Forschungs- und Innovationsprojekt
Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau und Bioökonomie

Die moderne Landwirtschaft ist einem stetigen Wandel unterlegen. Energiepflanzen zur Biomassegewinnung zählten vor einigen Jahren noch zu den großen Neuerungen in der Pflanzenproduktion, haben sich mittlerweile aber als gängige Fruchtfolgenbestandteile etabliert. Zudem wird das Spektrum der bioökonomisch genutzten Pflanzen durch den verstärkten Bedarf an Nachwachsenden Rohstoffen ständig erweitert, wodurch immer wieder neue Kulturen Einzug in die landwirtschaftliche Praxis erhalten. Dabei spielt auch die Verknüpfung von Landwirtschaft und Umweltschutz sowie die damit verbundene Förderung der Biodiversität eine wichtige Rolle.

Intensive Forschung auf neuen Wegen

An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wird deshalb seit einigen Jahren intensiv an diesem Zusammenhang geforscht. Nahrungsangebot für Insekten, Schutzmöglichkeiten für Wildtiere und nicht zuletzt auch der ästhetische Aspekt finden hierbei Berücksichtigung. Ein entscheidendes Element der Forschung stellt diesbezüglich die breit gefächerte Veröffentlichung der Ergebnisse dar. Um praktizierende Landwirte und Berufsgruppen in vor- und nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft sowie auch die interessierte Bevölkerung über diese Themen zu informieren und über die Auswirkungen zu sensibilisieren, wurde mit dem Projekt „Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau und Bioökonomie“ ein wichtiges Instrument des Wissenstransfers geschaffen.

Wissenswertes zum Projekt

Bayernkarte mit Standorten und LogosZoombild vorhanden

Standorte der Demozentren in Bayern

Seit vielen Jahren werden an den bayerischen Forschungseinrichtungen Pflanzenbauversuche zu den verschiedensten Themen durchgeführt. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und das Technologie- und Förderzentrum haben sich 2013 entschlossen, Forschungsergebnisse zum Schwerpunkt Energiepflanzenbau und Biomassegewinnung zu bündeln und in anschaulicher Form der breiten Öffentlichkeit zu demonstrieren. Daraus ist zunächst das Projekt „Informations- und Demonstrationszentrum Energiepflanzenanbau“ entstanden. Ziel war es, die ganze Bandbreite an möglichen Substraten zur Biogasproduktion in einem praxisnahen Anbau darzustellen, um die Biogasfruchtfolge vielfältiger und nachhaltiger gestalten zu können. Berücksichtigung fanden dabei sowohl einjährige als auch mehrjährige Pflanzen. Im Laufe der Jahre wurde das Kulturspektrum ständig erweitert, sodass in der neuen Projektphase ab 2019 die Bioökonomie mit Faserpflanzen und Heil- und Gewürzpflanzen sowie auch die Biodiversität mit verschiedenen Blühmischungen einbezogen wurden.

Bayernweite Demozentren zum selbstständigen Erkunden

Das Projekt konnte mittlerweile an insgesamt sieben Standorten in ganz Bayern verwirklicht werden (siehe Karte). Damit besteht nicht nur die Möglichkeit, die Kulturen unter verschiedenen Mesoklimaten und Bodengegebenheiten zu zeigen, sondern auch ein großes Publikum zu erreichen. Die Flächen der Demozentren können ganzjährig besucht werden. Dabei ist das Betreten der Flächen und selbständige Erkunden der ausgestellten Pflanzen ausdrücklich erwünscht. Neben den Kulturschildern gibt es am Eingang auch eine Informationstafel zum Projekt und Flyer zu jeder ausgestellten Feldfrucht. Mit dem bereitgestellten Energiepflanzenquiz kann man vor Ort die neu gewonnen Erkenntnisse unter Beweis stellen. Einmal pro Jahr wird an jedem Standort ein Feldtag organisiert, an dem die Wissenschaftler dem Publikum die Kulturen und deren Verwertung näher bringen. Zudem wird das Projekt auf zahlreichen Ausstellungen und Messen präsentiert. Auf Wunsch werden auch exklusive Führungen durch den Schaugarten angeboten. So lädt das Feldfrucht – Paradies jeden zum Verweilen, Schauen und Staunen ein.

Mitwirkende Forschungseinrichtungen am Kooperationsprojekt

  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising
  • Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim
  • Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) Straubing

Das erwartet Sie auf der Fläche…

Blick auf Demoflächen verschiedener EnergiepflanzenZoombild vorhanden

Demoanlage mit Kulturschildern

Auf den übersichtlich gestalteten Demoflächen sind blockweise angeordnet Kulturen zu den Themen Energiepflanzen, Bioökonomie und Biodiversität zu finden. Interessant zeigen sich dabei die Dauerkulturen zur Biomassebereitstellung, wie Durchwachsene Silphie, Sida oder Riesenweizengras. Allerdings werden auch klassische einjährige Feldfrüchte zur Verwendung als Biogassubstrat präsentiert. Dazu zählen neben Mais und Hirse verschiedene Wintergetreidearten zur Ganzpflanzensilage (GPS) - Nutzung, die je nach Art bis Ende Juni vertreten sind.

Große Vielfalt an alten und neuen Kulturen

Ein weiterer Teil der Demofläche behandelt unterschiedliche Anbausysteme. Zweikulturnutzungssysteme mit Sommergetreidearten wie beispielsweise Hafer und Sommertriticale sowie auch Buchweizen und Quinoa werden ebenso gezeigt wie verschiedene Mischungen von Kulturen. Zu letzteren gehören Kombinationen aus Mais mit Stangenbohnen, Triticale mit Erbse, Roggen mit Wicken oder Getreide mit Untersaaten. Diese Mischungen dienen der Erhöhung der Artenvielfalt und bieten durch blühende Bestandteile eine Nahrungsgrundlage für Insekten.
Das gleiche Ziel verfolgt der Anbau von Blühmischungen. Angepasst an die jeweiligen Verwertungswege und gewünschten Eigenschaften, werden verschiedene Zusammensetzungen von Stauden und weiteren Kulturen mit großer Blütenvielfalt veranschaulicht. Diese massenwüchsigen Wildpflanzenmischungen dienen nicht nur als Pollen- und Nektarlieferant bzw. Deckungskulisse für das Niederwild sondern auch zur Produktion von Biomasse. So können die Blühmischungen für eine wertvolle Ergänzung in Biogasfruchtfolgen sorgen.

Bioökonomie als Teil der neuen Projektphase

Durch die Neuaufstellung des Projekts im Jahr 2019 wurden unter anderem mit Fenchel, Schnittlauch, Bohnenkraut, Öllein und Malve die Heil- und Gewürzpflanzen aufgegriffen. Weitere neue Elemente der Bioökonomie in den Schauflächen bilden die Faserpflanzen Leindotter und Fasernessel. Diese Kulturen bezeichnen Nischenprodukte der Landwirtschaft, welche im Zuge der Stärkung der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen an Bedeutung gewinnen.
Je nach Jahreszeit variiert somit das dargebotene Kulturspektrum im Rahmen des Demozentrums. Daher kann auch bei jedem Besuch wieder etwas Neues entdeckt werden. Erkunden Sie die Demoflächen und erfahren Sie, was die Vielfalt der Landwirtschaft alles zu bieten hat.

Veranstaltungen

Ziel des Projekts ist der Transfer von Wissen über verschiedene Kanäle an unterschiedlichste Interessensgruppen. Deshalb werden an jedem der sieben Standorte jährliche Feldtage organisiert, an denen sich Landwirte, Jäger, Imker und alle interessierten Bürger über die ausgestellten Kulturen ausführlich informieren können. Zudem zählen Infoständen und Vorträgen an Ausstellungen und Messen zu den wichtigsten Komponenten des Projekts. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über vergangene und anstehende Veranstaltung des „Informations- und Demonstrationszentrums Energiepflanzenanbau und Bioökonomie“.

Veranstaltungen 2020

Aufgrund der Corona – Krise mussten wir leider unsere geplanten Feldtage und größeren Veranstaltungen für das Jahr 2020 an allen Standorten absagen. Die Demoflächen sind aber weiterhin geöffnet und können jederzeit selbstständig erkundet werden. Kulturtafeln und Informationsmaterial vor Ort helfen Ihnen sich zurechtzufinden. Zudem gibt es ein Energiepflanzenquiz mit Fragen rund um die Demoanlage. Durch eine erfolgreichen Teilnahme können Sie sich eines unserer Energiepflanzenquartetts und weitere kleine Preise sichern.

Trotz Corona konnten wir allerdings kleinere Feldführungen unter den gegebenen Hygienemaßnahmen in geringerem Umfang und für eine festgelegte Besuchergruppe durchführen

*Quelle: Passauer Neue Presse

Kontaktieren Sie uns

Neben den jährlich organisierten Feldtagen können auch jederzeit individuelle Gruppenführungen angefragt werden. Infotafeln zu den Kulturen vor Ort ermöglichen es die Flächen selbstständig zu erkunden. Für Fragen und Terminvereinbarungen steht ihnen folgender Ansprechpartner zur Verfügung.

Thomas Kuntscher
Tel.: 08161 71-4316
Fax: 08161 71-4305
E-Mail: Energiepflanzen@LfL.bayern.de

Weiterführende Informationen

Impressionen

Pflanzenbestand mit gelben Blüten

Durchw. Silphie

Nahaufnahme gelbe Blüte mit Biene

Bienen-Lieblinge

Nahaufnahme von Maispflanze mit Stangenbohnen-Bewuchs

Mais+Bohne

Details zu Projektpartnern und Projektbeteiligten

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (IPZ)
Arbeitsgruppe Biomasse (4c)

Dorothea Hofmann, Thomas Kuntscher

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau

Martin Degenbeck, Kornelia Marzini, Dominik Kretzer

Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ)
Sachgebiet Rohstoffpflanzen und Stoffflüsse

Dr. Maendy Fritz, Lena Förster

Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V. (ALB Bayern e.V.)
„Biogas Forum Bayern“

Dr. Martin Müller, Karin Elbs

LandSchafftEnergie - Netzwerk für die Energiewende im Ländlichen Raum - (StMELF)
Annette Hartmann

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg
Fachzentrum L 3.1 Pflanzenbau - Versuchswesen

Wolfgang Viehbacher, Michael Ederer

Landwirtschaftliche Lehranstalten des Bezirks Oberfranken Bayreuth
Dr. Volker Höltkemeyer, Martin Höpfel, Matthias Hartmann

Universität Bayreuth – Lehrstuhl für Pflanzenökologie
Dr. Pedro Gerstberger

LfL-Versuchsstation Grub
Klaus Lettenmeyer, Ulrich Höfle

LfL-Versuchsstation Neuhof
Armin Baur, Thomas Seiler, Barbara Rehm

LfL-Zweigstelle Ruhstorf
Michael Großhauser, Mato Cickovic

LfL-Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Schwarzenau
Hartmut Dittmann, Konstantin Röther

Projektinformation
Projektleitung: Dorothea Hofmann
Projektbearbeitung: Thomas Kuntscher
Laufzeit:01.01.2019 bis 31.12.2021 (Vorgängerprojekt seit 2013, FKZ: EW13/11; KS/16/08)
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF)
Förderkennzeichen: KS/18/02