Berg-Ahorn – Kurzbeschreibung heimischer Gehölze

Berg-Ahorn Acer pseudoplatanus

Weiterer Name: Wald-Ahorn
Der Berg-Ahorn gehört zu der Familie der Ahorngewächse (Aceraceae). Der anfangs schnellwüchsige Baum erster Ordnung kann eine Größe von 30 (40) m erreichen und bis zu 500 Jahre alt werden. Seine Krone setzt tief an und die aufstrebenden Äste geben ihr eine breite und rundliche Form. Der Berg-Ahorn ist eine mittel-südosteuropäisch bis westasiatische Art und hat in Norddeutschland seine westliche Verbreitungsgrenze. Das Gehölz verträgt volle Sonne bis Halbschatten und bevorzugt frische, feuchte und kalkhaltige Standorte in kühlen Lagen mit hoher Luftfeuchte. Hitze, stehende Nässe und längere Trockenheit verträgt es nicht. Der Berg-Ahorn kommt vor allem in Laubmischwäldern, Bergmischwäldern und Schlucht- und Auwäldern außerhalb des Überschwemmungsbereiches vor. Oft ist er mit der Eberesche Sorbus aucuparia bis zur Baumgrenze in hochmontanen Lagen zu finden. Vergesellschaftet ist der Berg-Ahorn häufig mit Ulmen und Eschen in den sogenannten Ulmen-Ahorn-Eschen-Schluchtwäldern.

Knospen

Die Knospen des Berg-Ahorns sind eiförmig mit kräftig grünen Knospenschuppen. Besonders die untersten haben graubraune, trockene Ränder.

Blüten

Die Blüten erscheinen ab Mai gleichzeitig mit oder nach dem Laubaustrieb. Sie sind unauffällig gelbgrün und hängen traubenartig an den Zweigen.

Früchte

Im September entwickeln sich die Früchte mit Fruchtflügeln (Flughäutchen), die beim Berg-Ahorn spitzwinklig angeordnet sind. Mit einer propellerartigen Flugbewegung können die Früchte weit durch den Wind verbreitet werden.

Blätter

Die Blätter des Gehölzes sind gegenständig, 5–lappig und treiben im Mai aus. Die Blattränder sind gesägt bis gekerbt, wobei die Blattstiele im Gegensatz zum Feld-Ahorn keinen milchigen Saft enthalten. Die Blätter werden mit ca. 20 cm Länge und 15 cm Breite relativ groß, sind oberseits dunkelgrün, unterseits etwas heller gefärbt. Im Herbst ist die Blattfärbung leuchtend gelb.

Wissenswertes

Der Berg-Ahorn wird oft als Pionierbaumart zur Bodenverbesserung von Rohböden verwendet, da die Samen leicht aufgehen, er schnell anwächst und mit seinem Tief- Herzwurzelsystem den Boden gut erschließt. Der Baum verträgt Einschüttungen mit Lockermaterial, ist extrem frosthart, sehr windresistent und schattenverträglich. Gegen plötzliches Freistellen ist er sehr empfindlich. Zu beachten ist auch, dass die Zweige kaum schnittverträglich sind. Er wird in der Landschaft als prachtvoller Solitärbaum, für Gehölzgruppen und Mischpflanzungen verwendet.
Der Berg-Ahorn ist eine bedeutende Nährpflanze für Bienen, Schmetterlinge und Vögel.
Aufgrund der Qualität seines hellen und festen Holzes zählt der Berg-Ahorn zu den Edellaubhölzern. Aus diesem werden unter anderem Furniere und Musikinstrumente hergestellt. Sein Laub wird gerne von Schafen und Ziegen gefressen.
Die handförmig gelappten Blätter ähneln denen der Platane, wovon sich sein botanischer Name Acer pseudoplatanus ableiten lässt.