Boden
Bestimmung der erosionswirksamen Hangneigung

Mit Hilfe dieser Schritt für Schritt Anleitungen können Sie die erosionswirksame Hangneigung entweder mit einer Flurkarte mit eingezeichneten Höhenlinen oder mit einem selbst hergestellten Hangneigungsmesser bestimmen.

Variante 1
Bestimmung mit Hilfe der 5 m-Höhenlinien einer Flurkarte mit dem Maßstab 1 : 5.000

Abbildung 1: Bestimmung der erosionswirksamen Hangneigung und Hanglänge

Wesentlich für das Ausmaß des Bodenabtrags ist die Hangneigung des Schlages, die über den größeren Teil des Hanges vorliegt.

  • Aus einer Flurkarte mit Höhenlinien ergibt sich die Hangneigung aus dem senkrechten Abstand der Höhenlinien zueinander. Aus der Beschriftung der Höhenlinien ist der Höhenunterschied zwischen den Höhenlinien abzulesen, im gekennzeichneten Flurstück (Abbildung 1) ist die Beschriftung z. B. "10" und "20" (Höhenmeter). Damit ergibt sich, dass zwischen zwei dieser Höhenlinien das Gelände um 5 m nach Nordosten ansteigt (in der Regel bezeichnen die durchgezogenen Höhenlinien 5 m - Stufen).
  • Der Abstand dieser Höhenlinien ist im oberen Bereich dieses Hanges etwa 3,5 mm.
  • Auf einer Karte mit dem Maßstab 1 : 5.000 entspricht 1 mm einer waagrechten Strecke von 5 m; 3,5 mm entsprechen 17,5 m.
  • Demnach steigt das Gelände auf einer Strecke von 17,5 m um 5 m an. 5 m sind rund 29 % von 17,5 m, es handelt sich hier also um einen Hang mit 29 % Hangneigung. Weitere Werte sind der Tabelle zu entnehmen.
  • Bei unterschiedlich ausgeprägter Hangneigung bestimmt man die durchschnittliche Hangneigung, indem man den Abstand über mehrere 5 m - Höhenlinien hinweg misst und diesen Abstand durch die Zahl der 5 m - Stufen teilt. In unserem Beispiel ergibt sich entlang der gestrichelten Linie zwischen den äußeren Höhenlinien ein Abstand von ca. 24,5 mm. Er umfasst sieben 5 m - Höhenstufen. Der durchschnittliche Abstand wäre demnach 3,5 mm, was wie oben einer durchschnittlichen Hangneigung von 29 % entspricht (siehe Tabelle). Bei weniger steilen Hängen, wie sie bei Ackernutzung meist vorliegen, nimmt die Genauigkeit dieser Bestimmung der Hangneigung zu.
  • Mit Hilfe der seitlichen Skalen (oben) lässt sich das Gefälle direkt aus dem gemessenen Abstand der 5 m - Höhenlinien ablesen.
  • Die erosionswirksame Hanglänge wird so gemessen, wie das Wasser abfließt, also senkrecht zu den Höhenlinien. Im Beispiel des in der Abbildung dargestellten Schlages stellt die gestrichelte Linie die erosionswirksame Hanglänge dar, also etwa 28 mm in der Karte oder 140 m in der Natur.
  • Die erosionswirksame Hanglänge wird im Allgemeinen oben begrenzt von einer Verebnung des Hanges (hier die Bergkuppe), unten von einem Auslaufen des Gefälles. Im Hang kann sie unterbrochen werden von Landschaftsstrukturen, die das Oberflächenwasser ableiten oder deutlich bremsen, also z. B. von einem Graben, von einem wasserableitenden Weg, von einer Hecke mit Randfurche, von Grünland oder Wald. Eine Schlag- oder Flurstücksgrenze alleine (ohne deutlichen Rain o.ä.) stellt keine Begrenzung dar.
Tabelle 1: Abstand der 5 m - Höhenlinien und Hangneigung (Maßstab 1 : 5.000)
Abstand der 5 m - Höhenlinien
mm
Hangneigung
%
Abstand der 5 m - Höhenlinien
mm
Hangneigung
%
3,0 33 9,0 11
3,5 29 10 10
4,0 25 11 9
4,5 22 12 - 13 8
5,0 20 14 - 15 7
5,5 18 16 - 18 6
6,0 17 19 - 22 5
6,5 15 23 - 28 4
7,0 14 29 - 40 3
8,0 13 über 40 <= 2
8,5 12

Variante 2
Bestimmung mit Hilfe eines Hangneigungsmessers

  • Die Vorlage ausdrucken und entlang der gestrichelten Linie abschneiden.
  • Auf einen starken Karton oder eine dünne Sperrholzplatte kleben oder heften, dabei die Visierkante genau parallel zu einer geraden Seite der Platte befestigen.
  • Der Anleitung auf dem Hangneigungsmesser folgen.