Maßnahmen kompakt
Bodentiere – Aktionsrucksack Biodiversität

Regenwurm

Ihre Vielfalt und Leistungen nutzen!

Neben den Bodentieren, die ausschließlich im Boden leben, gibt es viele Tierarten, beispielsweise unter den Insekten, die den Boden nur zeitweise als Lebensraum nutzen, wie in ihrem Jugendstadium als Larven. Entsprechend vielfältig sind auch die Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität.
Da viele Maßnahmen, die zur Erhaltung und Steigerung der Artenvielfalt und Bestandsdichte von Bodentieren dienen, sowohl im Grünland als auch im Acker umsetzbar sind, werden hier beide Nutzungsgruppen betrachtet.
Fachliche Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung bieten die Wildlebensraumberater an den Fachzentren für Agrarökologie der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern.

Mechanische Bodenbelastung minimieren

Bodenverdichtung drückt dränfähige und luftführende Bodenporen zusammen. Dies führt zu schlechteren Lebensbedingungen für Bodentiere, zum Beispiel durch Sauerstoffmangel und Staunässe. Zur Erhaltung des vielfältigen, funktionalen Bodenlebens gilt es, in Grünland und Acker auf ein bodenschonendes Befahren zu achten:
  • Verbesserung der Tragfähigkeit der Böden (beispielsweise durch eine ausreichende Kalkversorgung)
  • Befahrung zu feuchter Böden vermeiden
  • Anpassung des Reifeninnendrucks (Reifenregeldruckanlage)
  • Fahrwerke mit großer Aufstandsfläche bevorzugen
  • Radlasten und Überrollhäufigkeit minimieren

Humusmehrende Bewirtschaftungsweise

  • Grünland und Acker
    • Nahrungsangebot für Bodentiere wie Regenwürmer durch angepasste organische Düngergaben mit Mist, Gülle, Kompost oder Gärresten verbessern
    • Erntereste auf den Flächen belassen (zumindest teilweise auch als Mulchmaterial an der Bodenoberfläche)
  • Acker
    • Anbau humusmehrender Kulturen wie beispielsweise Gras-/Leguminosengemenge
    • regelmäßiger Anbau von Zwischenfrüchten
    • artenreiche Untersaaten

Förderung Nutzungsmosaik Grünland

  • Verbessern Sie das räumliche Mosaik aus extensiv genutzten Grünlandflächen (beispielsweise Glatthaferwiesen) und organisch gedüngten Intensivgrünlandflächen. Eine organische Düngung steigert zum Beispiel die Regenwurmbestandsdichte im Boden, eine extensive Nutzung führt zu einer höheren Artenvielfalt, vor allem von an der Bodenoberfläche aktiven Insekten und Spinnen.
  • Zeitliches Mosaik: gestaffelte Mahdzeitpunkte und die Integration von Beweidungsflächen erhöhen die Strukturvielfalt und somit das Lebensraumangebot für viele Tierarten.

Förderung Nutzungsmosaik Ackerland

In ackerdominierten Agrarlandschaften für ein räumlich und zeitlich gestaffeltes Nutzungsmosaik sorgen, zum Beispiel durch

  • reichhaltige Fruchtfolgen (mindestens viergliedrig)
  • kleinere Nutzungseinheiten/höhere Grenzliniendichte
  • Mulchsaatverfahren mit reduzierter Bodenbearbeitungsintensität (pfluglos, Strip-Tillage)
  • artenreiche Untersaatengemenge um Bodenbedeckungszeiten zu verlängern
  • Brachen

Unbewirtschaftete Randstrukturen

  • Erhöhen Sie die Dichte von unbewirtschafteten Rand- und Begleitstrukturen in der Kulturlandschaft (Säume, Gewässerrandstreifen, Blühflächen). Diese Biotopstrukturen dienen als Rückzugsraum nach einer Mahd oder Ernte. Im Vergleich zum Acker findet sich dort auch eine mehrfach höhere Siedlungsdichte von Regenwürmern.
  • Begleitstrukturen auf ihre vielseitigen Funktionen optimieren
  • mehrere Leistungen wie Biodiversität, Gewässer- und Erosionsschutz gezielt bündeln

Schnellansprache des Regenwurmbestandes

Ziel
Näherungsweise Wiedergabe der Regenwurmsiedlungsdichte von Äckern (ersetzt keine exakte Probenahme).
Voraussetzungen
Frühjahr und Herbst, feuchter Boden, Bodentemperatur 5 bis 15° C, keine raue Furche und sechs Wochen Wartezeit nach der letzten Bodenbearbeitung.
Vorgehen
Bodenblock von der Länge und Breite eines Spatenblattes (etwa 18 x 18 cm) bis zur Untergrenze des Ap-Horizontes (= Pflugtiefe, meist ca. 30 cm) ausheben. Bodenmaterial von Hand zerkrümeln, die darin gefundenen Regenwürmer zählen. Innerhalb einer homogenen Ackerfläche sind ca. 6 bis 10 Stichproben notwendig.
Multipliziert man den Mittelwert mit 30 erhält man die ungefähre Besiedlungsdichte auf einem Quadratmeter. Kritische Schwelle: 60 Individuen pro m2 in Ackerböden. Darunter sind Maßnahmen zur Bodenverbesserung zu empfehlen.

Der LfL-Aktionsrucksack Biodiversität

Das Ziel des Projektes "Landwirtschaft und Artenvielfalt erleben" ist es, mit dem Aktionsrucksack Biodiversität Landwirtinnen und Landwirte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger für Themen der Biodiversität zu begeistern. Wir möchten motivieren, Maßnahmen zum Erhalt bzw. der Förderung der Biodiversität umzusetzen und konkrete Handlungsoptionen näherbringen.
Logo Aktionsrucksack Biodiversität
Packen Sie die Vielfalt aus!
Kreativ, interaktiv und praxisnah möchte der Aktionsrucksack Biodiversität Ihnen zeigen, welchen Beitrag Sie für mehr Biodiversität leisten können.