Gewöhnliche Buche – Kurzbeschreibung heimischer Gehölze

Gewöhnliche Buche Fagus sylvatica

Weiterer Name: Rot-Buche
Die Gewöhnliche Buche gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Das Gehölz bevorzugt nährstoffreiche, frische und lehmige Böden. Staunässe und stark schwankenden Grundwasserspiegel verträgt es nicht. Schwerpunktmäßig kommt der Baum erster Ordnung in Laubmisch- und Tannenwäldern mittlerer Standorte vor, bevorzugt auf durchlässigen, nährstoffreichen Lehmböden. Die Gewöhnliche Buche toleriert auch saure, nährstoffarme Böden und kommt bei ausreichender Kalkversorgung auch in Wäldern und Gebüschen trockenwarmer Standorte vor. Die Gewöhnliche Buche ist in Mitteluropa bis zum Kaukasus verbreitet. Sie kann vom Flachland bis zu einer Höhe von ca. 1.500 m NHN in den Alpen angetroffen werden und wird bis zu 300 Jahre alt. Vergesellschaftet ist sie häufig mit Tanne, Berg-Ahorn, Ulme und Esche.
Der Baum zählt mit bis zu 40 m Höhe zu den größten heimischen Laubbäumen, ist in der Jugend meist schnellwüchsig und bildet im freien Stand eine weitausladende Krone aus. Die Gewöhnliche Buche ist die häufigste Laubbaumart in deutschen Wäldern. Ohne Einfluss des Menschen wäre auf geeigneten Standorten die potenzielle natürliche Vegetation in Deutschland ein Buchen- bzw. Buchenmischwald.

Knospen

Die rotbraunen Knospen der Gewöhnlichen Buche werden bis zu 20 mm lang und stehen weit vom Zweig ab. Sie sind spindelförmig, lang zugespitzt und von vielen Schuppen umhüllt.

Blüten

Erst ab einem Alter von etwa 30 Jahren beginnt die Gewöhnliche Buche zu blühen und zu fruchten. Die weiblichen Blüten mit unscheinbaren, vierzipfeligen Fruchtbechern stehen aufrecht und erscheinen ab Mai mit dem Laubaustrieb. Die 3 bis 5 cm langen, fast kugeligen Büschel der männlichen Blüten hängen herab.

Früchte

Die weichstacheligen Fruchtbecher verholzen langsam und ab September entwickeln sich in ihnen als Früchte die rund 2 cm langen Bucheckern. Diese sind glänzend rotbraun und scharf dreikantig.

Blätter

Anfangs sind die jungen Laubblätter frischgrün und seidig behaart. Im Laufe des Jahres werden sie glänzend dunkelgrün und bis zu 8 cm groß. Die Blätter sind wechselständig und haben eine elliptische Form. Der Blattrand ist leicht wellig und bewimpert. Im Herbst färbt sich das Laub goldgelb bis ockerbraun und an jüngeren Exemplaren bleiben die Blätter oft lange haften. Das Laub der Gewöhnlichen Buche verwittert schlecht.

Wissenswertes

Die Gewöhnliche Buche ist in der Jugend schattentolerant und kann im Alter andere Baumarten durch ihre dichte Krone verdrängen. Das intensive und aggressive Herzwurzelsystem ist sehr empfindlich und verträgt Einschüttungen oder Überschwemmungen nicht. Das Gehölz wird forstwirtschaftlich genutzt, aber auch als Einzelbaum in Grünanlagen und der freien Landschaft verwendet. Die glatte, dünne Rinde ist sehr verletzungsempfindlich und beim Freistellen sonnenbrandgefährdet.
Der Baum ist eine Schmetterlingsfutterpflanze und seine Früchte sind eine wichtige Nahrung für Säugetiere und Vögel. Die Bucheckern wurden wie auch die Eicheln früher zur Schweinemast genutzt.
Das Holz ist im Gegensatz zu dem der Eiche nicht fäulnisresistent. Es wird vor allem als Möbelholz und für Bodenbeläge, aber auch als Brennholz verwendet.