Teller versus Trog: Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Tier messen

Warum ist das Thema relevant?
Nutztiere werden mit vielen Futtermitteln gefüttert, die grundsätzlich vom Menschen verzehrt werden könnten. Vor allem die Tatsache, dass etwa die Hälfte des Getreides in Deutschland für die Tierfütterung genutzt wird, ist für viele zunächst schockierend. Daraus entsteht die Frage: Stehen wir in Konkurrenz zu unseren Nutztieren ("Teller vs. Trog”)?
Wie kann man Nahrungskonkurrenz messen?
Dafür eignet sich das sogenannte “hef-System”, welches von verschiedenen Wissenschaftlern entwickelt wurde. “Hef” ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für 'human edible fraction'.
Was bedeutet 'human edible fraction' konkret?

Die 'human edible fraction' (hef) beschreibt den Anteil eines Futtermittels, der grundsätzlich auch für die menschliche Ernährung geeignet wäre. Damit lässt sich abschätzen, wie stark ein Futtermittel mit der menschlichen Ernährung konkurriert.
Der hef-Wert wird auf einer Skala von 0 bis 100 % angegeben. Ein hef-Wert von 100 % bedeutet, dass das Futtermittel vollständig für die menschlichen Ernährung zur Verfügung steht. Ein hef-Wert von 0 % kennzeichnet dagegen Futtermittel, die vom Menschen praktisch nicht verzehrbar sind.
Der hef-Wert wird auf einer Skala von 0 bis 100 % angegeben. Ein hef-Wert von 100 % bedeutet, dass das Futtermittel vollständig für die menschlichen Ernährung zur Verfügung steht. Ein hef-Wert von 0 % kennzeichnet dagegen Futtermittel, die vom Menschen praktisch nicht verzehrbar sind.
Wie ermittelt man den hef-Wert eines Futtermittels?

Der hef-Wert ist kein fixer, allgemeingültiger Wert. Er hängt ab vom Stand der Technik, der Verarbeitung, der Verfügbarkeit von Lebensmitteln sowie von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Szenario "Status quo" (engl. current) beschreibt jenen Anteil eines Futtermittels, der mit dem heutigen Stand der Technik realistisch für die menschliche Ernährung nutzbar wäre.
Was bringt der hef-Wert für die Praxis?
Durch die gezielte Optimierung von Futterrationen mithilfe des hef-Systems, lässt sich die Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Tier verringern. Denn das Thema Nachhaltigkeit im Bereich der Fütterung umfasst nicht nur den CO2-Fußabdruck, sondern noch weitere Aspekte. Dazu zählt auch das Thema Nahrungskonkurrenz.
Folgende hef-Werte werden derzeit von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zur Berechnung der Nahrungskonkurrenz genutzt:

