Praxisinformationen April 2018
Änderungen zur Zuchtwertschätzung April 2018

In den Monaten April, August und Dezember jeden Jahres wird eine Zuchtwertschätzung basierend auf den vorliegenden Leistungsprüfungsdaten durchgeführt. Aktuelle Ergebnisse können in der Online-Anwendung BaZI-Rind abgerufen werden.
Die in der aktuellen Zuchtwertschätzung vorgenommenen Änderungen im Zuchtwertschätzverfahren und bei der Veröffentlichung der Zuchtwerte werden im Folgenden beschrieben.

Routinemässig wird die Basisgruppe für die Berechnung der Zuchtwerte bei jeder Zuchtwertschätzung aktualisiert. Dadurch ergeben sich Zuchtwertänderungen, die spezifisch für jedes Merkmal angegeben werden können. Weitere Änderungen sind in den verschiedenen Abschnitten aufgeführt

Basisanpassung

Basistiere der aktuellen Zuchtwertschätzung

Bullen mit mind. 10 Töchtern in mind. 5 Herden, geboren in folgenden Geburtszeiträumen:

  • Fleckvieh, Braunvieh: April 2007 bis März 2010 (8-10 Jahre alt)
  • Gelbvieh: April 2005 bis März 2010 (8-12 Jahre alt)
Bei dieser Zuchtwertschätzung wurde die Basis um 4 Monate vorgerückt. Für alle Zuchtwertschätzungsmerkmale gilt die gleiche Basis.

Zuchtwert-Änderungen, die sich durch die Basisanpassung ergeben haben - April 2018 pdf 97 KB

ZWS Exterieur Anpassungen (alle Rassen)

Dr. Krogmeier, LfL-ITZ Grub
In der Exterieur-Zuchtwertschätzung wurden in der April-Zuchtwertschätzung einige notwendige Anpassungen durchgeführt.

Es sind dies:

  • eine detailliertere Einteilung der genetischen Gruppen
  • eine verbesserte Methode zur Varianzkorrektur für den Effekt Bewerter-Jahr
  • Umstellung auf ein aktuelleres Softwarepaket
Hierdurch kommt es bei einzelnen Bullen zu geringfügigen Änderungen in den Zuchtwerten und Sicherheiten.

ÖZW-Logo-Kennzeichnung (Fleckvieh, Braunvieh)

Logo ÖZW ohne Schriftzug
Dr. Krogmeier, LfL-ITZ Grub; Dr. Fürst, ZuchtData
Seit der ZWS im Dezember 2017 wird der Ökologische Zuchtwert ÖZW auch in Österreich veröffentlicht.
Von der Arbeitsgruppe Ökologische Rinderzucht wurden Mindestkriterien für Stiere festgelegt (siehe Tabellen), die als besonders für die ökologische Rinderzucht geeignet eingeschätzt werden und die mit dem ÖZW-Logo gekennzeichnet werden sollen bzw. dürfen.

Dabei werden die Stiere in drei Kategorien nach Sicherheit eingeteilt:

  • genomische Jungvererber (GJV)
  • Nachkommen-geprüfte Stiere mit mittlerer Sicherheit (NK)
  • Nachkommen-geprüfte Stiere mit hoher Sicherheit (ÖZW): mind. 20 Töchter in 3. Laktation mit 3 PM-Ergebnissen
Mindestkriterien Fleckvieh:
Kategorie ÖZW Eu Fu EGW Mbk LS Pers ND KF FE
GJV 100 103 100 100 95 103 100 100 100 100
NK 100 102 100 98 95 102 98 98 100 100
ÖZW 100 100 95 95 95 95 95 95 95 95
Mindestkriterien Braunvieh
Kategorie ÖZW Eu Fu LS KF FE
GJV 100 103 100 100 100 100
NK 100 100 98 96 94 94
ÖZW 100 100 95 94 92 92
Eu=Euter, Fu=Fundament, EGW=Eutergesundheit, Mbk=Melkbarkeit, LS=Leistungssteigerung, Pers=Persistenz, ND=Nutzungsdauer, KF=Teilwert Kalbung + Fruchtbarkeit, FE=Teilwert Fundament + Euter
Die Information, welche Stiere mit dem ÖZW-Logo gekennzeichnet werden sollen/dürfen, wird als separate Excel-Datei verschickt bzw. ist auch in der GZL-Excel-Datei enthalten. Dazu müssen die Spalten nach dem ÖZW eingeblendet werden, damit die Spalte mit der Codierung GJV/NK/OZW sichtbar wird.

Änderung Kennzeichnung Erbfehler und gen. Besonderheiten

Zum Veröffentlichungstermin der Zuchtwertschätzung im April startet eine sukzessive Überführung der Erbfehlerkennzeichnung an den international abgestimmten dreistelligen Buchstabencode (ICAR).
Dreistelliger Buchstabencode:
Stelle 1-2: Kürzel für den Erbfehler
Stelle 3: Trägerstatus, wobei C=Träger (carrier), F=frei (free), S=homozygoter Träger (sure).
Aktuelle Kategorisierung der Erbfehler und genetischen Besonderheiten:
Fleckvieh
Erbfehler
Fleckvieh
Erbfehler (Monitoring)
Braunvieh
Erbfehler
Arachnomelie AR FV-Haplotyp 4 F4 Arachnomelie AR
Zinkdefizienz-like-Syndr. ZL Männl. Subfertilität MS Spinale Muskelatrophie SM
Thrombopathie TP Spinale Dysmyelogenese SD
Minderwuchs F2 Weaver WE
Zwergwuchs (Dwarf) DW BV-Haplotyp 2 B2
BV-Haplotyp 2 B2
FV-Haplotyp 5 F5
Weitere genetische Besonderheiten FV und BV
Nat. Hornlosigkeit Kappa-Kasein Beta-Kasein
Die beschriebenen Kurzformen erfolgen außerhalb des Tiernamens und die bisherigen Kürzel werden aus den Namen entfernt. Tiere, die bisher als Träger (Gentest, Feldtest) im Namen gekennzeichnet wurden, werden jetzt einheitlich mit dem Trägerstatus „C“ gekennzeichnet (Bsp. Arachnomelie Träger: bisher A oder *A => neu ARC oder Weaver Träger: bisher W oder *W => neu WEC).
Weitere genetische Besonderheiten beim Fleckvieh und Braunvieh, wie die natürliche Hornlosigkeit, Kappa-Kasein und Beta-Kasein, werden weiterhin in der gewohnten Form dargestellt.
Umsetzung:
Mit der Zuchtwertschätzung April wird die neue Kennzeichnung in der Webanwendung BaZI-Rind und den zugehörigen PDF-Reports umgesetzt. Neben der Kurzkennzeichnung wurde bei der Einzeltierdarstellung ein zusätzlicher Tabellen-Reiter „gen. Besonderheiten“ eingeführt, in dem die Langform der Erbfehler und gen. Besonderheiten und der jeweilige Trägerstatus eingetragen sind.
Ebenfalls findet man die neue Kennzeichnung in der Gemeinsamen Zuchtwertliste (GZL DE-AT-CZ) und in den vom ITZ erstellten Veröffentlichungslisten (Bunte Liste, Öko Zuchtwert). Bei der Darstellung in BaZI-Rind werden alle Kurzformen (Träger und freie) dargestellt, während in der Listenform ausschließlich die Träger dargestellt werden.
In nächsten Schritten nach der ZWS-Veröffentlichung April 2018 werden die Erbfehlerkennzeichnungen in der Genom-Datenbank und den Einzeltier PDF-Dokumente mit den Ergebnissen der genomischen ZWS angepasst. Eine Anpassung von Katalogdarstellungen und Kennzeichnungen auf Stammzertifikaten erfolgt dann im Laufe des Jahres.

Genomische Zuchtwertschätzung

In der aktuellen genomischen Zuchtwertschätzung wurde wie gewohnt eine Rekalibrierung des Systems unter Nutzung aller verfügbaren Genotypen und der aktuellen konventionellen Zuchtwerte vom April 2018 beim Fleckvieh und Braunvieh durchgeführt