Orientalisches Zackenschötchen (Bunias orientalis)

Großer Bestand an Orientalischem Zackenschötchen in einer Wiese

Großer Bestand an Orientalischem Zackenschötchen in einer Wiese. Foto K. Gehring

Das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis), ein aus Osteuropa und Sibirien eingewanderter Kreuzblütler, breitet sich in einigen Regionen Bayerns aus. Die Ausbreitungsschwerpunkte sind die wärmeren Gebiete in Bayern. Findet die Pflanze entsprechende Standortbedingungen, so bildet sie, wie auf dem Bild zu sehen ist, zum Teil großflächige, dichte Bestände. Dadurch können landwirtschaftliche Kulturpflanzen zurückgedrängt werden. Eine frühzeitige Regulierung auf landwirtschaftlichen Flächen ist für Landwirte in betroffenen Gebieten wichtig. Dazu ist es notwendig, das Orientalische Zackenschötchen von anderen Pflanzen unterscheiden zu können.

Verbreitung

Das Orientalische Zackenschötchen stammt aus Osteuropa und Sibirien und ist vor mehr als 100 Jahren nach Mitteleuropa eingewandert (‚Neophyt‘). Es wächst z.B. an Wegrändern und Ufern, kommt manchmal auch in Äckern, seltener in Wiesen vor und kann dort die Kulturpflanzen verdrängen.
Das Orientalische Zackenschötchen kommt aktuell in Deutschland v.a. in den wärmeren (Muschel-) Kalkgebieten in Nordbayern, Hessen und Thüringen vor. Es bevorzugt warme Böden mit einer guten Nährstoffversorgung.
Die Art hat gute Regenerationsmöglichkeiten (z.B. aus Wurzelstücken) und wird deshalb durch Bodenbearbeitung gefördert. Auch z.B. Erd-Transporte tragen zur weiteren Ausbreitung bei.

Erkennung

Das Zackenschötchen ist ein bis zu 1,5m großer, gelbblühender Kreuzblütler (das heißt: 4 Blütenblätter) mit reich verzweigtem Blütenstand. Die Früchte (‚Schötchen‘) sind knapp 1 cm lang, schief-eiförmig und warzig.
Das gelbblühende Orientalische Zackenschötchen besitzt mit seinen vier Blütenblättern die typische Blütenform der Kreuzblütler.

Blüte des Zackenschötchens

Die Früchte des Orientalischen Zackenschötchens werden bis zu 1 cm lang.

Früchte des Zackenschötchens

Der obere Stängelteil und der Blütenstand sind meist (rot) drüsig-warzig.
Die Pflanzen können bis zu 10 Jahre alt werden.
Die Blätter sind neben den Blüten die wichtigsten Bestimmungsmerkmale: Die unteren Blätter sind gestielt und tief fiederteilig, während die oberen Blätter sitzend und meist ungeteilt sind.
Die oberen, meist ungeteilten Blätter des Orientalischen Zackenschötchens sitzen ungestielt an den Blattachseln der Sprossachse.

Obere Blätter

Die unteren Blätter des Orientalischen Zackenschötchens sind gestielt und fiederteilig.

Untere Blätter

Historische Tafel mit gezeichneten Bestimmungsmerkmalen des Orientalischen Zackenschötchens

Merkmale des Orientalischen Zackenschötchens (www.biolib.de)

Zu verwechselnde Arten

Orientalisches Zackenschötchen vor einem Rapsbestand.Zoombild vorhanden

Orientalisches Zackenschötchen vor einem Rapsbestand. Foto K. Gehring

Vom Schwarzen Senf, Acker-Senf und Acker-Hederich ist das Zackenschötchen dadurch zu unterscheiden, dass bei diesen die Früchte länglich und dünn sind. Dasselbe gilt für den Raps.