Forschungs- und Innovationsprojekt
Mulchsaatverfahren Mais (konventioneller Landbau)

Maschine an Traktor auf einem Feld

Weiterentwicklung von Erosionsschutzverfahren im Mais – glyphosatfrei im konventionellen sowie alternative Verfahren im ökologischen Landbau

Beim Anbau von Mais spielt der Erosionsschutz eine immer wichtigere Rolle. Ziele des Teilprojektes (konventioneller Landbau) sind der Vergleich unterschiedlicher Herbizidstrategien, Auswirkungen differenzierter Gülleausbringsysteme und der Vergleich von Zwischenfruchtmischungen hinsichtlich Mulchabdeckung und Unkrautunterdrückung.
Das Forschungs- und Innovationsprojekt "Weiterentwicklung von Erosionsschutzverfahren im Mais" umfasst zwei Teilprojekte. Im Folgenden ist der Projektteil im konventionellen Landbau dargestellt.

Weiterentwicklung von Erosionsschutzverfahren im Mais – Teilprojekt ökologischer Landbau

Hintergrund

Insbesondere beim Anbau von Mais und infolge verstärkt auftretender kleinräumiger Starkregenereignisse spielt der Erosionsschutz eine immer wichtigere Rolle. Aufgrund des anderen Extrems, die zunehmend längeren Trockenperioden, kommt diesem Anbausystem ebenfalls größere Bedeutung zu, um hierfür das Wasser in der Fläche zu halten. Eine umweltschonende Technik zur Gülleausbringung wird nicht zuletzt durch die Novellierung der Düngeverordnung unabdingbar. Zudem stellt die Forderung nach Verzicht auf den Einsatz von nicht-selektiven Herbiziden, wie Glyphosat, die Landwirtschaft vor neue und große Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Im konventionellen Landbau müssen Verfahren entwickelt und unter verschiedenen Standort- und Witterungsbedinungen geprüft werden, die die Böden ohne die Option „Glyphosat“ mit möglichst geringem Herbizideinsatz vor Erosion schützen und sichere Erträge gewährleisten. Das Zusammenspiel einer geeigneten Zwischenfrucht (ausreichend Masseentwicklung, Beitrag zur Bodenstrukturverbesserung, keine Erschwernis bei der Saat, Potenzial zu hoher Bodenbedeckung nach der Maissaat), der Art und Weise der Gülleausbringung bzw. –einarbeitung, der Sätechnik und des Herbizidmanagements im Mais ist standortspezifisch auszuloten und anzupassen. Voraussetzung für eine optimale Etablierung der Zwischenfrucht ist ein wirksames Ausfallgetreide-Management nach der Getreideernte.

Ziel

  • Vergleich unterschiedlicher Herbizidstrategien, insbesondere zwischen Varianten mit Glyphosatbehandlung im Vorauflauf und solchen mit glyphosatfreier Herbizidanwendung
  • Auswirkungen differenzierter Gülleausbringsysteme auf die Maispflanzenentwicklung
  • Vergleich von Zwischenfruchtmischungen hinsichtlich Mulchabdeckung und Unkrautunterdrückung

Methode

Untersucht werden differenzierte Herbizidstrategien für die Mulchsaat von Mais, der Anbau von verschiedenen abfrierenden Zwischenfruchtmischungen und unterschiedliche Varianten der Gülleausbringung. Aufgrund der drei Prüffaktoren ergibt sich ein sehr umfangreicher und komplexer Versuchsaufbau. Dieser ist jedoch notwendig um aussagekräftige und praxisrelevante Ergebnisse erzielen zu können.

Hierfür werden an zwei Standorten Versuche mit Großparzellen durchgeführt. Eine Versuchsfläche befindet sich in Niederbayern (Landkreis Passau), die zweite wird in Unterfranken (Landkreis Schweinfurt) angelegt. Für die direkte Unkrautregulierung werden neben einer unbehandelten Kontrolle die Vorsaatbehandlung mit Glyphosat mit zwei konventionellen, glyphosatfreien Behandlungen verglichen. Bei Letzteren handelt es sich um situativ und ortsüblich angewandte Varianten, bei denen eine mit voller und die andere mit reduzierter Aufwandmenge durchgeführt werden. Ebenso finden drei unterschiedliche Gülleausbringsysteme (Breitverteiler, Schleppschuh und Strip Tillage) ihre Anwendung, die hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Maispflanzenentwicklung getestet werden. Des Weiteren kommen drei abfrierende Zwischenfruchtmischungen zum Einsatz.
Wichtige Beurteilungskriterien der Versuche sind der Feldaufgang sowie die Kulturentwicklung, die Unkrautunterdrückung, die Intensität der Mulchabdeckung durch die unterschiedlichen Zwischenfruchtmischungen und nicht zuletzt der Ertrag.

Aussagekräftige Großparzellenversuche auf zwei Standorten:

  • Niederbayern mit ca. 9,0 °C Jahresdurchschnittstemperatur und 860 mm mittlerem Jahresniederschlag
  • Unterfranken mit ca. 8,9 °C Jahresdurchschnittstemperatur und 680 mm mittlerem Jahresniederschlag

Umfangreiche Bonituren zu unterschiedlichen Entwicklungsstadien im Mais:

  • Feldaufgang
  • Pflanzenzahl
  • Pflanzenlänge
  • Verunkrautung
  • Bodenfeuchte
  • Kulturdeckungsgrad
  • Unkrautdeckungsgrad
  • Mulchabdeckung
  • Krankheiten
  • Ertrag

Zwischenfruchtmischungen und Gülleausbringverfahren im Vorversuch

Luftbild - Einteilung eines Ackers in viele Parzellen, die Flächen sind grün

Unterschiedliche Zwischenfruchtmischungen (06.11.2018)

Luftbild - Einteilung eines Ackers in viele Parzellen, die Flächen sind braun

Abgefrorene Zwischenfrüchte (14.02.2019)

Luftbild - Einteilung eines Ackers in viele Parzellen, die Flächen sind braun

Unterschiedliche Gülleausbringverfahren (11.04.2019)

Maschine an Traktor auf einem Feld

Gülleausbringung mit Breitverteilung

Maschine an Traktor auf einem Feld

Gülleausbringung mit Strip Tillage

Maschine an Traktor auf einem Feld

Gülleausbringung mit Schleppschuh

Ergebnisse

Die Veröffentlichung erster Zwischenergebnisse ist im Sommer 2020 angedacht.
Projektinformation
Projektleitung: Florian Ebertseder (konventioneller Landbau) LfL Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz (IAB), Arbeitsgruppe Bodenphysik, Bodenmonitoring; Dr. Peer Urbatzka (ökologischer Landbau), IAB, Arbeitsgruppe Pflanzenbau im ökologischen Landbau
Projektbearbeitung: Anita Oberneder, Lukas Wachter, IAB
Laufzeit: 2019 bis 2023
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Projektpartner: IAB 3b, ILT 1a, IPS 3b
Förderkennzeichen: A/19/02