?

Welche Sachkundeberechtigung (Anwendung von Pflanzenschutzmitteln / Beratung zum Pflanzenschutz und/oder Abgabe von Pflanzenschutzmitteln) beantragt werden kann und welche Befähigungsnachweise vorgelegt werden müssen, hängt davon ab, welche Sachkundeprüfung oder Berufsausbildung erfolgreich abgelegt wurde.
  1. Beispielsweise kann mit dem Zeugnis über eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung zum Landwirt, Gärtner, Winzer oder Forstwirt die Anwender-Sachkunde beantragt werden. Es ist der Gesellenbrief vorzulegen.
  2. Personen, die eine Sachkundeprüfung zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfolgreich abgelegt haben, können mit dem Zeugnis die Anwender-Sachkunde beantragen.
  3. Mit dem Zeugnis über eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung zur Abgabe von Pflanzenschutzmitteln gemäß der neuen Sachkundeverordnung vom 27. Juni 2013 (in Kraft getreten am 06. Juli 2013) kann die Abgebersachkunde beantragt werden.
  4. Personen, die z.B. ein Hochschulstudium der Agrar-, Gartenbau- oder Forstwissenschaften nach dem 14. Februar 2012 begonnen haben, können den Sachkundenachweis nur beantragen, wenn sie zusätzlich zum Zeugnis eine Bescheinigung der Hochschule vorlegen, die bestätigt, dass die in der Sachkundeverordnung festgelegten Inhalte Bestandteil der Ausbildung und Prüfung waren.
Übergangsregelung:
Personen, die sich am 14. Februar 2012 in einer Aus-, Fort- oder Weiterbildung befanden, die Sachkunde im Pflanzenschutz vermittelt, können den Sachkundenachweis nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss beantragen. Erteilt wird dieser auf der Grundlage der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung in der am 14. Februar 2012 geltenden Fassung.
D.h., alle, die z. B. im Herbst 2011 ein Agrar- oder Gartenbaustudium begonnen haben, können nach erfolgreichem Abschluss mit ihrem Zeugnis noch die „Anwender-Sachkunde“ und die „Abgeber-Sachkunde“ nach Pflanzenschutzrecht beantragen.
Der Beginn ist z.B. durch die Immatrikulationsbescheinigung zu belegen.

Welche Besonderheiten gelten für Antragsteller aus anderen EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten?

Auch Personen aus den anderen EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten müssen sich, um Pflanzenschutzmittel in Deutschland ausbringen oder verkaufen bzw. über Pflanzenschutz beraten zu dürfen, vor Aufnahme der Tätigkeit einen Pflanzenschutz-Sachkundenachweis in Deutschland ausstellen lassen. Bei der Antragstellung müssen diese
  • eine anerkennungsfähige Bescheinigung aus ihrem Herkunftsland (EU-Mitgliedstaat bzw. Drittstaat) vorlegen oder
  • ein Zeugnis über eine mit einer Prüfung abgeschlossenen Berufsausbildung oder ein Zeugnis über ein mit einer Prüfung abgeschlossenes Studium und zusätzlich eine Bescheinigung der Ausbildungsstätte oder der für die Durchführung der Prüfung zuständigen Stelle vorlegen.
    Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass die in Anhang I der Richtlinie 2009/128/EG festgelegten Inhalte Bestandteil der Ausbildung gewesen sind.
Außerdem müssen ausreichende Deutschkenntnisse nachgewiesen werden.

Antragstellung

Der Sachkundenachweis muss von der sachkundigen Person beantragt werden.

Sachkundenachweis-Antrag Externer Link

Für die Bearbeitung der Anträge sind in Bayern die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zuständig.
Ihr Online-Antrag wird automatisch an das zuständige Amt weitergeleitet.
Die Antragsbearbeitung sowie der Druck und der Versand der neuen Sachkundenachweise kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

In welchen Fällen muss zusätzlich eine Fortbildungsbescheinigung eingereicht werden?

Wurde die Sachkunde im Rahmen einer Berufsausbildung oder eines Studiums erworben, sollte der Sachkundenachweis bald nach Abschluss der Aus-, Fort- oder Weiterbildung beantragt werden.
Denn es gilt: Ist das Zeugnis über die Berufsausbildung oder das Studium nach dem 14. Februar 2012 ausgestellt worden und liegen mehr als drei Jahre zwischen dem Tag der Zeugnisausstellung und dem Tag der Antragstellung, sind die erforderlichen fachlichen Kenntnisse vom Antragsteller zusätzlich durch die Teilnahme an einer anerkannten Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme innerhalb der letzten drei Jahre nachzuweisen.
Stand: Februar 2016