Asiatischer Laubholzbockkäfer: Murnau a. Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen)

Nach einer Verdachtsmeldung Ende Oktober 2016 haben LfL-Experten, unterstützt von einem ALB-Spürhund, beim ersten Vor-Ort-Termin in Murnau am Staffelsee eindeutige Befallsmerkmale des ALB gefunden: An mehreren Laubbäumen im Bereich des alten Volksfestplatzes wurden Ein- und Ausbohrlöcher sowie frische Eiablagen des Käfers entdeckt.

Aktuell

Monitoringmaßnahmen laufen, Februar 2018

Die Maßnahmen gegen den ALB in Murnau laufen weiter: Das Kronenmonitoring geht voran. Voraussichtlich bis Ende März sind die geschulten Baumkletterer auf den Wirtsgehölzarten des ALB noch auf der Suche nach Befallsmerkmalen. Sporadisch findet weiterhin im Innenstadtbereich Bodenmoniting statt.
Weiterhin wird das Schnittgut von Schnittmaßnahmen auf Privat- oder Kommunalgrundstücken von Fachleuten der LfL oder dem AELF mit Spürhunden kontrolliert.

Keine Funde bei den Fällungen, November 2017

Die Fällungen in Murnau nördlich des Alten Volksfestplatzes erfolgten vom 17. bis zum 25. Oktober. Es gab keine weiteren Funde des ALBs. Grund für die Erweiterung der Murnauer Befallszone um etwa 80 Meter in Richtung Norden und damit für die erneuten Fällungen waren zwei Bäume mit lebenden Stadien des Insekts. Diese beiden Befallsbäume standen am Rand der alten Befallszone und wurden bereits im Frühjahr entnommen.
Fällungen in MurnauZoombild vorhanden

Fällmaßnahmen in Murnau, Okrober 2017

Bei den entfernten Gehölzen lag der Schwerpunkt mit knapp über 80 Prozent bei Ahorn, gefolgt von Esche mit knapp sieben Prozent. Die restlichen acht Gattungen (Birke, Buche, Hainbuche, Hasel, Linde, Ulme, Weide, Vogelbeere) lagen entsprechend im geringen Prozentbereich. Etwa 80 Prozent der zu entnehmenden Pflanzen waren Gehölze mit einem Durchmesser von zwei oder weniger Zentimetern. Einen Brusthöhendurchmesser von 20 Zentimetern aufwärts hatten 60 Stück der betroffenen Laubgehölze. Für die Schnittgutkontrolle waren täglich etwa sieben Hundeführer mit ihren Spürhunden im Einsatz. An der gesamten Aktion waren insgesamt 16 Spürhunde beteiligt. Betroffen von den Fällmaßnahmen waren vor allem kommunale Grundstücke, ein kirchliches Grundstück sowie etwa zu einem Drittel private Flächen.
Ende Oktober wurden die Pheromonfallen in Murnau abgenommen. Sie waren in dieser gesamten Saison ohne ALB-Käferfund. Auch in den vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim in den Wäldern aufgehängten Pheromonfallen wurde kein ALB-Käfer gefunden. Die Fallen werden über den Winter gereinigt und für einen erneuten Einsatz im kommenden Jahr vorbereitet. Im Winter ist zudem eine Kontrolle durch Baumkletterer rundum die Murnauer Befallszone und in den angrenzenden Wäldern geplant.
Aktuelle Informationen werden zeitnah hier veröffentlicht.

Chronologie - Sommer 2017 und vorher

Weitere Fällungen in Murnau, Oktober 2017

Ab dem 17. Oktober finden weitere Fällungen in der Murnauer Quarantänezone des ALB statt. Voraussichtlich werden die Maßnahmen nördlich des Alten Volksfestplatzes etwa zwei Wochen dauern. Grund für das Vorgehen ist der Fund weiterer ALB-Befallsbäume während der Fällungen im Frühjahr dieses Jahres, durch die sich sowohl die Murnauer Befalls- als auch Quarantänezone in Richtung Norden erweitern. Alle Maßnahmen finden in enger Abstimmung mit der Marktgemeinde Murnau und dem AELF Weilheim statt.
ALB-Befallsmerkmale am Wirtsbaum

Befallsmerkmale des ALB

Bild in Originalgröße

Stammabschnitt eines vom ALB befallenen Baumes

Befallsmerkmale des ALB aus der Nähe

Bild in Originalgröße

Betroffen von den Fällmaßnahmen sind vor allem kommunale Grundstücke. Daneben sind ein kirchliches Grundstück sowie weniger als drei Prozent private Flächen betroffen. Den Großteil der zu entnehmenden Pflanzen - etwa 80 Prozent - machen dabei Gehölze aus, die einen Durchmesser von zwei Zentimeter oder weniger haben. Bei den zu entfernenden Gehölzen liegt der Schwerpunkt mit knapp über 80 Prozent bei Ahorn, gefolgt von Esche mit knapp sieben Prozent; die restlichen acht Gattungen liegen entsprechend im geringen Prozentbereich.
Zusätzlich zu den jetzt beginnenden Maßnahmen führt die LfL Schnittgutkontrollen im Murnauer Befallsgebiet durch. Gegen Ende Oktober werden zudem die im Befallsgebiet hängenden Lockstofffallen abgenommen. Bisher gab es in dieser Saison keinen Käferfund in den Fallen. Zudem wird die LfL das Bodenmonitoring in der gesamten Quarantänezone weiter führen. Darüber hinaus ist im Winter die Kontrolle durch Baumkletterr um die Befallszone in Planung.

Ergebnisse der Fällungen, Mai 2017

Bei den Fällungen von Ende März bis Anfang April wurden sechs weitere Gehölze mit ALB-Befall festgestellt, die unmittelbar entnommen wurden. Zwei von ihnen enthielten lebende Stadien des ALB, dieser Fund führt zu einer Erweiterung der Befallszonen nach Norden. Betroffen von den Fällmaßnahmen waren in erster Linie Grundstücke der Marktgemeinde Murnau und der Deutschen Bahn. Knapp 5 % der betroffenen Gehölze standen auf Privatgrund. Von den etwa 3.500 entnommenen Gehölzen hatten fast 70 % einen Durchmesser von unter bzw. genau zwei Zentimetern. Die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Murnau, der ausführenden Firma, der Deutschen Bahn sowie den beteiligten Grundstückseigentümern und den externen Spürhundeführern lief optimal.
Nach der Erfassung und Dokumentation der Befallsmerkmale vor Ort sowie intensiven Untersuchungen entnommener Holzproben im Freisinger LfL-Quarantänelabor liegen folgende Ergebnisse der Murnauer Fällmaßnahme vor: Gefunden wurden knapp 70 lebende ALB-Larven, eine ALB-Puppe, acht tote ALB-Käfer im Holz, etwa 90 offene Ausbohrlöcher sowie rund 1.000 frische Eiablagen. Ein Teil des befallenen Gehölzmaterials wird mittels einer neuen Methode untersucht. Die Ergebnisse hierzu stehen noch aus und müssen den bereits erhobenen Daten später zugerechnet werden.

Fällungen im Bereich des Alten Volksfestplatzes, April 2017

Die am Informationsabend Mitte März angekündigten Fällungen im Bereich des Alten Volksfestplatzes haben vom 21. März bis zum 7. April stattgefunden.
Die entnommenen Holzproben werden derzeit intensiv im Freisinger Quarantänelabor untersucht. Sobald die Ergebnisse vollständig vorliegen, werden wir sie an dieser Stelle veröffentlichen.

Informationsveranstaltung am 15. März 2017

Für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger des Marktes Murnau und der Gemeinde Seehausen findet am 15. März 2017 um 19.00 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum Murnau, Saal 1 (Kohlgruber Str. 1, 82418 Murnau a. Staffelsee) eine Informationsveranstaltung zum ALB statt.
An dem Abend erklären und erläutern die Fachleute der LfL, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim sowie Vertreter der Kommunen die Regelungen der Allgemeinverfügung vom 03.02.2017, die Auswirkungen für Grundstückseigentümer, das weitere Vorgehen sowie die Möglichkeiten der Nachpflanzung während der Quarantänezeit.

Allgemeinverfügung, Februar 2017

Am 3. Februar 2017 wurden die Allgemeinverfügungen für die ALB-Quarantänezone in Murnau veröffentlicht. Neben den Gebieten des Marktes Murnau am Staffelsee sind die Gemeinden Seehausen am Staffelsee und Spatzenhausen betroffen.
Für die von ALB-Bekämpfungsmaßnahmen betroffenen Siedlungsflächen erstellt die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Allgemeinverfügung, für die betroffenen Waldflächen das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim. Den Verfügungen liegt eine Karte des Murnauer Befallsgebietes bei.

Monitoring seit November 2016

Seit Ende November suchen Mitarbeiter der LfL die Grundstücke im Umfeld des alten Volksfestplatzes zur weiteren Datenerhebung auf. Voraussichtlich bis Jahresende werden alle ALB-Wirtspflanzen vom Boden aus untersucht und Daten für die Erstellung eines Baumkatasters erhoben.
Wir bitten hierbei um die Unterstützung der Bevölkerung vor Ort, indem Sie uns den Zutritt zu den Grundstücken zeitnah ermöglichen.
In den Wintermonaten findet kein Käferflug und damit keine aktive Ausbreitung des Baumschädlings statt. Der ALB überwintert als Larve im Holz. Anfang 2017 wird basierend auf den erfassten Daten, in enger Abstimmung mit dem Markt Murnau und dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF) die konkrete Planung des weiteren Vorgehens erfolgen.