Forschungs- und Innovationsprojekt
Management von Wildgänsen - Umsetzungsprojekt

Eine Graugans schaut in winterlicher Umgebung dem Betrachter frontal in die Kamera.

Umsetzungsprojekt Management von Wildgänsen

Graugänse, Kanadagänse und Nilgänse breiten sich in Bayern aus. In einigen Regionen führt dies zu Konflikten in der Landwirtschaft oder im Tourismus. Deswegen wurde im Herbst 2014 an der LfL das dreijährige Umsetzungsprojekt Gänsemanagement gestartet. In dem Projekt werden in zwei Projektgebieten räumlich konkrete und gesellschaftlich akzeptierte Konzepte zur Minimierung von Konflikten mit Wildgänsen erarbeitet und umgesetzt.

Ziel

Viele Menschen freuen sich über die Beobachtung von Wildgänsen. Sie empfinden sie als attraktiv, schön und intelligent. Im Gegenzug können Wildgänse aber auch Konflikte in Freizeitanlagen und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auslösen. In diesem Spannungsfeld werden in zwei Projektgebieten, dem Maintal zwischen Haßfurt und Bamberg und dem Altmühlsee mit allen betroffenen Akteuren gemeinsam Konzepte zum Umgang mit den Konflikten erarbeitet und weitgehend umgesetzt.

Methode

Es erfolgt eine Konzentration der Maßnahmen auf zwei Projektgebiete, die stellvertretend für Konflikträume in ganz Bayern stehen. In diesen bildeten sich Projektgruppen mit Vertretern aller Interessensgruppen. Hauptakteure sind meist Landwirte, Naturschützer, Jäger, sonstige Flächennutzer, Behörden (Landratsämter) und Kommunen (Stadt- und Gemeinderäte).
Die Mitglieder treffen sich regelmäßig und erarbeiten und beschließen in einem Beteiligungsverfahren gleichberechtigt Maßnahmenpakete in den Bereichen Populationskontrolle und Populationslenkung. Eine von Beginn an enge Zusammenarbeit der betroffenen lokalen Akteure bei der Umsetzung von Maßnahmen ist für eine allgemein akzeptierte Lösung notwendig.

Ergebnisse

Bei der Umsetzung wird unterschieden zwischen Maßnahmen, die dazu dienen das Verhalten der Gänse zu lenken (Verhaltenslenkung) und Maßnahmen, die Anzahl der Gänse zu reduzieren (Populationskontrolle).
Maßnahmen zur Verhaltenslenkung beruhen darauf, dass Gänse so gelenkt werden, dass sie Konfliktbereiche verlassen, weniger intensiv besuchen oder bestenfalls nicht mehr aufsuchen. Vergrämung kann stattfinden durch Festlegung von Bejagungsschwerpunkten in Konfliktbereichen, Vergrämung der Vögel durch Störungen (Greifvogel, Hund, Erlegung, Attrappe, Schreckschuss), feste oder technische Einrichtungen (Überspannungen, Hecken, Barrieren, Zäune, Schwimmsperren etc.), die Gänse von bestimmten Flächen fernhalten, der Änderung der Bewirtschaftung oder Fütterungsverboten. Andererseits müssen dann Flächen bereitgestellt werden, die Gänsen Nahrung und Ruhe bieten (z. B. jagdliche Ruhezonen, angelegte Gänseweiden).
Auch durch die Reduzierung der in einem Gebiet anwesenden Gänse werden auftretende Konflikte minimiert. Mögliche Maßnahmen sind Jagdhandlungen, Entwertung von Brutflächen oder Gelegebehandlung. Wie so oft, gibt es "die" richtige Maßnahme nicht. Zum Erfolg führt eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen, welche an die örtlichen Gebietsverhältnisse anzupassen sind.
Mit den gewonnenen Erfahrungen werden Handlungsempfehlungen für die eigenständige, lokale Umsetzung eines Gänsemanagements in Konfliktgebieten entwickelt und veröffentlicht (Leitfaden).
Projekinformation
Projektleitung: Dr. Christian Wagner
Projektbearbeiter: Philipp Bozem, Juliane Mitschke
Laufzeit: 1.8.2014 - 31.12.2017
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Förderkennzeichen/Fördernummer: KL/14/01