Pressemitteilung – 24. Juli 2023, München
Isarfische leiden unter dem Klimawandel

Wie ist es um die Isar und ihre Fische im Raum München bestellt? Welchen Einfluss hat die zur Zeit vorherrschende, starke Sonneneinstrahlung auf den Fluss und seine Lebewesen? Um die Auswirkungen einer Stauanlage aufs Fließgewässer und die Situation der Fischbestände beurteilen zu können, trafen sich dieser Tage am Oberföhringer Wehr der Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Stephan Sedlmayer und der Leiter des LfL-Instituts für Fischerei Helmut Wedekind mit dem Vizepräsidenten des Landesfischereiverbandes Bayern, Willi Ruff und seinem Geschäftsführer Sebastian Hanfland.

LfL-Präsident Stephan Sedlmayer und Willi Ruff, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes stehen in Anglerhosen mitten im Wasser und diskutieren.Zoombild vorhanden

Diskussion über Wasserzustand und Fischbestand inmitten der renaturierten Mittleren Isar: Willi Ruff, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes und Stephan Sedlmayer, Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft. (v.li, Foto: B. Gleixner)

Festgestellt wurde, dass der Anstau durchs Oberföhringer Wehr zu einer Verringerung der Wassermenge und damit zu einer Erwärmung des Wassers führt. Dieser Effekt wird durch die aktuell intensive Sonneneinstrahlung noch verstärkt.

Der Anstieg der Wassertemperatur stellt für die kälteliebenden, z.T. bedrohten Fischarten eine erhebliche Belastung dar. Messungen vor Ort ergaben, dass selbst im naturnahen Abschnitt der Mittleren Isar Wassertemperaturen von fast 20 °C herrschen. Erhöhte Wassertemperaturen und verringerter Sauerstoffgehalt sind ein zunehmender Stressfaktor für die gesamte aquatische Lebensgemeinschaft.

Die Experten sind sich einig, dass der Renaturierung der bayerischen Fließgewässer - also die Schaffung einer natürlichen Gewässerstruktur und Erhalt der Ufervegetation – gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels eine besonders große Bedeutung zukommt. Durch die jahrelangen Bemühungen der Isarfischer zum Schutz seltener und bedrohter Fischarten wie Barben, Mühlkoppen, Äschen und Huchen konnten bereits große Fortschritte erzielt werden.

Der LfL-Präsident konnte sich vor Ort auch über die erheblichen Auswirkungen fischfressender Tierarten wie Kormorane, Gänsesägern und Fischotter informieren. Passend zum Termin inmitten des Stadtgebiets wurde ein Kormoran ganz in der Nähe der Experten „ungeniert“ beim Fischen beobachte.

Beim Treffen wurde deutlich, dass vom Gewässerverbau sowie der insgesamt verringerten Wassermenge und Erwärmung besonders die empfindlichen Fischarten bayerischer Fließgewässer betroffen sind.
Die umfangreichen Bemühungen des Fischerverbandes, der Isarfischer und auch des LfL-Instituts für Fischerei zur Gewässerrenaturierung und zu den Auswirkungen der Klimaveränderungen sind daher gerade heute besonders wichtig.

Weitere Informationen:

LfL-Präsident Stephan Sedlmayer und Willi Ruff, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes stehen in Anglerhosen mitten im Wasser und diskutieren.

Diskussion über Wasserzustand und Fischbestand inmitten der renaturierten Mittleren Isar: Willi Ruff, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes und Stephan Sedlmayer, Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft. (v.li, Foto: B. Gleixner)

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Ein nicht erkennbarer Mann nimmt Temperaturmessungen am Isarwasser vor.

Temperaturmessungen in der naturnahen Mittleren Isar ergeben bereits knapp 20 Grad. (Foto: B. Gleixner)

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Vier Männer - Willi Ruff,Vizepräsident des Landesfischereiverbandes, sein Geschäftsführer Sebastian Hanfland, Helmut Wedekind, Leiter des LfL-Instituts für Fischerei und LfL-Präsident Stephan Sedlmayer laufen über das Oberföhringer Wehr.

Verschafften sich am Oberföhriger Wehr einen Überblick über Auswirkungen der Anlage aufs Fließgewässer und seinen Fischbestand: Willi Ruff, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes, sein Geschäftsführer Sebastian Hanfland, Helmut Wedekind, Leiter des LfL-Instituts für Fischerei und LfL-Präsident Stephan Sedlmayer. (Foto: B. Gleixner)

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Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Sie ist dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unmittelbar nachgeordnet und erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für Landwirte und Berater sowie die Politik und Verwaltung. Die Hauptstandorte der LfL sind Freising und Grub-Poing. Ihre Aufgabenfelder sind die anwendungsorientierte Forschung, die Ausbildung, die Beratung und der Hoheitsvollzug. Mit Ihrer Arbeit unterstützt die LfL eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft sowie eine vielfältige Kulturlandschaft.