Humus – Forschung der LfL

Jeder Acker kann aufgrund seiner Lage, Nutzung und Bewirtschaftung eine für den Standort typische Humusmenge speichern.

Standorttypische Humusgehalte von Ackerböden

Laut § 17 des Bundes-Bodenschutzgesetzes, besteht die gute fachliche Praxis bezüglich der Humusversorgung darin, die standorttypischen Humusgehalte zu erhalten.
Landkarte von Bayern mit den Humus-Datenbank-Probestandorten. Die Höhenlagen sind durch unterschiedliche Farben dargestellt.Zoombild vorhanden

HDB-Standorte in Bayern

Zur praktischen Umsetzung des Gesetzes wurden Spannweiten der standorttypischen Humusgehalte in Bayern vom Humuslabor der LfL ermittelt. Die Probenahme geschah durch die Fachzentren Agrarökologie der Landwirtschaftsämter (AELF).
Es werden seit 2001 bayernweit Böden von 347 Betrieben (266 konventionelle und 81 ökologische) beprobt, über 20.000 Humusanalysen durchgeführt und die Daten in einer Humus-Datenbank (HDB) hinterlegt.

Standorttypische Humusgehalte

Die Tabelle zeigt die ermittelten Spannweiten der standorttypischen Humusparameter in Bayern in Abhängigkeit von der Bodenart und der Höhenlage.
Standorttypische Humusgehalte
Bodenart Höhe in m Corg % Nt % C/N
Sande < 350 0,70-1,37 0,058-0,116 10,4-12,6
Sande 350-550 0,75-1,57 0,066-0,140 10,4-12,6
Lehme < 350 1,00-1,64 0,092-0,160 9,6-11,6
Lehme 350-550 1,16-2,32 0,113-0,222 9,6-11,6
Lehme > 550 1,80-3,55 0,163-0,336 9,6-11,6
Schluffe < 350 0,96-1,56 0,100-0,149 9,4-10,7
Schluffe 350-550 1,17-1,88 0,119-0,186 9,4-10,7
Schluffe > 550 1,20-2,19 0,123-0,217 9,4-10,7
Tone < 350 1,23-2,16 0,125-0,223 9,2-10,7
Tone 350-550 1,31-2,52 0,135-0,241 9,2-10,7
Tone > 550 2,33-4,19 0,235-0,461 9,2-10,7
Mit zunehmenden Tongehalten steigen die Kohlenstoff- und Stickstoffgehalte. Gleichzeitig erhöhen sich innerhalb einer Bodenart die Humusparameter mit der Höhenlage.
Organischer Kohlenstoff (Corg) bayerischer Äcker im Vergleich: konventionell und ökologisch
Der Humusgehalt steigt mit zunehmendem Tongehalt. Ökologisch bewirtschaftete Flächen haben einen leicht erhöhten Corg in der Tiefe von 0 bis 15 cm.

Langzeitbeobachtungen: Humusdatenbank

Veränderungen der Humusgehalte im Zeitraum von 2001/2008 bis 2011/2018

Für genaue Langzeitstudien ist der Humusgehalt einer großen Ackerfläche zu heterogen. Aus diesem Grund wurden für die Humus-Datenbank je Ackerfläche fünf kleine Teilflächen (ca. 7 m2 ) ausgewählt, mit GPS eingemessen und nach zehn Jahren wieder beprobt.
Eine Auswertung der Corg-Veränderungen für 279 Standorte der Humusdatenbank der ersten beiden Beprobungsserien (2001/2008 und 2011/2018) zeigte in allen Regionen Bayerns sowohl Zunahmen (28 Prozent der Standorte) als auch Abnahmen (22 Prozent) der Corg-Gehalte. Auf 50 Prozent der Flächen ergaben sich keine Veränderungen der Corg-Gehalte.

Langzeitbeobachtungen: Bodendauerbeobachtungs- Programm (BDF)

Veränderungen der Humusvorräte in Bayern

Um Rückschlüsse zur langfristigen Entwicklung der Humusversorgung abzuleiten und eine Prognose zu stellen, werden in Bayern seit 1986 im Rahmen eines Boden-Monitorings regelmäßig Humusuntersuchungen auf ausgewählten, repräsentativen, landwirtschaftlich genutzten Flächen (91 Acker-, 23 Grünland-, 7 Obst- und Sonderkultur-Standorte) durchgeführt.

Veränderungen der Humusvorräte unter Grünland

Eine Auswertung von Corg-Veränderungen in Grünlandböden des BDF-Programms zeigte sowohl Zu- als auch Abnahmen im Zeitraum 1989 bis 2016, ohne bedeutende Unterschiede zwischen den Agrarregionen.

Weitere aktuelle Forschungsprojekte

  • Projekt zur "Wirkung karbonisierter organischer Reststoffe auf die Bodenfruchtbarkeit" (Laufzeit 2013- 2017, Abschlussbericht in LfL-Schriftenreihe 2018/3)
  • Projekt "Nachhaltige Nutzung von Grünland in den Alpen und im Alpenvorland im Klimawandel" (SUSALPS, Laufzeit 2015-2021) www.susalps.de
  • Projekt zur "Wirkung von Biogasgärresten auf die Bodenfruchtbarkeit" (Laufzeit 2009-2019)
  • Projekt zur "Auswirkung reduzierter Bodenbearbeitung im Ökolandbau auf Humusvorräte" (SOCORT, Laufzeit 2017-2020)
  • Projekt zur "Steigerung der Naturnahrungsproduktion in der Karpfenteichwirtschaft zur Förderung einer nachhaltigen und ökologischen Produktion in der Karpfenteichwirtschaft" (NatKa, Laufzeit 2016-2019)
  • Projekt "Agroforstsysteme zur Energieholzerzeugung im ökologischen Landbau" (Laufzeit 2009-2018)
  • Untersuchung von Dauerfeldversuchen zu reduzierter Bodenbearbeitung, Fruchtfolgen mit unterschiedlichen Mais-, Getreide- und Leguminosenanteilen, Daueranbau mit unterschiedlichen Bracheformen, organischer Düngung, unterschiedlicher Kleegrasnutzung und Grünlandextensivierung hinsichtlich Humus und Bodenmikrobiologie