Angebot der Futteruntersuchung

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LKV Bayern e.V.

Regelmäßige Futteruntersuchungen im tierhaltenden Betrieb sind notwendig!

Fütterungsfehler fallen nicht mit bloßem Auge auf, führen jedoch oft zu Fehlversorgungen mit Leistungseinbußen und Kostensteigerungen.
Ohne Untersuchung der Einzelfutter redet man nur über den "gefühlten" Futterwert und kann bei wichtigen Futterinhaltsstoffen arg daneben liegen. Nur eine Analyse der Futtermischung gibt Sicherheit bezüglich Misch- und Ausdosiergenauigkeit. Damit kann die Fütterung leistungsgerecht und vollwertig und trotzdem kostengünstig gestaltet werden, weil beispielsweise genauere Werte in der Berechnung der Preiswürdigkeit verfügbar sind.
Vorzugsweise sollten Futtermittel mit einer größeren natürlichen Streuung untersucht werden, wie dies für alle betriebseigenen Grund- und Kraftfuttermittel zutrifft, aber auch zugekaufte Einzelfuttermittel sollen regelmäßig überprüft werden.
Das LKV Bayern bietet schon seit längerem für seine Mitgliedsbetriebe Futteruntersuchungen an. Diese können Teilnehmer der Milchleistungsprüfung oder Mitglieder in einem Fleischerzeugerring nutzen. Bei diesem vom LKV getragenen Angebot werden die Analysen im LKV-Labor Grub unter Federführung des ansässigen Zentrallabors mit Schwerpunkt Futtermittelanalytik und Qualität tierischer Produkte (AQU5) durchgeführt. Die fachliche Betreuung in Fütterungsfragen hat das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft Grub.

Angebotene Untersuchungsprofile

Seit 2008 hat das LKV Bayern das Angebot der Untersuchungen deutlich ausgeweitet. Die angebotenen Untersuchungsprofile sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Die grundlegende Untersuchung der Rohnährstoffe nach der Weender Analyse (Trockenmasse, Rohasche, Rohprotein, Rohfaser und Rohfett) ist um Stärke und Zucker erweitert, soweit bei den Futterarten bedeutsam. Dies trifft zu bei den meisten Kraftfuttermitteln und –mischungen, bei Maissilagen wird die Stärke und bei Grassilagen der Zuckergehalt ausgewiesen.
Insbesondere für rinderhaltende Betriebe wird auch eine erweiterte Weender Analyse angeboten. Für die wichtigsten Grundfuttermittel können je nach der vom VDLUFA zentral zur Verfügung stehenden NIR-Kalibrierung ADFom, NDFom und ELOS sowie die Gasbildung zusätzlich bestimmt werden. Diese ermöglichen eine weitere Differenzierung der Kohlenhydrate. ADFom (organische Säure-Detergenz-Faser) beschreibt die Menge von Zellulose und Lignin, NDFom (organische Neutral-Detergenz-Faser) umfasst dazu die Hemicellulose. ELOS ist die enzymlösliche organische Substanz und liegt in der Größenordnung der verdaulichen organischen Substanz. Die Gasbildung (GB) wird mit dem so genannten Hohenheimer Futterwerttest bestimmt und als ml GB je 200 mg Trockenmasse des Futters angegeben.

Verwendete Schätzgleichungen zur Energieberechnung

In der letzten Zeit wurden mehrere Neuerungen in der Energieschätzung eingeführt, u.a. sind seit Herbst 2010 neue Schätzgleichungen für Mischfutter für Rinder und Schweine in der Futtermittelverordnung wirksam. Soweit die betreffenden Analysenwerte verfügbar sind, wird jetzt im Ergebnisbericht der Futteruntersuchung die ME (umsetzbare Energie in MJ) in Kraftfuttermischungen für Rinder aus den Gehalten an Rohasche, Rohprotein, Rohfett, Stärke, ADFom und der Gasbildung (nach HFT) berechnet. Die ME in Kraftfuttermischungen für Schweine ergibt sich aus den Gehalten an Rohprotein, Rohfett, Stärke, Rohfaser und einem organischen Rest, der die NfE ohne Stärke darstellt.
Bei Grassilagen wird die ME (für Wiederkäuer) aus den Gehalten an Rohasche, Rohprotein, Rohfett, ADFom und der Gasbildung (nach HFT) geschätzt. Wurde Maissilage zur Untersuchung eingeschickt, ergibt sich der ausgewiesene ME-Wert aus den Gehalten an Rohfett, NDFom und ELOS (enzymlösliche organische Masse).
Bei anderen Futtermitteln wird der ME-Gehalt aus den Werten der Rohnährstoffanalysen und den Verdaulichkeiten (aus Tabellen hinterlegt) mit der betreffenden ME-Formel (Wiederkäuer, Schwein) berechnet, welche auch als Einzelfutterformel bezeichnet wird. Bei Grundfuttermitteln werden die Verdaulichkeiten nach den Rohnährstoffgehalten (Rohprotein, Rohfaser) der Futterprobe angepasst. Die ausgewiesenen Energiekennwerte (ME, NEL für Wiederkäuer, ME für Schweine) ergeben sich aus der Produktionsrichtung des einsendenden Betriebes (Milch, Rindermast, Schweinemast, Ferkelerzeugung).

Pakete Mineralstoffe

Als Regelmaßnahme sollte die Grunduntersuchung mit dem Paket 1 der Mineralstoffuntersuchung ergänzt werden. Darin sind die Mengenelemente Kalzium, Phosphor, Natrium, Kalium, Magnesium und die Spurenelemente Kupfer und Zink enthalten. Damit kann die Aufnahme und folglich auch die Ausscheidung diese Stoffe exakt ermittelt und optimiert werden, eine entscheidende Maßnahme um vor allem bei hohem Tierbesatz einen möglichst niedrigen Nährstoffaustrag (Phosphor!) über die Gülle zu erreichen und auch nachzuweisen.
Das Paket 2 umfasst Chlor, Schwefel, Mangan und Eisen und ergibt mit Paket 1 auch die Futter-Anionen-Kationen-Differenz FKAD, welche in der Fütterung trockenstehender Kühe von Bedeutung ist.
Durch eine neu eingesetzte Untersuchungstechnik (RFA, Röntgen-Fluoreszenz-Analyse) können die Untersuchungen auf Mineralstoffe günstiger angeboten werden.
Wie bisher kann eine Untersuchung auf Selen mitgeordert werden, was bei Verdacht auf Selen-Mangel angebracht sein kann. Wegen der geringen Gehalte ist für Selen ein aufwändigerer Analysengang erforderlich. Die genannten Pakete können auch zu sinnvollen Blöcken kombiniert werden.

Pakete Aminosäuren

Für Schweinefutter wird die Analyse auf Aminosäuren mit einem exakten gaschromatographischen Verfahren durch geführt. Wir empfehlen grundsätzlich Paket 2 mit allen vier wertbestimmenden Aminosäuren Lysin, Methionin, Threonin und Tryptophan. Nur so lassen sich Ausreißer bei diesen essenziellen Aminosäuren erkennen und gezielte Verbesserungen einleiten. Lysin alleine liefert nur erste grobe Anhaltspunkte.

Gärkennwerte für Silagen

Die Untersuchung der Gärqualität wird vorzugsweise Silagen aus Grundfutter betreffen. Sie kann aber auch auf Körner-Silagen (CCM) angewendet werden. Es werden die Gärkennwerte pH-Wert, Gehalt an Milch-, Essig-, Propion- und Buttersäure gemessen und daraus die Bewertung des Siliererfolgs nach dem DLG-Schlüssel abgeleitet.
Zur Beurteilung von Silagen kann zusätzlich Ammoniak angefordert werden. Ammoniak entsteht bei Abbau von Eiweiß, geht aber nicht in den gültigen Bewertungsschlüssel ein.
Abgerundet wird das Untersuchungsangebot mit Nitrat, was in der Regel für Grundfutter angefordert wird.
Ohne zusätzliche Kostenverrechnung kann die Ausgabe der zu erwartenden Biogasausbeute in Normliter (nl) Methan (CH4) auf dem Ergebnisausdruck gewünscht werden.
Weiter ist es möglich, nur die Bestimmung des Trockenmassegehaltes zu verlangen. Damit sind dann keine weiteren fütterungsrelevanten Kennwerte verfügbar.

Wichtig: Probenahme

Gut verwertbare Ergebnisse setzen die richtige Probenahme voraus. Die Mitarbeiter des LKV stellen die Erhebungsbögen zur Futteruntersuchung und Probenbehältnisse (Plastiktüten) zur Verfügung. Sie kennen den Zeitplan des Probenkuriers und können über den Weitertransport zum LKV-Untersuchungslabor in Grub Auskunft geben. Gegen entsprechende Vergütung nehmen sie auch die Probenziehung vor. Bei Kraftfuttermitteln sollte auf jeden Fall ein Rückstellmuster auf dem Hof verbleiben.

Verwendete Untersuchungsmethodik

Der günstige Kostenrahmen ist nur durch den Einsatz von neuen, schnellen Verfahren (NIRS) möglich. Amtliche Methoden, wie sie beispielsweise für den Vollzug des Futtermittelrechts vorgeschrieben sind, wären erheblich teurer. Die Ergebnisse sind daher zwar nicht gerichtlich verwertbar, können aber als Verrechnungsgrundlage für privatrechtliche Vereinbarungen dienen. In erster Linie sind sie aber wertvolle Grundlagen für die richtige Gestaltung der Fütterung, welche die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere fördern und damit auch dem Landwirt dienen.

Untersuchungsprofile LKV-Futteruntersuchung (Stand Mai 2015)

Untersuchungspakte mit Gebühren
Untersuchungspaket Gebühren [€]
(zuzügl. MWSt)
Nährstoffe nach der Weender Basis-Untersuchung:
(Trockenmasse, Rohasche, Rohfaser, Rohprotein, nXP, RNB, Energie­werte, Rohfett, Stärke, Zucker, je nach Futter­art entsprechend VDLUFA NIR Kali­brierung; Angabe der Biogas­ausbeute in Normliter Methan kostenlos möglich)
26,00
Nasschemische Nährstoffuntersuchung für Futtermittel die nicht mit NIR untersuchbar sind (Trockenmasse, Rohasche, Rohfaser, Rohprotein, nXP, RNB, Energiewerte, Rohfett, Stärke, Zucker, je nach Futterart; Angabe der Biogasausbeute in Normliter Methan kostenlos möglich) 39,00
Zusätzliche Mineralstoff- und Spuren­element­unter­suchung (jeweils zzgl. Nähr­stoff­unter­suchung außer TM-Bestimmung)
Paket 1: Kalzium, Phosphor, Natrium, Kalium, Magnesium, Kupfer, Zink 20,00
Paket 2: Chlor, Schwefel, Mangan, Eisen 16,00
Selen 25,00
Gärqualität: pH, Milch-, Essig-, Propion-, Buttersäure, DLG-Punkte 24,00
Ammoniak 13,00
Nitrat 9,00
Aminosäuren
Paket 1: Lysin 15,00
Paket 2: Lysin, Methionin, Tryptophan, Threonin 39,00
Paket 2 (AminoNir): Lysin, Methionin, Tryptophan, Threonin bei Weizen, Gerste, Körnermais, Triticale, Roggen, Erbsen, Raps und Sojaestraktionsschrot 9,00
Trockenmassebestimmung 10,00
Säurebindungsvermögen 7,00
Probenziehung durch LKV-Angestellten 11,00
Spezielle Analysen auf Anfrage