Rückblick: Info-Tag "Hofeigene Heubelüftungsanlagen", 11. März 2020

Kran mit Heu
Am 4. Infotag "Hofeigene Heubelüftungsanlagen" erhielten die Teilnehmer die aktuellen Ergebnisse aus fünf Jahren Forschung zum Einsatz und der Energieeffizienz verschiedener Belüftungstechniken sowie zur Arbeitswirtschaft für die Arbeitsgänge vom Mähen über die Bergung und Belüftung bis hin zur Vorlage des Belüftungsheus am Futtertisch. Weiterhin berichtete ein aktiver Heumilcherzeuger über seine Erfahrungen und Heumilchvermarktung und die Arbeitsgemeinschaft Heumilch informierte über die aktuell laufenden Marketing Maßnahmen für Heumilchprodukte. Am Nachmittag standen wieder viele Firmen zu ihren Produkten rund um das Thema Heubelüftungsanlagen Rede und Antwort – eine einmalige Chance, die meisten Firmen zum Thema Heubelüftungsanlagen an einem Ort kennen zu lernen. Wir freuen uns über die zahlreiche Teilnahme und den interessanten (Erfahrungs-) Austausch zwischen Landwirten, Herstellern, Beratern und Forschern.

Zusammenfassungen der Vorträge

Arbeitswirtschaftliche Untersuchungen auf Milchviehpraxisbetrieben bei der Belüftungsheuproduktion und der Fütterung der Kühe
Bei der Belüftungsheuproduktion und –fütterung kam in es den letzten Jahren zu einer deutlichen Weiterentwicklung der Technik und damit einhergehend zu einer Anpassung der angewendeten Verfahren. Die Produktion von Belüftungsheu ist in loser Form sowie in Ballen möglich, wobei die lose Verfahrenskette weiter verbreitet ist.
Ziele des Projekts
Es gibt nur wenige arbeitswirtschaftliche Daten für die aktuell angewendeten Verfahren. Ziel unserer Untersuchungen war es daher, die arbeitswirtschaftliche Situation auf Milchviehbetrieben bei der "losen Verfahrenskette" der Belüftungsheuproduktion und –fütterung zu untersuchen. Von Interesse war es auch, mit welcher Feuchtigkeit und in welchen Mengen das angewelkte Erntegut eingefahren wird, wofür stichprobeartig Beprobungen vor Ort auf Praxisbetrieben durchgeführt wurden. Die Datenauswertung ist noch nicht abgeschlossen, darum handelt sich bei den präsentieren Daten um vorläufige Ergebnisse.
Ergebnisse Arbeitszeit
Die Aufzeichnungen der Arbeitszeiten auf den untersuchten Betrieben durch die Landwirte selbst mittels Arbeitstagebüchern zeigten, dass bei der Ernte und Einlagerung von Grassilage im Durchschnitt 2,20±1,40 Arbeitspersonenstunden (APh) pro ha und Schnitt aufgewendet wurden, während bei der Belüftungsheuproduktion mit 4,12±1,62 APh pro ha und Schnitt deutlich mehr Arbeitsaufwand anfiel. Bei der Fütterung der Kühe konnte bezüglich des Arbeitszeitaufwands kein Unterschied zwischen den Betrieben mit überwiegend Belüftungsheu- oder Silagefütterung (Median 9,52 bzw. 8,82 APh pro Kuh und Jahr) beobachtet werden. Demnach wurde mit den angewendeten Verfahren bei der Fütterung der Kühe mit überwiegend Belüftungsheu ein vergleichbarer Arbeitszeitaufwand wie bei der Fütterung der Kühe mit überwiegend Silage benötigt.
Ergebnisse Trockenmassegehalte
Die Beprobung vor Ort des eingefahrenen Anwelkguts hat gezeigt, dass in der Regel das Anwelkgut für die Belüftungsheuproduktion mit im Durchschnitt 72,1±7,4 % Trockenmassegehalt eher trockener eingefahren wird als empfohlen. Bei fast allen untersuchten Proben nach der Trocknung wurde der mindestens geforderte Trockenmassegehalt von 86 % erreicht.
Bewertung
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die untersuchten Betriebe für die Belüftungsheuproduktion mehr Arbeitszeitaufwand als für die rassilageproduktion benötigten. Das Anwelkgut für die Belüftungsheuproduktion wurde von den meisten Betrieben eher trockener eingefahren als empfohlen. Bei der Fütterung der Kühe wurden keine Unterschiede zwischen den Betrieben mit überwiegender Belüftungsheu- oder Silagefütterung beobachtet. Die arbeitswirtschaftlichen Ergebnisse sprechen daher eher für die Silageproduktion. Im Detail zeigte sich aber, dass Betriebe mit sehr gut durchgeplanten Verfahren bei der Belüftungsheuproduktion beim Arbeitszeitaufwand vergleichbar mit der Grassilageproduktion waren.
J. Mačuhová und S. Thurner - LfL, Institut für Landtechnik und Tierhaltung, Freising (Die Langfassung des Vortrags finden Sie im obigen Tagungsband)
Zukünftige Chancen in einem gemeinsamen Markt für Heumilchprodukte

Heuwirtschaft-Heumilch, Chancen am Markt, Kooperation Heumilch Österreich mit Heumilch Deutschland

Ein urgutes Gefühl – Heumilch ist eine garantiert traditionelle Spezialität - g.t.S.
Im Einklang mit der Natur
Heuwirtschaft ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Seit Jahrhunderten erfolgt die Fütterung der Tiere angepasst an den Lauf der Jahreszeiten. Im Sommer kommen Heumilchkühe auf die Weiden und Almen, dort genießen sie frische Luft, klares Wasser und eine Vielzahl an saftigen Gräsern und Kräutern. Währenddessen beginnt im Tal die Heuernte, die Wiesen werden gemäht, das Gras getrocknet und das so gewonnene Heu in Scheunen gelagert. Im Winter werden die Tiere mit Heu gefüttert. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot. Vergorene Futtermittel wie Silage sind strengstens verboten.
Hauptproduktionsgebiete der Heumilch in Österreich sind die 5 westlichen Bundesländer, Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark und angrenzendes Oberösterreich.
Heumilchbauern arbeiten nach dem Heumilch-Regulativ, dessen Einhaltung von unabhängigen, staatlich zertifizierten Stellen kontrolliert wird. Nur Produkte mit dem Heumilch-Logo erfüllen diese strengen Bestimmungen, die zudem kontrolliert gentechnikfrei hergestellt werden.
Das strenge Regulativ der Heuwirtschaft überzeugte auch die Europäische Union. Sie hat Heumilch mit dem EU-Gütesiegel g.t.S. - garantiert traditionelle Spezialität- ausgezeichnet. Heumilch g.t.S. ist somit für Konsumenten ein Garant für noch mehr Qualität und Unverfälschtheit. In Österreich erfüllen 15 %, in Europa ca. 3% der erzeugten Milch die Kriterien der Heumilch. Das ergibt richtig gute Chancen am Markt, mit Heumilch- und Käsespezialitäten im Premium- und Nischenbereich positioniert zu sein.
Heumilch schont die Umwelt
Die Heumilchregionen befinden sich vorwiegend in den GL Bergregionen und im Alpenvorland, wo Heuwirtschaft seit Jahrhunderten Tradition hat. Nachhaltiges, auf Generationen hin ausgerichtetes Denken und Handeln prägt seit jeher diese Wirtschaftsweise. Eine Studie der Universität für Bodenkultur in Wien zeigt auf, dass Heumilchbauern entscheidend zum Schutz der Umwelt und Artenvielfalt beitragen.
Förderung der Artenvielfalt
Eine große Anzahl an Gräsern und Kräutern wächst auf den Wiesen, Weiden und Almen in den Heumilchgebieten. Um diesen Artenreichtum zu erhalten, ist eine entsprechend extensivere Bewirtschaftung notwendig. Sie haben daher durchschnittlich um ein bis zwei Schnitte/Jahr weniger als intensivere Bewirtschaftungssysteme.
Mosaikartige Bewirtschaftung
Tiere wie Bienen, Hummeln oder Niederwild profitieren von der mosaikartigen Bewirt-schaftung der Heuwirtschaft. Die Mahdzeitpunkte sind zeitlich gestaffelt und werden räumlich an den unterschiedlichen Flächen angewendet. Durch diese kleinflächige, mosaikartige Bewirtschaftung werden nie alle Grünflächen auf einmal gemäht, sondern in einzelnen Wellen bewirtschaftet. So bleiben wichtige Nahrungsquellen und Rückzugsräume für Kleintiere erhalten, bis die Pflanzen auf den bereits gemähten Wiesen wieder hoch genug sind.
Höchste Heuqualitäten durch zeitgerechte und energieeffiziente Heutrocknungsanlagen
Früher war Heu etwas besseres Stroh. Mittlerweile erreicht man durch moderne und energieeffiziente Heutrocknungsanlagen höchste Futterqualitäten mit hohen Energie- und Rohproteingehalten. Mit warmluftgetrocknetem Heu erreicht man bei den Milchkühen die höchste Futteraufnahme gegenüber allen anderen Fütterungssystemen. Durch das frühere Einfahren des Heues, mit einem TM Gehalt von ca. 65% - 70% werden die wertvollen Be-standteile des Wiesenfutters, die Blätter, erhalten. In den Blättern sind die Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und das Rohprotein enthalten. Dies ist somit ein wesentlicher Beitrag zur hohen Tiergesundheit bei Heumilchkühen.
Das österreichische Heumilchregulativ (www.heumilch.at) wurde mit Vorstandsbeschluss um den Bereich Tierwohl erweitert. Artgerechte Fütterung der Heumilchkühe sowie Laufstall- oder Kombinationshaltung sind die wesentlichsten von einer Reihe an zusätzlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit Tierwohl.
Damit erfüllen Heumilchbauern die Wünsche von Konsumenten/innen und Lebensmitteleinzelhandel im Besonderen.
Artenreiches Futter für genussvolle Produkte
Je höher der Artenreichtum im Futter ist, desto besser die Qualität und das Aroma der Milch. Das schmecken nicht nur unsere Kühe, auch zahlreiche Geschmackstests und Blindverkostungen kommen auf dieses Ergebnis.
Heumilchprodukte haben auch einen rund doppelt so hohen Wert an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren (CLA) wie herkömmliche Milchprodukte. Dies bestätigt eine Studie der Universität für Bodenkultur. Omega-3-Fettsäuren zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann. Da sie aber lebensnotwendig sind, müssen wir sie mit der Nahrung zuführen. Heumilchprodukte sollten daher in keinem Ernährungsplan als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung und eines gesunden Lebensstils fehlen.
Käsemeister schwören seit jeher auf die besondere Güte der Heumilch
Durch den konsequenten Verzicht auf vergorene Futtermittel kann Käse ohne Zusatz von Konservierungsmitteln und ohne intensive mechanische Behandlung hergestellt werden. Länger gereifte Käse lassen sich nur aus einem hochwertigen Rohstoff herstellen. Heumilch besitzt diese Eigenschaft und ist daher der ideale Rohstoff für Käsespezialitäten. So müssen Bergkäse mit dem EU-Schutz „g.U.“ – „geschützte Ursprungsbezeichnung“ - aus Heumilch hergestellt werden.
15 Jahre ARGE Heumilch Österreich: Absatz um 125 % gesteigert
„Die Heumilch ist eine rot-weiß-rote Erfolgsgeschichte und zeigt wie wichtig eine transparente Qualitäts- und Herkunftskennzeichnung ist. Seit 2016 besitzt die Heumilch als einziges österreichisches Produkt das EU-Gütesiegel g.t.S. – garantiert traditionelle Spezialität und ist somit Vorbild für viele Regionen“, erklärt Bundesministerin Elisabeth Köstinger. „Denn nur durch ein transparentes Qualitäts- und Herkunftssystem können wir das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten weiter ausbauen.“
Stetiger Aufwärtstrend der Heumilch
„Unsere wichtigsten Ziele beim Zusammenschluss von österreichischen Heumilchbauern und -Verarbeitern im Jahr 2004 waren die Erhöhung der Wertschöpfung für alle Partner, die Unterstützung für Heumilchbauern, Verarbeiter und Vermarkter sowie die Produktion von Spezialitäten mit hohem Wert für die Konsumenten. Da wir unsere gesteckten Ziele laufend übertroffen haben, können wir heute stolz auf eine österreichische Agrar-Erfolgsstory sein.“
Seit 2004 wurden Wertschöpfung, Absatz und Bekanntheit der Heumilch kontinuierlich erhöht. „Anlässlich unseres Jubiläums können wir eine sehr positive Bilanz ziehen - von den Absatzzahlen über die Wertschöpfung bis hin zum Bekanntheitsgrad. Die jährlich 510 Millionen Kilogramm Heumilch sind zu 100 Prozent in der Vermarktung.“
Besonders erfreulich habe sich im Laufe der letzten 15 Jahre der Heumilchzuschlag für die Bauern entwickelt: „Dieser hat sich seit dem Start der umfassenden Vermarktungsoffensi-ve im Jahr 2009 von weniger als 1 Cent auf 5 bis 7 Cent pro Kilogramm mehr als verfünffacht. Der Mehrwert für die Heumilchbauern liegt heute bei mehr als 26 Millionen Euro pro Jahr. Unser Ziel ist es, diesen Wert auf diesem hohen Niveau zu halten.“ Kontinuierlich zugelegt habe die Heumilch auch in puncto Absatz und Bekanntheit. Der Absatz an Heumilchprodukten im österreichischen Lebensmittelhandel hat sich im Zeitraum 2009 bis 2018 um 125 Prozent auf über 40.000 Tonnen erhöht – auf dem gesamten Milchmarkt sank er im gleichen Zeitraum um fünf Prozent. Rund 60 Prozent aller Heumilchprodukte werden exportiert.
Fruchtbringende Zusammenarbeit mit dem Handel
Wesentliche Erfolgsfaktoren für die positive Entwicklung der Heumilch seien die Innovationskraft und Kreativität der heimischen Verarbeiter sowie die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Handel. Während es vor 15 Jahren im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel nur wenige Heumilchprodukte gab, sind es heute bereits über 600. Erfreulich auch das Ergebnis einer „Consumer Connection Study” aus dem Jahr 2018, wonach die Bekanntheit von Heumilch und Heumilchprodukten in Österreich bei 82 Prozent liegt.
Weitere Ziele
Als Meilenstein im 15-jährigen Bestehen der ARGE Heumilch wird die Verleihung des EU-Gütesiegels g.t.S. – garantiert traditionelle Spezialität im Jahr 2016 bezeichnet. Das Siegel gewährleistet eine traditionelle Zusammensetzung bzw. ein traditionelles Herstel-lungsverfahren eines Lebensmittels. Dadurch erhielten Konsumenten noch mehr Garantie auf Qualität und Unverfälschtheit. Seit April 2019 ist auch Schaf- und Ziegen-Heumilch mit dem EU Gütesiegel g.t.S ausgezeichnet. Der eingeschlagene Weg werde auch in Zukunft fortgesetzt. Die österreichischen Heumilchbauern leisten dank der extensiven Bewirtschaftung der Grünlandflächen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt auf den heimischen Wiesen, Weiden und Almen. Außerdem trägt Heuwirtschaft maß-geblich zur Schonung wertvoller Ressourcen bei und setzt sich mit ihrer Kuhwohl-Initiative stark für Tierwohl ein. Themen, die jeden von uns angehen und auch künftig nicht an Aktualität verlieren werden.
Die Heumilch entwickelt sich somit zu einer rot-weiß-roten Erfolgsgeschichte
Für den Erfolg waren eine starke Kommunikationsoffensive über die Vorzüge von Heumilchprodukten Grundvoraussetzung. Eingesetzte Eigenmittel von Heumilchbauern und Verarbeitern, in Summe von 0,5 Cent / kg Heumilch x 500 Millionen kg / Jahr, kombiniert mit Mitteln der ländlichen Entwicklung (EU, Bund, Länder) ermöglichten eine Info-Kampagne.

Heumilch in den Nachbarländern

Länderübergreifende Zusammenarbeit Heumilch Österreich mit Heumilch Deutschland
Nach einiger Vorbereitungszeit und den nötigen Beschlüssen vom Vorstand ARGE Heumilch Österreich und ARGE Heumilch Deutschland wurde am 16.08.2019 der Kooperationsvertrag zur Zusammenarbeit zwischen ARGE Heumilch Österreich und Deutschland unterzeichnet.

Ziele der länderübergreifenden Kooperation zwischen Österreich und Deutschland

  • Die Vorzüge von Heumilchprodukten an den LEH und die Konsumenten/innen noch stärker zu kommunizieren.
  • Den Standard zu heben und entsprechend umzusetzen
  • Hohes Verbrauchervertrauen in Heumilchprodukte sicher zu stellen
  • Gemeinsame Basis ist das EU-Gütesiegel Heumilch g.t.S. (garantiert, traditionelle Spezialität)
  • Anpassungen Heumilchregulativ Österreich und Deutschland
  • Umsetzung Tierwohlstandard 120 Tage Auslauf
  • Nachhaltigkeitsthemen usw., also einheitlicher Standard
  • Marketingbeiträge Heumilchbauern und Verarbeiter über Kooperationsvertrag zu bündeln, damit mehr Kraft für die Marktbearbeitung
  • Abstimmung der gemeinsamen Marketingaktivitäten und Zielmärkte
  • Einreichung eines länderübergreifenden Förderprojektes für Kommunikation Heumilch am deutschen Markt direkt in Brüssel
  • Entscheidungsgremium für all diese Maßnahmen ist ein länderübergreifender Lenkungsausschuss zwischen Vertretern von Heumilch Österreich und Heumilch Deutschland
Somit können die Vorzüge von Heumilch national und auf gemeinsamen Exportmärkten und Lebensmittelmessen möglichst einheitlich kommuniziert werden.
Über die Heumilch
Die ARGE Heumilch Österreich vereinigt ca. 8000 Heumilch-Bauern und rund 60 Verarbeiter und ist die Nummer 1 bei der Erzeugung und Vermarktung von Heumilch. Weltweit einzigartig: Die Mitglieder der ARGE arbeiten nach einem strengen Regulativ, dessen Einhaltung von unabhängigen, staatlich zertifizierten Stellen kontrolliert wird. Nur Produkte mit dem Heumilch-Logo erfüllen diese sehr strengen Bestimmungen. Die besondere Wirtschaftsweise wurde nun mit dem EU-Gütesiegel g.t.S. – garantiert traditionelle Spezialität – ausgezeichnet. Heumilch g.t.S. steht für einen besonderen Schutz für noch mehr Qualität und Unverfälschtheit.
Karl Neuhofer - Biobauer und Obmann ARGE Heumilch Österreich
Verfahrenstechnik zur Heubelüftung und Ergebnisse zum Energieverbrauch
Verfahrenstechnik zur Heubelüftung
Die Verfahren zur Heubelüftung bzw. zur Unterdachtrocknung von Heu haben sich in den letzten 10 - 15 Jahren durch die Weiterentwicklung verschiedener Techniken stark geändert. Während in den 1980-er Jahren noch klassische Kaltbelüftungsanlagen oder Warmbelüftungsanlagen mit Luftanwärmung über eine Unterdachabsaugung oder mittels fossiler Energieträger gebaut wurden, hat sich heute sowohl wegen vorhandener Biogasanlagen bzw. deren Prozessabwärme, diverser Weiterentwicklungen im Bereich der Luftentfeuchtertechnik als auch durch die Nutzung von Wärmerückgewinnungstechniken einiges grundlegend gewandelt. Der eigentliche Kern einer Heubelüftungsanlage ist jedoch noch immer der Radialventilator. Dieser wurde mithilfe von Frequenzumformern und automatischen Steuerungsprogrammen energieeffizienter konzipiert. Durch den Einbau von temperatur- und feuchtigkeitabhängig gesteuerten Aktoren (Jalousien, Klappen) ist nunmehr eine vollautomatische Steuerung des Trockungsprozesses möglich. Dies erleichtert dem Landwirt die Bedienung und Kontrolle der Anlage sowie die Kontrolle des Trocknungsfortschritts.
Neuerungen beim Heukran
Neben einer vermehrten Nutzung von auf dem Hof vorhandener Abwärme, ebenso wie der Wärme aus am Hof vorhandenen Heizungen und der Steigerung der Energieeffizienz, wurden auch die Heukräne durch die Ausstattung mit mehreren unabhängigen hydraulischen Ölkreisen wesentlich schlagkräftiger bei der Ein-, Um- und Auslagerung des Belüftungsheus. Auch im Bereich der Arbeitssicherheit und beim Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat sich einiges getan. So bieten viele Hersteller mittlerweile eine geschlossene, vollklimatisierte Kabine des Heukrans an, was natürlich darüberhinaus den Arbeitskomfort erhöht.
Ziel-Trockenmassegehalte beim Einfahren
Lagen die angestrebten Zielwerte beim Einfahren bei den Trocknungsparametern der Kaltbelüftungsanlagen in den 80-er Jahren noch bei 75 % Trockenmassegehalt (TM-Gehalt), so ist es das Ziel mit heutiger Technik das Heu mit ca. 60 % TM-Gehalt in die Box zu bringen und es dann auf eine Lagerfeuchte von ca. 87 % TM-Gehalt zu trocknen. Somit kann das Anwelkgut mit geringen Bröckelverlusten geerntet werden und die Feldliegezeiten werden verkürzt. Mithilfe der modernen Technik ist es heute möglich, diesen Trocknungsprozess effizienter und damit schneller in maximal 40 bis 60 Stunden durchzuführen und z. T. auch etwas feuchtere Chargen mit TM-Gehalten von lediglich 55 % beim Einfahren zu trocknen.
Neuerungen bei den Energiequellen
Entscheidend hierfür ist, dass auch während der Nachtstunden eine ausreichende Energiequelle, sei es Prozessabwärme von einer Biogasanlage oder einem Hackschnitzelofen, gespeicherte Wärme z. B. von der Unterdachabsaugung oder einer Holzvergaseranlage, ein mit Strom betriebener Entfeuchter ggf. jeweils ergänzt durch eine Wärmerückgewinnungsanlage oder eine Kombination aus einigen der genannten Möglichkeiten zur Verfügung steht.
Neuerungen beim Bau
Der Boxenbau oder der Bau von Luftauslässen für Rundballen hat sich ebenfalls gewandelt. So ist heute eine Isolierung der Luftkanäle Standard und die früher üblichen Holzroste in den Belüftungsboxen wurden durch lose auf ein Trägergestell gelegte Baustahlmatten ersetzt. Bei Rundballenbelüftungen werden heute oft zentrische in Beton gegossene Ringe mit einer metallischen Querverstrebung eingebaut um Ballen mit verschiedenen Ballendurchmessern auf derselben Anlage belüften zu können.
Dimensionierung der Heubelüftung
Damit eine effiziente Trocknung gewährleistet werden kann, ist die richtige Dimensionierung der Heubelüftungsanlage anhand der auf dem eigenen Betrieb erzielbaren Erträge und des vorhandenen Tierbestands erforderlich. Dabei kann die Heutrocknungsanlage im Vergleich zu früher heutzutage individuell für jegliche Betriebsgröße konzipiert werden. Ziel muss es sein, den ersten und zweiten Schnitt in bis zu drei Chargen zu ernten und zu trocknen.
Aufgrund der genannten Neuerungen und den damit einhergehenden verfahrenstechnischen Änderungen wurde eine Heubelüftungsversuchsanlage konzipiert, mit der ein Vergleich der aktuell konkurrierenden Systeme durchgeführt werden kann.
Zielsetzung der Heubelüftungsversuchsanlage
Zur Effizienz (Energieverbrauch, Trocknungsdauer, usw.) dieser neuen Techniken stehen bis auf wenige Ausnahmen (Pöllinger, 2014) bis dato nur Firmenangaben zur Verfügung. Ziel ist es daher, mit der Heubelüftungsversuchsanlage und auf Praxisbetrieben Daten zur Effizienz dieser neuen Belüftungstechniken zu erfassen und die Steuerung des Belüftungsprozesses zu analysieren sowie zu optimieren. Dazu werden vergleichende Untersuchungen an der Heubelüftungsversuchsanlage in Hübschenried (Bayerische Staatsgüter, BaySG) mit den zwei im Rahmen der Energieeffizienzförderung geförderten Techniken, der Luftentfeuchtertrocknung mit Umluftverfahren und der Warmlufttrocknung mit Wärmerückgewinnungsanlage (WRG) durchgeführt. Weiterhin werden auf Praxisbetrieben mit vergleichbaren Techniken Daten zum Energieverbrauch sowie zur Futterqualität erhoben. Resultierend aus diesen Ergebnissen sollen Richtlinien für die landwirtschaftliche Praxis erarbeitet werden, um z. B. Hilfestellung zu Fragen der nötigen Schlagkraft und Effizienz zu geben. Darüber hinaus sollen sozioökonomische Kennzahlen der Praxisbetriebe untersucht und anhand der erhobenen Daten zu Investitionsvolumina i. a. bezüglich des Risikos für den Betriebszweig Milchproduktion eingeordnet werden.
Material und Methoden
Am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Achselschwang der BaySG (Betriebsteil Hübschenried) wurde zur Analyse der Effizienz verschiedener Heubelüftungstechniken eine Versuchsanlage (c. p.) mit zwei identischen Boxen (30 m²) auf je vier Wiegezellen, vergleichbaren Luftführungssystemen und identischen Radialventilatoren (Typ RVN 630-35/10, 7,5 kW, Hersteller/ Vertrieb Fa. GB Birk) konstruiert. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten vor Ort konnte zunächst für keine der beiden Boxen eine solare Erwärmung der Luft über eine Unterdachabsaugung realisiert werden, weshalb an Schönwettertagen nur die Außenluft unter einem südlich ausgerichteten Vordach zur Trocknung genutzt werden konnte. Mit der Installation eines Wärmeregisters im Jahr 2019 ist nun die Simulation der Unterdachabsaugung möglich.
Belüftungstechnik der Heubelüftungsversuchsanlage
In einer Box wird das Heu mithilfe eines Luftentfeuchters (Typ Agrifrigor HT 60, 12 kW, Hersteller/ Vertrieb Fa. FrigorTec GmbH) im Umluftverfahren getrocknet. In der zweiten Box wird das Heu mithilfe von Abwärme (simuliert mittels Heizmobil-Kofferanhänger, 300 kW, Hersteller/ Vertrieb Fa. Mobiheat, Warmwasserheizregister 380 kW, Hersteller/ Vertrieb Fa. Heribert Waltinger GmbH) getrocknet. Dabei steht zusätzlich eine Wärmerückgewinnungsanlage (Typ ERC-T 30/56, Hersteller/ Vertrieb Fa. Arwego – Armin Schneider e. K.) zur Verfügung, mit der die Zuluft über die warme Abluft angewärmt wird.
Versuchsdurchführung in der Heubelüftungsversuchsanlage im Jahr 2018
Die Heubox mit Luftentfeuchter wurde im Rahmen zweier Versuche im Juli und Oktober 2018 zur Trocknung des dritten und fünften Schnitts Grünland (Bergung am 13.07.2018 und 11.10.2018) eingesetzt. Die Box mit Abwärmenutzung und WRG wurde im Juli 2018 (Bergung am 13.07.2018) getestet. Bei den Versuchen 2018 wurde nur während der Beschickung der Heuboxen mit „unbehandelter“ Außenluft belüftet. Anschließend wurden auf beide Boxen speziell angefertigte Hauben gesetzt, um einen Luftmassenaustausch der unterschiedlichen Trocknungssysteme zu verhindern, und um eine effiziente Luftumwälzung durch den Luftentfeuchter und die WRG zu gewährleisten. Fortan wurde in der Box mit Luftentfeuchter im Dauerumluftbetrieb sowie in der Box mit Wärmetauscher (WT) und WRG im Dauer-WRG-Betrieb weitergetrocknet. Mithilfe einer umfangreichen Messtechnikausstattung wurden dabei der Energieverbrauch und der Trocknungsverlauf erfasst.
Eingefahrene Erntemengen im Jahr 2018
Beim ersten Versuch im Juli 2018 lag der Ausgangs-TM-Gehalt in der Heubox mit Luftentfeuchter bei 71,3 % TM-Gehalt und damit etwas niedriger als in der Heubox mit (simulierter) Abwärmenutzung über einen WT und eine WRG (73,5 % TM-Gehalt). Beim zweiten Versuch lag der Ausgangs-TM-Gehalt in der Heubox mit Luftentfeuchter bei 70,7 % TM-Gehalt. Für die befüllten Heuboxen wurde der Energieverbrauch bis zu einem Ziel-TM-Gehalt von mindestens 86 % dargestellt bzw. ermittelt. Der Energieverbrauch für die in der Praxis notwendige Nachbelüftung wurde 2018 nicht berücksichtigt, da in der Praxis dafür i. d. R. die solar angewärmte Luft aus der Unterdachabsaugung verwendet wird und dadurch nur ein geringer, im Vergleich zum Gesamtenergieverbrauch vernachlässigbarer Energieverbrauch für den Radialventilator anfällt. In der Heubox mit Luftentfeuchter wurden im Juli 2018 rund 4.990 kg und im Oktober 2018 etwa 3.190 kg Grasanwelkgut getrocknet. In der Heubox mit WT und WRG waren es im Juli 2018 rund 4.760 kg Grasanwelkgut die getrocknet wurden. Die eingefüllte Anwelkgutmenge entsprach somit einem „Wasserdeckel“ von 47,7 und 31,2 kg Wasser/ m² Boxenfläche in der Heubox mit Luftentfeuchter sowie 42,1 kg Wasser/ m² in der Heubox mit WT und WRG.
Versuchsdurchführung in der Heubelüftungsversuchsanlage im Jahr 2019
Während der Versuchsreihe mit der Heubelüftungsversuchsanlage im Jahr 2019 wurde beim Einfahren mit Außenluft belüftet. In den Abendstunden wurden die Hauben auf die Heuboxen gesetzt und bei der Heubox mit Luftentfeuchter im Umluftbetrieb weitergetrocknet bzw. in der Heubox mit WT und WRG somit die WRG durch die gezielte Abluftführung aktiviert und mit WT und WRG weitergetrocknet. Tagsüber wurden die Hauben wieder von den Heuboxen genommen und mit Außenluft, die um durchschnittlich 5 - 6 °C angewärmt wurde getrocknet. Somit wurde eine Unterdachabsaugung bei beiden Heuboxen simuliert.
Versuchsdurchführung auf Praxisbetrieben im Jahr 2019
Neben den Versuchen zum direkten Vergleich der Techniken in der Heubelüftungsversuchsanlage wurden zwei Praxisbetriebe, einer mit einem Luftentfeuchter und einer mit einem Luftentfeuchter kombiniert mit Kreuzstromplattenwärmetauscher ausgewählt sowie mit vergleichbarer Messtechnik ausgestattet, so dass seit dem 1. Schnitt 2019 Daten zum Energieverbrauch und zur Effizienz dieser Anlagen erfasst wurden.
Ergebnisse und Diskussion – Energieverbräuche im Jahr 2018
Der Energieeinsatz für die Trocknung mittels (simulierter) Abwärmenutzung mit WT und WRG lag unter den spezifischen Bedingungen im Juli 2018 bei etwa 1,18 kWh pro kg Wasserentzug. Im Vergleich zur Energieeffizienzförderung (BLE, 2017) lag der Energieverbrauch dabei etwas höher (Abb. 1). Für die Trocknung mit Luftentfeuchter im Juli 2018, wurden 0,65 kWh pro kg Wasserentzug aufgewandt. Bei der Trocknung mit dem Luftentfeuchter im Oktober 2018 ergab sich ein niedriger Energiebedarf in Höhe von 0,51 kWh pro kg Wasserentzug. Beim Vergleich mit der Energieeffizienzförderung (BLE, 2017, BMEL, 2016) lagen beide Werte im Bereich des angestrebten Zielwerts für eine 100 % technische Trocknung mit energieeffizienten Systemen.
Ergebnisse und Diskussion – Energieverbräuche im Jahr 2019
Bei der Versuchsreihe im Jahr 2019 mit der Heubelüftungsversuchsanlage zeigte sich jedoch, dass sowohl mit Luftentfeuchter als auch mit WT und WRG der Referenzwert von 0,31 kWh pro kg Wasserentzug eingehalten werden kann. Der leicht gegenüber der BLE erhöhte Energieverbrauch im Juni 2019 resultierte daher, dass aufgrund des relativ großen Wasserdeckels von 125 kg/ m² Boxenfläche sehr viel Wasser zu entziehen war.
Vergleicht man die von Pöllinger (2014) gemessenen Werte bei einer Entfeuchtertrocknung mit den Vorgaben der Energieeffizienzförderung (BLE, 2017; BMEL, 2016), so liegt der Energieverbrauch im Mittel trotz energieeffizienter Technik beim erwarteten Wert für die Trocknung z. B. mit Abwärme. Die Spanne vom minimalen (0,17 kWh) Energieverbrauch bis zum maximalen (0,79 kWh) Energieverbrauch zeigt jedoch, dass je nach Einsatzbedingungen sehr große Unterschiede möglich sind. Dies spiegelt sich sowohl bei den Ergebnissen der Praxisbetriebe als auch in den Energieverbräuchen in der Heubelüftungsversuchsanlage wider.
Ergebnisse und Diskussion zur Futterqualität
Neben dem Stromverbrauch ist auch die Futterqualität des Belüftungsheus entscheidend. Der Aufwand bei der Ernte, Einlagerung und Konservierung des Belüftungsheus wird i. d. R. mit einer höheren Milchleistung aus dem Grundfutter entlohnt. Bedingt durch den hohen Anteil an pansenstabilem Eiweiß (UDP) - Belüftungsheu weist ähnlich wie Grascobs oder Trockengrün einen Anteil von bis zu 40 % UDP auf - erhöht sich die Passagerate durch den Pansen, was eine höhere Grundfutteraufnahme zur Folge hat. Die Gehalte an UDP schwanken je nach Schnitt zwischen 30 - 35 % (Abb.3.). Es ist kein Unterschied bezüglich der eingesetzten Technik festzustellen.
Fazit
Der Einsatz moderner Techniken zur Heutrocknung verlangt einiges an Know-how von Seiten des Anlagenbetreibers, genauso wichtig ist hierbei auch die exakte Steuerung mittels Temperatur- und Feuchtesensoren um mit möglichst geringem Energieaufwand qualitativ hochwertiges Belüftungsheu zu produzieren.
Im Schnitt wurde bei der Trocknung inklusive Nachbelüftung etwa 0,5 kWh/kg Wasser benötigt. Der Gesamtenergieverbrauch differierte zwischen den Betrieben und der Heubelüftungsversuchsanlage. Beim ersten Schnitt im Mai bei Betrieb A lag er etwa bei 21,1 kWh pro dt TM Heu bzw. im Juni bei 9,11 kWh pro dt TM Heu. Demgegenüber betrug er bei Betrieb B 8,55 kWh pro dt TM Heu. Bei richtiger Steuerung der Technik kann der angestrebte Wert von 0,31 kWh pro kg Wasserentzug bei der Nutzung von energieeffizienter Trocknungstechnik erreicht und teilweise sogar unterschritten werden. Die Heutrocknung bringt die Gewinnung eines qualitativ hochwertigen Futters mit hohen Gehalten an pansenstabilem Eiweiß.
M. Hofmann und S. Thurner, LfL, Institut für Landtechnik und Tierhaltung, Freising
Bericht eines Heumilchbetriebes mit Vermarktung über Herrmannsdorfer Landwerkstätten
Betriebsspiegel Betrieb Stadler
Der Heumilchbetrieb im Kreis Rosenheim liegt auf 520m über NN und unsere Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 7,5°C. Der Jahresniederschlag hat in den letzten Jahren sehr geschwankt und befand sich zwischen 900l und 1200l. Bedingt durch unsere Lage im Voralpenland ist der Hof immer wieder warmen Föhnwinden vom Inntal kommend ausgesetzt.
Flächenausstattung
Der Betrieb bewirtschaftet insgesamt 60, 20 ha; davon sind 18,79 ha Acker und 0,8ha Forst (Wald) und ca. 0,9ha sind Hoffläche. Die Grünlandfläche umfasst 41,39 ha, welche sich wiederum in 24,71 ha Mähweide und 16,68 ha Wiesen aufteilt. Das Grünland wird zur Bergung von den 5 Schnitten Heu und Grummet verwendet, das sind pro Schnitt etwa 24,8ha. Davon wird nur ein geringer Teil bodengetrocknet; der größte Teil geht in die eigene Heutrocknungsanlage, die seit 2017 in Betrieb ist.
Die Kleegrasfläche von ca. 16 ha wird jährlich in fünf Schnitten gemäht und nach der Bergung zu Heu und Grummet in unserer Heutrocknungsanlage weiterverarbeitet. Beim Mais wurde 2019 2,7 ha angebaut. Dieser wurde anteilig sowohl als Frischmais gehäckselt und verfüttert als auch anteilig als Körnermais gedroschen und in der eigenen Trocknungsanlage getrocknet. Die sonstigen Flächen sind in unseren Betrieb nur Forstflächen und Hoffläche.
Weidemanagement
Die Weide ist mit einer Gesamtfläche von 16,6ha die ganze Saison von Milchkühen, Jungvieh und Kälber genutzt. Die Weidenfläche ist über den Großteil des Jahres gleich verteilt; nur im Herbst wird die beweidete Fläche um 3,5ha größer, da dann der Ertrag jahreszeitlich bedingt sinkt und dann Heuschnittwiesen zusätzlich zu Weidefläche umfunktioniert werden. Der Ackerbau dient ausschließlich der Tierhaltung.
Bereits seit Ende der 40er Jahre ist Weidegang für unsere Tiere möglich. Im Rahmen der Flurbereinigung 1957 wurden Flächen zugekauft, der Tierbestand vergrößert und auf Ganztagesweide umgestellt.
Umstellung auf Bio
Im Jahre 1988 wurde der Betrieb auf Initiative der Herrmannsdorfer Landwerkstätten auf biologische Bewirtschaftung umgestellt und die Milch an diese vermarktet. Aufgrund der standortangepassten Bewirtschaftungsweise treten heute kaum Problempflanzen wie Ampfer auf.
Hof und Tierbestand
Der Hof mit Milchviehaltung wird aktuell vom Betriebsleiterehepaar Stadler geführt. Die vier Söhne und der Senior wirken tatkräftig mit. Der Heumilchbetrieb ist Mitglied im Verband Biokreis.
Unser aktueller Tierbestand sind 60 Milchkühe, 15 weibliche Kälber bis 0,5 Jahre, drei männliche Kälber, 14 weibliche Tiere im Alter von 0,5 bis zu einem Jahr, Jungvieh mit einem bis zwei Jahren haben wir 25 Stück und bei den Kalbinnen über 2 Jahren sind es 17 Tiere. Dazu kommt ein Ochse, der zur Fleischgewinnung zum Eigenverbrauch aufgezogen wird. Die Tiere sind behornt.
Die wichtigsten Gebäude sind der Milchkuh- und Jungviehstall, die Heutrocknungshalle, vier Güllegruben, mehrere Maschinenhallen und Feldstadel, das Wohnhaus und die Betriebsleiterwohnung, sowie der alte Kuhstall.
Innere Verkehrslage
Die innere Verkehrslage ist sehr gut, da die eigenen Flächen alle in der unmittelbaren Nähe (Umkreis < 2 km) zur Hofstelle liegen. Außerdem sind fast alle Flächen nahezu arrondiert. Das bringt erhebliche Vorteile bei der Heuwerbung, da man keine hohen Umsetzzeiten beim Mähen, Zetten, Wenden und Schwadern hat. Die Pachtflächen befinden sich ebenfalls im Umkreis von 2 km.
Gebäudesituation
Das Bauernhaus liegt in der alten Hofstelle mitten im Ort. Aufgrund der Lage und etwaiger renovierungsbedürftiger Stallungen entschied man sich für einen Neubau am Ortsrand. Freigewordene Pachtfläche verbesserte die Situation, so dass nunmehr der neue Milchviehstall in etwa 500m Entfernung vom Wohnhaus liegt. Das Jungvieh ist aktuell noch im alten Stall. Ab Frühjahr 2020 ist geplant, dass das Jungvieh auch zu den Milchkühen raus in den neuen Stall kommt. Die neue Heutrocknung ist ebenfalls 500m entfernt. Weiter geplant sind eine neue Maschinenhalle, eine Werkstatt, ein Körnerlager und ein neues Wohnhaus. Mit meinem Sohn ist auch die Betriebsnachfolge künftig gesichert.
Umstellung auf Heutrocknung
Unser Grundfutter lagern und trocknen wir in unserer Trocknungs- und Bergehalle. Die Ursachen für die Investition in die Heutrocknungshalle sind vielfältig. Zum einem musste aufgrund des geplanten Stallneubaus ein Futterlager geschaffen werden, zum anderen lag der Fokus immer schon auf „Heutrocknung“. Darüber hinaus bekundete mein Bruder Interesse daran Heumilch zu Käse zu verarbeiten. Das Heu und Grummet wird dort lose gelagert. In den Boxen haben bis zu3.960m³ Heu und Grummet Platz. Der Platz ist in 3 große Boxen mit jeweils 240m² Trocknungs- und Befüll Platz mit Maß 12m x 20m x 5,5m und eine kleine mit 120m² mit den Maßen 12m x 10m x 5,5m aufgeteilt. Das Befüllen und Entnehmen wird mit einem Kran (Tayfun) gemacht.
Außerdem haben wir noch ein Kraftfutter und/oder Bruch Hochsilo stehend 12t. Dass befüllen wird hierbei mit einem Gebläse gemacht. Zusätzlich ist im Altgebäude noch die Hochtenne als Lagerraum zu benutzen.
Josef und Hubert Stadler, Heumilchbetrieb, Kreis Rosenheim
Rundballenwagen und -presse auf Rasen

Rundballenwagen und -presse

Rundballenpresse auf Rasen

Rundballenpresse

6 Personen stehen vor Plakat

Die Referenten des Info-Tags

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung

Mehrere Personen stehen an Firmenständen

Firmenausstellung