Walz-Verordnung (Walz-VO)
Walzen von Dauergrünland ist 2020 außerhalb der Wiesenbrütergebiete bis 1. April möglich

Ab dem Jahr 2020 ist es gemäß Art. 3 Abs. 4 Satz 1 Nr. 7 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) verboten, Grünlandflächen nach dem 15. März zu walzen. Das Verbot gilt bis zur ersten Mahd. Die Beseitigung von Unwetter-, Wild- und Weideschäden bleibt von diesem Verbot unberührt.

Soweit auf Grund der örtlichen Witterungsverhältnisse voraussichtlich in erheblichen Flächen das Walzen von Dauergrünland bis zum 15. März unmöglich ist, können die Regierungen durch Allgemeinverfügung gebietsbezogen einen späteren Zeitpunkt zu bestimmen, ab dem Dauergrünland nicht mehr gewalzt werden darf.
Gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 1 der Walz-Verordnung (Walz-VO) beurteilt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) auf Grundlage aktueller Daten und Witterungsprognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), auf welchen Grünlandflächen in diesem Jahr bei Einhaltung guter landwirtschaftlicher Praxis bis zum 15. März nicht gewalzt werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn die Befahrbarkeit aufgrund zu hoher Bodenfeuchte oder schneebedeckter Flächen nicht möglich ist oder mit großen Bodenstrukturschäden verbunden wäre. Dementsprechend ist das Walzen unmöglich, wenn
  • die Grünlandflächen schneebedeckt sind und/oder
  • die nutzbare Feldkapazität der Grünlandflächen über 80% liegt und/oder
  • der Zeitpunkt für das Ergrünen des Grünlands über eine Woche in der Zukunft liegt.
Witterung
2020 begann das Frühjahr sehr früh. Phänologische Meldungen des DWD zeigen bereits ein Ergrünen des Dauergrünlands in Bayern im Laufe des Februars. Die Bodenfeuchte war aber in ganz Bayern sehr hoch. Aufgrund der örtlichen Witterungsverhältnisse und der aktuellen Witterungsprognosen geht die LfL davon aus, dass in ganz Bayern das Walzen von Dauergrünland bis zum 15. März unmöglich ist.
Allgemeinverfügungen
Die Regierungen haben deshalb Anfang März 2020 Allgemeinverfügungen erlassen. Dabei ist strikt zwischen der Situation innerhalb und außerhalb von Wiesenbrütergebieten zu unterscheiden. Innerhalb der Wiesenbrütergebiete ist es in allen Landkreisen Bayerns verboten, Grünlandflächen nach dem 15. März bis zum ersten Schnitt zu walzen. Außerhalb der Wiesenbrütergebiete ist auf Dauergrünland in diesem Jahr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten das Walzen bis einschließlich 1. April 2020 erlaubt.
Je nach Witterungsverlauf entscheiden die Regierungen über die Möglichkeit, den Verbotszeitpunkt erneut zu verschieben.
Die entsprechenden Einstellungen sind in der Abbildung gezeigt. Wiesenbrüterkulisse ist ausschließlich im Maßstabsbereich 1:1 bis 1:150.000 sichtbar.

Kurzanleitung FiN-Web Wiesenbrüterkulisse (externe PDF-Datei) Externer Link


Bürger können sich bei technischen Fragen an folgende E-Mail-Adresse wenden:
E-Mail: fisnatur@lfu.bayern.de

Die Informationen zur Wiesenbrüterkulisse sind auch in der Feldstückkarte im zugangsgeschützten Bereich von iBALIS verfügbar; dazu ist in der Legende die Ebene "Wiesenbrüterkulisse" zu aktivieren.