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AgroKlima Bayern - Technik für Regelfahrspurverfahren und Streifenbearbeitung

Streifenbearbeitung mit Gülleapplikation auf Rapsstoppel (12.04.2010) und Maisaussaat auf gelockerte Streifen (28.04.2010) mit automatischer Lenkung auf dem Traktor

Zielsetzung

Mulchende Bestellsysteme ohne Pflugeinsatz sind weltweit die Reaktion auf knappe Wasserverfügbarkeit und hohe Erosionsgefahr. Die Streifenbearbeitung (Strip Tillage) bei Reihenfrüchten (Zuckerrüben, Mais) reduziert den ganzflächigen Eingriff in den Boden nochmals und erschließt den Wurzelraum für die Kulturpflanzen besser als eine Direktsaat. Das innovative konsequente Regelspursystem (Controlled Traffic Farming CTF) mit einem hohen Anteil nicht mehr befahrener Produktionsfläche lässt eine Erhöhung der Wassereffizienz erwarten.
Vorrangig sollen mit den Untersuchungen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Verfahrenstechnik und welche Zeitpunkte sind bei bayerischen Standortbedingungen für eine erfolgreiche Etablierung der Streifenbearbeitung günstig?
  • Wie entwickeln sich Wasserhaushalt, Ertrag und Qualität bei Streifenbearbeitung von Zuckerrüben und Mais im Vergleich zur üblichen Mulchsaat?
  • In welchem Maß sind nicht befahrene Böden im Regelspursystem (CTF) in der Lage, mehr Wasser aufzunehmen und zu speichern und so eine höhere Ertragssicherheit zu gewährleisten?
  • Wieweit können internationale Erfahrungen mit Regelspursystemen auf bayerische Verhältnisse übertragen werden und wo sind Anpassungen welcher Art notwendig?

Methode

Die Untersuchungen erfolgen auf drei Landwirtschaftsbetrieben in den Landkreisen Eichstädt, Neuburg an der Donau und Rottal-Inn. Alle drei Betriebe bewirtschaften ihre Flächen bereits seit mehreren Jahren mulchend (pfluglos), verfügen über automatische Lenksysteme (Satellitenortung), ergänzen sich aufgrund unterschiedlicher Standortbedingungen, Fruchtfolgen und angebauter Kulturarten und stehen den neuen Konzepten und der Versuchsdurchführung auf ihren Betrieben offen und interessiert gegenüber.

Die Etablierung eines strikten Regelfahrspursystems (Controlled Traffic System) mit konsequenter Trennung von Fahrwegen und Pflanzenwuchsbereich wird an die spezifischen Bedingungen wie Arbeitsbreite der Bodenbearbeitungsgeräte, der Sägeräte, der Erntemaschinen und an die Spurweiten und Reifenbreiten der Traktoren und Erntemaschinen angepasst.

Auf den drei Standorten werden Bodenfeuchtemess- und Datenaufzeichnungssysteme zur kontinuierlichen Erfassung der Dynamik des Bodenwasserhaushaltes installiert.

Das Lockern der Streifen erfolgt beim Strip-Till-Verfahren vor der Saat der Reihenfrüchte. Es wird die Wirkung von Zinken- und Scheibenaggregate untersucht. Zudem erfolgt auf einem Standort die Streifenlockerung vor Mais in Verbindung mit der Gülle-Injektion zwei bis drei Wochen vor der Maisaussaat. Auf allen Versuchsflächen werden bis zur Ern-te regelmäßig pflanzenbauliche Bonituren durchgeführt.

Ergebnisse

Die Versuche zeigten nach Lockerung im Herbst 2009 bei Zuckerrüben 2010 identische Erträge zwischen den Varianten ''Streifenbearbeitung nach vorhergehender Stoppelbearbeitung'' und ''betriebsüblicher Bestellung'' (Mulchsaat mit bzw. ohne Saatbettbereitung). Bei ''Streifenbearbeitung ohne vorhergehende Stoppelbearbeitung'' führte starker Schneckenfraß zu Bestandsreduktion und Ertragsminderung.

Bei den Untersuchungen zu Mais erfolgte die Streifenlockerung mit Gülle-Einarbeitung (20 m³/ha Rindergülle) auf Rapsstoppel bzw. auf abgespritzter Winterzwischenfrucht zwei Wochen vor der Maisaussaat. Es wurden keine signifikanten Unterschiede bei der Pflanzenentwicklung und dem Kornertrag zum betriebsüblich bestellten Mais (Mulchsaat mit Gülle-Einarbeitung bei der Saatbettbereitung) festgestellt. Auch war keine deutliche Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Gerätetechniken erkennbar.

Ergebnisse der Streifenbearbeitung zur Maisaussaat 2010 am Standort Wurmannsquik

Mit aller gebotenen Vorsicht kann nach dem ersten vollständigen Versuchsjahr festgestellt werden, dass trotz einer Reduzierung der Bodenbearbeitungsintensität bei den meisten Versuchsvarianten keine Ertragsreduktion eingetreten ist. Veränderungen im Bodenwasserhaushalt waren noch nicht erkennbar, sie stellen sich aber auch so kurz nach der Umstellung eines Bodenbearbeitungssystems noch nicht ein.

CTF und Strip Tillage - Berichte, Vorträge, Veröffentlichungen und weiterführende Informationen

Vortrag beim Landshuter Landtechniktag 2011  PDF-Dokument - Streifenbodenbearbeitung / Strip Tillage eine Alternative für die Bestellung und Saat?!

Projektinformationen
Projektleitung: Dr. M. Demmel (LfL ILT 1a), R. Brandhuber (LfL IAB 1a)  
Projektbearbeitung: Dr. M. Müller (LfL ILT 1a), Dr. M. Marx (LfL IAB 1a), H. Kirchmeier (LfL ILT 1a) 
Laufzeit: 2008 - 2011 
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BayStMELF) 
Projektpartner: Institut Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz (LfL IAB 1b), Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (LfL IPZ 3a), Institut für Pflanzenschutz (LfL IPS 3a), Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, Deutscher Wetterdienst DWD 


Juni 2011
Dr. M. Müller
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Landtechnik und Tierhaltung
Freising: Tel. 08161/71-3450 • Fax 08161/71-4048
Grub: Tel. 089/99141-300 • Fax 089/99141-303