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Rückkehr von Luchs, Wolf und Bär nach Bayern

Die Erfahrungen mit Großbeutegreifern sind – im Vergleich zu anderen Ländern in Mitteleuropa – in Bayern bislang gering. Dies liegt daran, dass sich bislang nur der Luchs dauerhaft wieder in Bayern ansiedeln konnte. Der Bestand der bayerisch-böhmischen Grenzpopulation wird auf 20 bis 40 Tiere geschätzt (Stand 2009). Die bisherigen Konflikte durch Luchsübergriffe auf Nutztiere halten sich in Grenzen und sind über Ausgleichszahlungen im Regelfall zu entschärfen.

Für den Wolf existieren nur vereinzelte Hinweise auf Tiere, die den Freistaat durchwandern. So wurde beispielsweise im Mai 2006 ein aus Italien stammender Wolf im Landkreis Starnberg überfahren. Vereinzelte Wolfshinweise gibt es außerdem seit den 1970er Jahren immer wieder aus dem Bayerischen Wald sowie aus dem angrenzenden tschechischen Böhmerwald – offiziell bestätigt werden konnten diese jedoch nur selten.

Dass auch nur sporadisch anwesende Einzeltiere durchaus auffallen können, zeigte der Braunbär JJ1 ("Bruno"). Während seines Streifzuges durch den deutsch-österreichischen Alpenraum im Sommer 2006 mussten insgesamt 32 verletzte bzw. tote Schafe und Ziegen, fünf verletzte bzw. tote Kleintiere (Geflügel, Kaninchen), neun Schäden an Bienenständen sowie vier weitere Schadensfälle an Siloballen, Wildfütterungen und Zäunen dokumentiert und finanziell ausgeglichen werden. Diese hohe Anzahl an Schäden war selbst für einen Bären außergewöhnlich und machten einer breiten Öffentlichkeit die Aktualität der Thematik bewusst.

Vorkommen und Zuwanderungswege der Großbeutegreifer nach Bayern (gelb: Luchs, blau: Wolf, rot: Bär).





Mit dem Auftauchen von Wolf und Bär in Bayern muss jederzeit gerechnet werden. Dies gilt umso mehr, weil die Zahl der Wölfe in den Südalpen und Ostdeutschland stetig steigt, aber auch die kleine Bärenpopulation im italienischen Trentino langsam anwächst. Vor allem die jungen männlichen Tiere wandern auf der Suche nach einem eigenen Revier oft große Strecken und besiedeln so die umliegenden Regionen.





Die Karte zeigt die derzeitigen Verbreitungsgebiete (schraffiert) und möglichen Ausbreitungsrichtungen (Pfeile) der drei großen Beutegreifer (Luchs: gelb, Wolf: blau, Bär: rot) in Mitteleuropa.



Weiterführende Informationen



Dezember 2009
Kerstin Tautenhahn
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199