Triticale: aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Triticale-Feld in Nahaufnahme

Die Erträge von Triticale lagen heuer in der Praxis mit 62 dt/ha genau zwischen dem Vorjahresergebnis (60 dt/ha) und dem Fünfjahresmittel (64 dt/ha). Weizen- und Triticalebestände zeigten sich heuer witterungsbedingt auffallend gesund.

Der trockene und kühle Herbst und die Starkfröste im Januar sorgten für ein geringes Ausgangspotential an Krankheiten. Anschließend verhinderte die trockene Witterung in der ersten Frühjahrshälfte in Nordbayern, dass sich dort Schadpilze rasch ausbreiten konnten. Zwar herrschten von Anfang bis Mitte Mai aufgrund häufiger und ausgiebiger Regenfälle günstige Infektions- und Wachstumsbedingungen für Pilzkrankheiten, diese konnten sich jedoch vielerorts wegen der nachfolgenden bis Ende Juni anhaltend trocken-heißen Temperaturen nicht ausbreiten.
Die Anbaufläche von Wintertriticale zur Körnererzeugung betrug heuer in Bayern rund 80 000 ha und lag damit etwas über dem Vorjahresniveau. Hinzu kamen noch knapp 18 000 ha, auf denen Wintertriticale zur Erzeugung von Ganzpflanzensilage stand. Die Fläche von Sommertriticale ist gering und umfasste etwa 2000 ha.

Landessortenversuche

Der geringe Infektionsdruck zeigte sich auch in den Landessortenversuchen (LSV). Auf acht Orten standen über Bayern verteilt, acht Sorten zur Prüfung, wobei sechs Standorte auswertbar waren.
Alle Kandidaten wurden in zwei Intensitätsstufen geprüft: in einer extensiven Stufe 1 (ohne Fungizide; ohne/reduziert Wachstumsregler) und einer intensiven Stufe 2 (Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz nach Bedarf). Anders als im letzten Jahr wurden heuer in der intensiven Variante im Schnitt nur 5 dt/ha mehr als in der extensiven geerntet. Lediglich an einem der sechs Standorte war die Intensitätssteigerung wirtschaftlich. 2016 war der Krankheitsdruck so stark, dass der Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz meist mit hohen Mehrerträgen, im Mittel über alle Versuche mit einem Plus von 17 dt/ha belohnt wurde und sich die zusätzlichen Schutzmaßnahmen auf jedem einzelnen Versuchsort rentierten.
Betrachtet man nicht nur diese beiden Extremjahre, sondern das Zehnjahresmittel, brachte der Einsatz von Fungiziden und Wachstumsreglern im Schnitt Mehrerträge von 11 %. Nach Abzug der zusätzlichen Kosten waren die Mehrerlöse mit 35 €/ha relativ gering. Eine sorgfältige Bestandsbeobachtung und die Anpassung der Behandlungen an das aktuelle Befallsgeschehen sind deshalb auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll.
Auch heuer werden die Erträge wieder nach Stufe 1 und 2 getrennt ausgewiesen. Die extensive Stufe dient der Beschreibung der Resistenzeigenschaften und der Lagerneigung der Sorten. Die intensive Stufe mit bedarfsgerechtem Wachstumsregler- und Fungizideinsatz gibt dagegen Auskunft über das Ertragsvermögen bei intensiver Bestandesführung.

Aktuelle Ergebnisse und Sortenempfehlung