Blühflächen: Das A und O der Aussaat

Traktor pflügt Feld
Blühflächen sind Ackerflächen, die mit artenreichen Mischungen von Blütenpflanzen eingesät werden und für eine Zeit von ein bis fünf Jahren die Landschaft verschönern. Sie sind ein vielfältiger und attraktiver Lebensraum auf Zeit.
Was ist bei der Aussaat zu beachten: Wie muss man das Saatbett und die Saatmischung vorbereiten? Welches ist der richtige Zeitpunkt und welche Techniken sollten angewandt werden?
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Sorgfältige Saatbettvorbereitung

„Gut gebettet" oder "Das beste Saatgut nutzt nichts, wenn der Boden nicht sorgsam vorbereitet wird".
Der Standort ist so auszuwählen, dass möglichst keine Vorbelastungen mit Problemunkräutern wie AckerKratzdistel, Quecke oder Stumpfblättrigem Ampfer besteht. Ebenso sollten zuvor keine Wirtschaftsdünger ausgebracht worden sein. Stark verunkrautete Flächen sind vor der Winterpflugfurche durch geeignete Maßnahmen von Unkräutern zu befreien. Im Frühjahr wird mit einer Kreiselegge eine feinkrümelige Struktur hergestellt. Dies ermöglicht dem Boden sich abzusetzen und dem Auflaufen einer evtl. Spontanflora.
Zur Aussaat (nach ca. 2 Wochen) sollte der Boden nochmal flach (ca. 5 cm tief, um die Bodenfeuchte zu halten} mit der Kreiselegge gelockert werden. So werden unerwünschte Beikräuter entfernt und das Saatbett noch einmal eingeebnet. Das Saatbett sollte feinkrümelig und abgesetzt sein, umso sorgfältiger desto besser. pfluglose Verfahren sind auch möglich, wenn die Pflanzenreste sehr gut eingearbeitet wurden.

Vorbereitung der Saatmischung

Vor der Aussaat ist ein gründliches Mischen des Saatgutes notwendig, um ein Absetzen schwerer Sämereien im Saatbehälter zu verhindern. Es empfiehlt sich, Sojaschrot* (Getreideschrot, Maisschrot, evtl. auch Sägemehl) im Verhältnis 1:4 unterzumischen. Der Schrot bewirkt eine Haftung an die unterschiedlichen Samen und gewährleistet dadurch eine gleichmäßigere Verteilung.

Eine Blühmischung ist eine Mischung mit sehr unterschiedlichen Tausendkomgewichten (TKG) wie z.B.:

  • Gewöhnlicher Blutweiderich 0,04 g
  • Sonnenblume 60g
*Bei Öko-Betrieben ist die Verwendung von GVO-Schrot nicht zulässig. Die Saatstärke (ohne Schrot) beträgt ca. 10 kg/ha (Herstellerangaben beachten).
Bei der Wahl des Schrotes darauf achten, dass es nicht zu fein (geringer Mehlanteil) ist.

Aussaatzeit

Der Saatzeitpunkt kann je nach Saatmischung und Standort variieren und liegt zwischen Mitte April bis Mitte Juni. Optimal ist der Zeitpunkt der Maissaat(+ ca. 3 Wochen später), wenn keine Spätfröste mehr zu befürchten sind.
Darüber hinaus ist auch ein optimales Saatfenster mit angekündigtem Regen wichtig.

Saattechnik

Saatgutmischung mit der Sämaschine (mit hochgestellten Säscharen) oder Düngerstreuer ausbringen. Kleinere Flächen besser mit der Hand aussäen. Das Saatgut sollte obenauf abgelegt werden. Nach der Aussaat sollte bei nicht zu feuchtem Boden angewalzt werden. Dies erfolgt z.B. mit einer Cambridgewalze, um einen guten Bodenschluss zu erreichen. Bei sandigen und trockenen Böden empfiehlt es sich, die Fläche auch schon vor der Saat mit Hilfe der Walze zu verfestigen.
rote Schüssel

Ausbringung Saatgut mit Sämaschine oder Düngerstreuer

Mann wirft Saatgut auf Feld aus

Aussäen per Hand

Traktor mit Kreislegge

Anwalzung

Pflanzenbauliche Anforderungen

Witterungsverhältnisse im Aussaatjahr haben einen erheblichen Einfluss auf die Keimung und die Entwicklung. Es soll ein rascher und dauerhafter Bestandsschluss erfolgen, damit auch die Verunkrautung möglichst gering ist. Untersuchungen zeigen, dass eine Zielkonkurrenz zwischen schneller/starker Bodenbedeckung und Blühaspekt/Vielfalt besteht.
Schnelle Keimung und ein einhergehender rascher Bestandsschluss unterdrücken keimende Unkräuter. Offener Boden bietet zum einen konkurrenzschwächeren Arten die Chance sich zu etablieren, zum anderen aber auch den Unkräutern. Ziel ist es, dass sich möglichst viele der eingesäten Arten entwickeln, um eine große Strukturvielfalt zu schaffen.
kleinere Pflanzen auf dem Feld

4 Wochen nach der Saat

Pflanzenfeld

8 Wochen nach der Saat

Pflege

  • keine Pflege
  • keine Düngung
  • kein Pflanzenschutz, evtl. punktuelle Entfernung von Problemunkräutern

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