Verarbeitetes Protein aus Insektenlarven im Futter von Schweinen

Braunes Pulver aus Insketenlarven

Verarbeitetes tierisches Protein aus Insektenlarven

Seit 2021 ist die Fütterung von verarbeitetem tierischem Protein (VTP) aus Nutzinsekten an Schweine zugelassen. Mittlerweile erzeugen einige schweinehaltende Betriebe selbst Insektenlarven, vornehmlich die der Schwarzen Soldatenfliege oder planen in diesen Betriebszweig einzusteigen.
Grundsätzlich gibt es zwei Wege, Insekten in der Fütterung von Schweinen einzusetzen. So können einerseits lebende Larven direkt verfüttert werden, andererseits ist es auch möglich, VTP aus den Insekten einzusetzen.
In der vorliegenden Studie wurde in zwei Versuchsdurchgängen geprüft, welche Auswirkungen der Einsatz von VTP aus den Larven der Schwarzen Soldatenfliege beim Ferkel hat.

Versuchsdurchführung

Beide Versuche wurden 2025 am Ausbildungs- und Versuchszentrum des Staatsgut Schwarzenau der Bayerischen Staatsgüter durchgeführt. Es kamen jeweils schwanzkupierte Absetzferkel der Genetik Pi x (DL x DE) zum Einsatz, die gleichmäßig nach Geschlecht, Körpermasse und Abstammung auf die einzelnen Fütterungsgruppen aufgeteilt wurden. Die Tiere wurden auf Spaltenboden ohne Einstreu gehalten. Die Körpermassen wurden wöchentlich am Einzeltier erfasst. Die Versuche gliederten sich in zwei Fütterungsabschnitte mit jeweils 3 Wochen Dauer.

Versuch 1

Für Versuch 1 wurden 96 Tiere ausgewählt und vier Futtergruppen zugeteilt. Gefüttert wurde über Abrufstationen mit integrierter Futterverwiegung für das Einzeltier. Zur Gewöhnung an die Abrufstationen wurde eine Adaptionsphase von fünf Tagen vorgeschaltet.

Fütterungsgruppen von Versuch 1

  • Kontrolle
  • IP2: 2 Prozent VTP in der Ration
  • IP4: 4 Prozent VTP in der Ration
  • IP6: 6 Prozent VTP in der Ration

Versuch 2

Versuch 2 wurde unter praxisnahen Bedingungen mit breiförmigem Futter am Kurztrog durchgeführt. Dazu wurden 192 Tiere in 16 Buchten zu je 12 Tieren gehalten. Die Futterzuteilung erfolgte mittels einer Spotmix-Fütterungsanlage für jede Bucht.

Fütterungsgruppen von Versuch 2

  • Kontrolle
  • IP2: 2 Prozent VTP in der Ration

Ergebnisse

Versuch 1

Aufzuchtleistung
Bei den täglichen Zunahmen ließen sich in beiden Auswertungsphasen und im Mittel des Versuchs keine signifikanten Unterschiede absichern. Mit jeweils 488 Gramm wurden in der Kontroll- und IP6-Gruppe gleich hohe tägliche Zunahmen festgestellt. In den Gruppen IP2 und IP4 lagen die täglichen Zunahmen numerisch um 23 Gramm (IP2) beziehungsweise. 13 Gramm (IP4) höher. Nebenstehendes Diagramm zeigt den Verlauf der Körpermasseentwicklung der Versuchstiere der vier Fütterungsgruppen.
Futterverbrauch
Auf den Futterverbrauch pro Tier und Tag zeigten sich ebenfalls in beiden Auswertungsphasen und im Mittel des Versuchs keine signifikanten Effekte. Im Mittel wurden zwischen 815 Gramm (Kontrolle) und 876 Gramm (IP4) Futter pro Tier und Tag aus den Stationen abgerufen. Nebenstehendes Diagramm zeigt den Futterverbrauch pro Tier und Tag in den einzelnen Wochen.
Futteraufwand
In beiden Auswertungsphasen sowie im Mittel des Versuches zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede beim Futteraufwand pro Kilogramm Zuwachs. So war dieser im Mittel des Versuchs in den Gruppen IP4 und IP6 mit jeweils 1,74 Kilogramm absolut an höchsten und unterschied sich zur Gruppe IP2 mit 1,64 Kilogramm signifikant. In der Kontroll-gruppe belief sich der Futteraufwand auf 1,67 Kilogramm pro Kilogramm Zuwachs.

Versuch 2

Aufzuchtleistung
Bei den täglichen Zunahmen ließen sich in beiden Fütterungsphasen und im Mittel des Versuchs keine signifikanten Unterschiede absichern. Im Mittel der Aufzucht beliefen sich die täglichen Zunahmen auf 501 Gramm in der Kontroll- und auf 486 Gramm in der IP2-Gruppe. Nebenstehendes Diagramm zeigt den Verlauf der Körpermasseentwicklung der Versuchstiere der beiden Fütterungsgruppen.
Futterverbrauch
Auf den Futterverbrauch pro Tier und Tag zeigten sich ebenfalls in beiden Phasen und im Mittel des Versuchs keine signifikanten Effekte. Im Mittel wurden 779 Gramm in der Kontroll- und 736 Gramm in der IP2-Gruppe pro Tier und Tag verbraucht. ebenstehendes Diagramm zeigt den Futterverbrauch pro Tier und Tag in den einzelnen Wochen.
Futteraufwand
In beiden Fütterungsphasen sowie im Mittel des Versuches zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede beim Futteraufwand pro kg Zuwachs. So lag der Futteraufwand im Mittel des Versuchs bei 1,58 Kilogramm in der Kontroll- und bei 1,56 Kilogramm in der IP2-Gruppe

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Das Einmischen von 2 bis 6 Prozent VTP aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege in Ferkelaufzuchtrationen zeigte in der vorliegenden Studie keine signifikant verbesserten Leistungen. In beiden Versuchen wurde das VIP im Austausch gegen Sojaextraktionsschrot eingesetzt. Auf Grund der hohen Kosten für das VTP, zu Versuchsbeginn betrugen diese 210 € pro Dezitonne, erübrigt sich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Beim Einsatz von tierischen Proteinen wären gegebenenfalls noch Effekte auf das Tierverhalten (Schwanzbeißen) zu diskutieren. Demgegenüber stehen jedoch die Haltungsbedingungen. Neben einer beheizten Liegefläche wiesen die Buchten keine weitere Strukturierung auf, was die Haltung von nicht kupierten Tieren problematisch macht.