Forschungs- und Innovationsprojekt
Etablierung eines einheitlichen Labor-Informations- und Management-Systems (LIMS)

Bildschirm mit Datenreihen
Digitalisierung ist in modernen Analysenlabors ein fester Bestandteil der täglichen Routine für Labororganisation und Datenmanagement: Grundlage ist ein IT-gestütztes Labor-Informations- und Management-Systems (LIMS). Im Rahmen dieses Projekts wird soll im Zentrallabor der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft am Standort Freising d ein fortschrittliches LIMS für die LfL-Laborbereiche etabliert werden.

Ziel

Historisch bedingt existieren an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in den einzelnen Organisationseinheiten unterschiedliche Datenbanken und LIMS-Lösungen mit daraus resultierenden Schwierigkeiten bei der Proben- und Laborlogistik sowie der Daten- und Ergebnisweitergabe. Aus einer Vielzahl von LIMS-Anbietern am Markt soll das geeignetste Produkt ausgewählt werden, das allen Anforderungen gerecht wird. Zu berücksichtigen sind dabei komplexe Strukturen mit interaktiven Arbeitsabläufen bei Forschungsvorhaben, Hoheitsvollzug und Dienstaufgaben. In enger Zusammenarbeit mit dem LIMS-Hersteller soll die Digitalisierung im Zentrallabor vorangetrieben werden. Wesentlicher Aspekt ist, vielschichtige und heterogene Arbeitsabläufe ressourcenorientiert anzupassen. Durch digitalisierte und direkte Datentransfers vom Analysengerät zur Datenbank wird die Analysenqualität und Ergebnissicherheit deutlich gesteigert. Hier werden wesentliche Forderungen an akkreditierte Labore erfüllt (z.B. Datensicherheit, Nachvollziehbarkeit, Dokumentation).
Durch eine optimierte Organisation der Prozessabläufe ist davon auszugehen, dass sich Bearbeitungszeiten verkürzen und Analysenkapazitäten sowie Transparenz steigern lassen. Der Fokus liegt beim einheitlichen LIMS auch auf der Anwendbarkeit über Organisationseinheiten hinweg.

Grafische Darstellung der Organisationsstruktur des LIMS

Methode

Im ersten Schritt erfolgte eine Analyse der vielschichtigen Laborprozesse mit einer Einschätzung des Status-quo. Dazu wurden in enger Kooperation mit den Labormitarbeitern heterogene Arbeitsprozesse detailliert erfasst, beschrieben und ggf. Optimierungsmöglichkeiten berücksichtigt.
Das europaweite Ausschreibungsverfahren wurde entsprechend den Vergaberichtlinien in enger Kooperation mit der Vergabestelle der LfL durchgeführt.
Bei der LIMS-Einführung wird auf die Erfahrung aus anderen Laboren des Verbands der landwirtschaftlichen Forschungs- und Untersuchungsanstalten (VDLUFA) zurückgegriffen. Die Kommunikation zwischen LIMS-Hersteller und Anwender im Labor wird durch eine LIMS-Beauftragte moderiert und gesteuert.

Ergebnisse

Status-Erhebung:
In einer ersten Phase wurden seit 2015 alle Laborprozesse, Analysenabläufe und Anforderungen der Laborbereiche systematisch in Workflows erfasst und beschrieben. Die Defizite der vorhandenen LIMS Systeme wurden aufgezeigt und als Konsequenz eine Modernisierung vorgeschlagen. Das zu etablierende einheitliche LIMS sollte allen Laborbereichen der LfL zur Verfügung stehen und die Organisationseinheiten Abteilungs- und Instituts-übergreifend vernetzen.
Display mit Leuchtdioden

Display einer Kontroll- und Steuereinheit im Analysenlabor

Ausschreibungsverfahren
Nach der Zusage zur Mittelbereitstellung durch das StMELF wurde am 11.12.2015 mit der öffentlichen Bekanntgabe ein europaweites Ausschreibungsverfahren gestartet. Am Bieterverfahren, das verwaltungstechnisch durch die Vergabestelle der LfL begleitet wurde, haben sich 3 Bieter beteiligt. Am 18.03.2016 erging der Zuschlag nach aufwändiger fachlicher Prüfung der Bewertungskriterien an die Fa. Pragmatis aus Neufahrn.
LIMS-Einführung
Seit Mai 2016 sind die Programmierarbeiten angelaufen. Einzelne Bereiche wurden auf Grund des erkennbaren Optimierungspotentials vorgezogen, z.B. die Übertragung von Massendaten aus photometrischen Analysenverfahren. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind in der Anfangsphase auch Proben- und Laborlogistik sowie die Registrierung von Projektproben. Bereits jetzt zeigen sich positive Effekte durch die Überarbeitung von Arbeitsabläufen, Verbesserung der Probenlogistik und die Integration von Analysengeräten in vorhandene Datenbanken.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. Gerhard Strauß
Projektbearbeitung: Katrin Fischer
Laufzeit: 2015 bis 2018
Finanzierung: StMELF
Projektpartner: LfL-Abteilung Information und Wissensmanagement