LfL-Information
Fischzustandsbericht 2012

Titelblatt der Publikation

Der Bericht belegt, dass die quantitative Artenzusammensetzung in einer Vielzahl der untersuchten Fließgewässerstrecken weit von den Verhältnissen natürlicher ungestörter Fischlebensgemeinschaften entfernt ist. Besonders das Fehlen bzw. der oft verschwindend geringe Anteil an Mittel- und Langdistanzwander-fischarten, wie z. B. der Nase, gibt Anlass zur Sorge. Für den Zeitraum von 2004 bis 2011 ist im Vergleich zu den 1990er Jahren ein deutlicher Rückgang der Fischbestandsdichten in den Fließgewässern zu verzeichnen. Die zahlreichen Beeinträchtigungen der freilebenden Fischbestände werden beschrieben und die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung des Ökosystems und zum Schutz der Fische aufgezeigt. (54 Seiten)

Erscheinungsdatum: Februar 2014

Preis: 10 €

Die Publikation als PDF pdf 10,2 MB

Themenliste

  • Methode der Zustandseinschätzung
  • Zustand der Fischpopulationen in den bayerischen Gewässern
  • Gefährdungsursachen für Fischbestände in Fließgewässern
  • Maßnahmen zur Erhaltung der Fischfauna
  • Fallbeispiele positiv auf Fischbestände wirkender Maßnahmen

Kernaussagen

  • Die Artenvielfalt ist weitgehend konstant.
  • Die Artenzusammensetzung ist in 87 Prozent der untersuchten Gewässerstrecken gestört.
  • Ein deutlicher Rückgang der Fischbestände seit den 1990er Jahren ist zu beobachten.
  • Die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit unserer Fließgewässer ist weiter fortzuführen.
  • Beim Antrag auf Neubau von Wasserkraftanlagen sind die Nutzung der regenerativen Energie und die hierdurch verursachten ökologischen Schäden gewissenhaft abzuwägen.Wasserkraftnutzung darf nur in Verbindung mit geeigneten Maßnahmen zum Schutz der Fischpopulationen erfolgen.
  • In strukturarmen Gewässern sind Lebensraum verbessernde Maßnahmen durchzuführen und die Eigendynamik des Fließgewässers zu fördern.
  • Ein ausreichender Geschiebetransport ist zu gewährleisten.
  • Künstlich geschaffene Standgewässer, wie z.B. Baggerseen, sollten als Ersatzlebensräume für gefährdete Fischarten genutzt und entsprechend fischereilich gehegt werden. Naturschutzfachliche und fischereiliche Aspekte sind hierbei abzuwägen.
  • Dem diffusen Sediment- und Schadstoffeintrag in Gewässer ist durch gewässerschonende Landbewirtschaftung sowie Unterstützung dieser Maßnahmen durch ausreichend dimensionierte Uferrandstreifen und Errichtung von Sedimentfängen entgegenzuwirken.
  • Die Verschärfung von Sicherheitsstandards beim Betrieb von Biogasanlagen sowie mehr Aufklärungsarbeit bei deren Betreibern, ist zwingend erforderlich.
  • Um den Faßdruck von Kormoran und Gänsesäger in biologisch verträglichen Grenzen zu halten, ist ein flächendeckendes Management erforderlich.
  • Bei artenschutzrechtlichen Zielkonflikten (z.B. Amphibien, Biber, Libellen) sind die fischökologischen Aspekte bei der Abwägung des jeweils höheren Schutzgutes entsprechend zu berücksichtigen.
  • Hinsichtlich der zunehmenden Beunruhigung durch Sport- und Freizeitboote ist in der Öffentlichkeit Aufklärungsarbeit zu betreiben. In betroffenen Gewässern ist der Bootsbetrieb räumlich und zeitlich zu regeln.

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