Trockenheit 2018 und Düngeverordnung

In vielen Regionen Bayerns leiden bzw. litten die Acker- und Futterbauflächen unter der lang anhaltenden Trockenheit in den Sommermonaten. Bei Getreide kam es regional zu erheblichen Ertragsausfällen, Futterbauflächen verdörrten und Herbstansaaten liefen schlecht oder nicht auf.

Sonderregelungen zur Trockenheit

Aufgrund der Trockenheitsschäden wurden folgende Sonderregelungen beschlossen:

Sonderregelungen für Nährstoffbilanz 2018 und Düngebedarfsermittlung 2019

Wie ist mit den geringeren Erträgen in der Nährstoffbilanzberechnung 2018 und der Düngebedarfsermittlung 2019 umzugehen?

Nährstoffbilanzierung Kalenderjahr 2018 bzw. Wirtschaftsjahr 2018/19

    Der Ertrag aus dem Jahr 2018 kann in der Nährstoffbilanz ausnahmsweise wie folgt angegeben werden:

    • Bei Nicht-Grobfutterflächen (z. B. Getreide, Zuckerrübe):
      • Als Ertrag 2018 kann der Durchschnitt der tatsächlichen Erträge der letzten drei Jahre, die in den Nährstoffbilanzen anzugeben waren, angesetzt werden.
    • Grobfutterflächen für Wiederkäuer (z. B.: Rinder, Schafe, Ziegen, Damwild):
      • In der Nährstoffbilanz nach DüV wird der Grobfutterertrag aus der Grobfutteraufnahme der Tiere berechnet. Wenn aufgrund der oben genannten Trockenheit der Grobfutterertrag voraussichtlich nicht ausreicht, können zusätzliche Grobfutterzugänge notwendig sein. Die zusätzlichen Zukaufsmengen müssen in der Bilanz nicht angegeben werden. Allerdings müssen diese Zukäufe schriftlich dokumentiert und dem Ausdruck der Nährstoffbilanz beigelegt werden.
    • Andere Grobfutterflächen: siehe Nicht-Grobfutterflächen
    Düngebedarfsermittlung
    Ist der Ertrag 2018 um mehr als 20 % geringer als 2017, können für die Berechnung des dreijährigen Durchschnitts die Erträge von 2017, 2016 und 2015 berücksichtigt werden.

    Sonderregelung bei vorzeitigem Raps-Umbruch

    Aufgrund der Trockenheit lief in einigen Regionen der gesäte Winterraps sehr lückig oder gar nicht auf oder er starb nach der Keimung wieder ab. Der schlechte bzw. abgestorbene Rapsbestand macht es bei manchen Betrieben nötig, den Raps umzubrechen und das Feld mit einer anderen Kultur zu bestellen. Da in der Regel zur Rapssaat die in der DüV erlaubten Düngemengen gegeben werden und durch den Rapsumbruch die gegebenen Düngemengen vom Raps nicht aufgenommen werden konnten, sind im Boden die Nährstoffe zum größten Teil noch vorhanden. Diese Nährstoffe müssen von der nachfolgenden Kultur genutzt werden können. Deshalb ist bei der Abwägung der Nachbaumöglichkeiten aus rechtlicher Sicht zuerst zu prüfen, ob eine Kultur gesät werden kann, die nach DüV im Herbst gedüngt werden darf bzw. einen Düngebedarf hat. Eine solche Kultur ist zu diesem späten Zeitpunkt im Jahr (18. September) nur mehr die Wintergerste (nach Getreidevorfrucht).

    Liegt keine Getreidevorfrucht vor und wird Gerste angebaut, ist dies ausnahmsweise kein Verstoß. Kann keine Gerste gebaut werden, ist ausnahmsweise auch die Aussaat anderer Kulturen (z. B. Winterweizen, Triticale) zulässig.

    Wenn die N-Düngung zu Winterraps nach ortsüblichen Bedingungen erfolgte und dann unabsehbar aufgrund der extremen Trockenheit der Stickstoff von der Kultur nicht verwertet werden konnte, wird in diesen Fällen der Nachbau von z.B. Winterweizen nicht als Verstoß gegen die Düngeverordnung geahndet.

    Voraussetzung für die Inanspruchnahme dieser Sonderregelung ist, dass der Winterraps tatsächlich ausgesät wurde. Der Saatgut-Zukauf ist zu belegen (z. B. Saatgutrechnung, Saatgut-Etikett). Es ist (formlos) zu dokumentieren, auf welchen Flächen der Raps umgebrochen und eine andere Kultur nachgebaut wurde. Die Richtigkeit bzw. Plausibilität der Angaben wird bei Kontrollen geprüft.
    Bei der Düngebedarfsermittlung 2019 sind die ausgebrachten Stickstoffmengen zu Winterraps entsprechend zu berücksichtigen.

    Bilder zur Trockenheit

    Acker mit vertrockneten und nicht aufgegangenen Ausfallerbsen in Mittelfranken

    Vertrocknete Erbsen in Mittelfranken

    Acker mit vertrockneten und nicht aufgegangenen Ausfallerbsen in Mittelfranken

    Raps in Unterfranken

    Vertrocknete Blühflächen in Mittelfranken, in denen die Herbstblüher fehlen.

    Vertrocknete Blühflächen in Mittelfranken

    Vertrocknete Blühflächen in Mittelfranken, in denen die Herbstblüher fehlen.

    Vertrocknete Blühflächen in Mittelfranken

    Gegrubberte Ackerfläche in Oberbayern mit leichten Verschlemmungen

    Gegrubberte Ackerfläche in Oberbayern

    Nahaufnahme der Verschlemmungen und Trockenheitsrisse im gegrubberten Boden

    Trockenheitsrisse in Oberbayern

    Geradliniges Grenzpflügen ist im trockenen, harten Boden nicht möglich.

    Grenzpflügen in Mittelfranken

    Pflug kommt stellenweise, sichtbar in der Bildmitte, nicht in den Boden.

    Grenzpflügen in Mittelfranken

    Große Trockenheitsrisse im Boden in Unterfranken

    Trockenheitsrisse in Unterfranken

    Lückenhaft aufgegangener Raps in Oberbayern.

    Raps in Oberbayern

    Lückenhaft aufgegangener Raps in Oberbayern.

    Raps in Oberbayern

    Vertrockneter Aufwuchs für den dritten Schnitt der Luzerne in Mittelfranken

    Luzerne in Mittelfranken

    Mais in Unterfranken, der aufgrund der Trockenheit die Blätter zusammenrollt

    Mais in Unterfranken

    Mais in Unterfranken, der aufgrund der Trockenheit die Blätter zusammenrollt

    Mais in Unterfranken

    Maiskolben, der aufgrund der Trockenheit nur zur Häfte Körner ausgebildet hat

    Maiskolben in Unterfranken

    Grobe, steinharte Erdklumpen bei dem Versuch in Neustadt/Aisch zu pflügen.

    Pflugfurche in Mittelfranken

    Pflügen nach Mais ist aufgrund der Trockenheit in Neustadt/Aisch nicht möglich.

    Pflugfurche in Mittelfranken

    Vertrocknete, braun gewordene Gräser in einer Grünlandneuansaat.

    Grünlandneuansaat in Mittelfranken

    Große Trockenheitsrisse in einer Grünlandneuansaat in Unterfranken

    Trockenheitsrisse in Mittelfranken

    Vertrockneter Aufwuchs einer Vertragnaturschutz-Wiese in Mittelfranken

    Vertragsnaturschutz-Wiese in Mittelfranken

    Vertrocknete B48-Fläche in Unterfranken

    Vertrocknete B48-Fläche in Unterfranken

    Ein Zuckerrübenbestand am 27.9.2018 in Mittelfranken

    Zuckerrübenbestand in Mittelfranken

    Die Zuckerrüben sind im September halb so groß wie in normalen Jahren.

    Zuckerrübe in Mittelfranken

    Aufgrund der Trockenheit braun gewordene Wälder in Mittelfranken

    Wälder in Mittelfranken