Bodenuntersuchung Corg und Nt

Die sorgfältig durchgeführte Bodenuntersuchung wie nachfolgend beschrieben gibt Auskunft über den Gehalt des Bodens an organisch gebundenem Kohlenstoff (Corg).
Der Humusgehalt eines Bodens verändert sich nur langsam. Selbst nach Bewirtschaftungsbedingungen, die nach heutigem Verständnis für den Humushaushalt sehr ungünstig sind (z.B. sehr hoher Maisanteil ohne Zufuhr von organischem Material über viele Jahre), ist unter Berücksichtigung der unvermeidbaren Fehler bei Probenahme und Analyse eine Veränderung des Humusgehalts frühestens nach etwa 10 Jahren so groß, dass er außerhalb der hinzunehmenden Fehlergrenzen liegt.
Ziel der Bodenuntersuchung kann deshalb nur sein, langfristige Entwicklungen zeitnah festzustellen. Wegen der trägen Reaktion des Humusgehalts auf Bewirtschaftungseinflüsse ist dies aber auch ausreichend, um ungünstige Trends zu erkennen. Hierzu ist eine Mindestzahl von Untersuchungsergebnissen notwendig. Dies alles berücksichtigend wird empfohlen, die Humusuntersuchung alle 6 Jahre durchzuführen.

Bodenprobenahme

Aussagekraft der Humuskennwerte hängt entscheidend von der Bodenprobenahme ab
Die Beprobung von kleinen Teilflächen (10 - 30 m2), deren Position bekannt und für die Fläche hinsichtlich Bodenart, Bodenwasserverhältnisse und Bodenstruktur (keine Vorgewände!) repräsentativ ist, hat gegenüber der „üblichen“ Mischprobe, die aus mehreren über die gesamte Schlagfläche verteilten Einstichen gewonnen wird, den entscheidenden Vorteil, dass diese kleinen Teilflächen wesentlich einheitlicher als der ganze Schlag sind. Damit sind auch kleine Veränderungen des Humusgehalts und der Humusqualität im Laufe der Zeit erfassbar, man kann also die Humusversorgung langfristig genau verfolgen.
Pro Schlag mindestens 1 repräsentative Teilfläche (10 - 30 m2) beproben
Von jeder Teilfläche werden mit einem Bohrer (Durchmesser 35 mm) oder dem Probestecher aus einer Tiefe von 0 - 15 cm Bodenkerne entnommen, die zu einer Mischprobe vereint werden. Die Mischprobe (ca. 1000 g) besteht aus 15 -30 Bohrkernen die gleichmäßig verteilt über die Teilfläche gezogen werden. Bei der nächsten turnusmäßigen Humusuntersuchung werden die gleichen Teilflächen wieder beprobt. Die möglichst genaue Wiederfindung erfolgt über GPS oder Vermessung von markanten Punkten aus.
Zeitpunkt
Die Probenahme soll grundsätzlich in Frühjahr vor der Vegetationszeit stattfinden, wenn die Pflanzenreste (Wurzeln, Stoppeln, Stroh, Blätter) weitgehend abgebaut sind. Die Pflanzenreste werden bei der Humusuntersuchung mit erfasst und verfälschen die Messwerte.
Die Beprobung in Wintergetreide hat sich in der Praxis bewährt. Die Beprobung in Kleegras soll wegen der störenden Pflanzenreste vermieden werden. Die Probenahme muss vor der Ausbringung des organischen Düngers erfolgen. Ebenso sollte sie vor der mineralischen Stickstoff-Düngergabe oder frühestens zwei Wochen danach erfolgen. Bei kombinierter Bodenbearbeitung (pfluglose Bodenbearbeitung und gelegentliche Grundbodenbearbeitung mit Pflug) soll die Bodenprobenahme möglichst in dem der Herbstfurche (Pflugeinsatz) folgenden Frühjahr stattfinden. Das sichert langfristig eine bessere Vergleichbarkeit der Untersuchungsergebnisse.

Untersuchungsparameter

Bei der Humusuntersuchung soll neben dem organischen Kohlenstoff (Corg) immer auch der Gesamtstickstoff (Nt) als Maß für den organischen Stickstoff im Boden mitbestimmt werden. Diese beiden Humusparameter werden in den meisten Laboren in einem analytischen Schritt simultan und quantitativ analysiert.
Somit kann nicht nur der Humusgehalt (Corg, Nt) sondern auch die Humusqualität (Corg / Nt) bestimmt werden. Diese Humusparameter (Corg, Nt, Corg / Nt) sind weltweit anerkannte Standardparameter.
Die übliche Berechnung des Humusgehalts (Corg x 1,72) ist nicht gerechtfertigt, da der Faktor 1,72 nicht allgemein gültig ist.
Die Humusuntersuchung soll in einem Turnus von 6 - 10 Jahren durchgeführt werden. Bei Fruchtfolgen, die überwiegend Humus zehrende Fruchtarten haben (siehe unten), ist ein sechsjähriger Untersuchungsturnus empfehlenswert.
Die regelmäßige Humusuntersuchung ist der einzige Weg, um die Humusversorgung von Ackerböden sicher zu erfassen. Auf dieser Basis kann man die Humusversorgung mittels geeigneter Bewirtschaftung optimieren.
Daneben sollte für jede Teilfläche (10 - 30 m2) eine Bestimmung der Bodenart (Ton-, Schluff- und Sandanteile) durchgeführt werden. Es wird empfohlen ein Standardverfahren (z. B. DIN ISO 11277 oder VDLUFA Methode C 2.2.1) zu verwenden. Der finanzielle Mehraufwand ist vertretbar, weil die Standardverfahren genauer sind als die Fingerprobe und die Bestimmung nur einmal erforderlich ist.

Bewertung des Untersuchungsergebnisses

TabelleZoombild vorhanden

Standorttypische Humusgehalte (Corg, Nt) und Humusqualität (Corg / Nt)

Für die Bewertung des Humusgehaltes (Corg, Nt) und der Humusqualität (Corg / Nt) von Ackerböden in Bayern sollen die standorttypischen Spannweiten herangezogen werden. Sie gelten für konventionell und ökologisch bewirtschaftete Ackerschläge.

Standorttypische Humusgehalte von Ackerböden in Bayern (LfL-Schriftenreihe)

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