Bestäuberfreundliche Agrarlandschaften – derzeitige Situation und Entwicklungspotenziale (FarmerBeeWild)

Biene auf einer gelben BlumeZoombild vorhanden

Foto: Isa Garnreiter

In dem dreijährigen Forschungsprojekt der LfL in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg, der Bioland Beratung GmbH (BBG) und dem Bioland Erzeugerring Bayern e.V. wird einerseits die Bestäuberfreundlichkeit der bayerischen Agrarlandschaft evaluiert und andererseits werden konkrete Handlungsempfehlungen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen erarbeitet. Das Projekt ist aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für die Jahre 2022-2024 finanziert und soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Agrarregionen für bestäubende Insekten nachhaltig attraktiv zu gestalten.

Ziel

Ziel dieses Projektes ist es, die derzeitige Bestäubersituation der Agrarlandschaften Bayerns zu erfassen, den Erfolg aktueller Maßnahmen bei der Förderung von Wildbienen und der Bestäubungsleistung zu bewerten und Empfehlungen zu geben, mit welchen Kombinationen praktikabler Maßnahmen Agrarlandschaften zukünftig bienenfreundlicher gestaltet werden können. Besonderer Fokus soll dabei auf den Wechselwirkungen einzelner Maßnahmen, den Effekten auf Landschaftsebene und dem zeitlichen Verlauf liegen. Die Erkenntnisse münden dann direkt in fachliche Empfehlungen, die realistisch umsetzbar sind.

Methode

Eine Feldstudie mit 240 Flächen in 24 Landschaftsquadraten dient der Untersuchung der Effekte und Wechselwirkungen von folgenden Biodiversitätsmaßnahmen (BM) auf Landschaftsebene:
  • bestäuberfreundliche Bewirtschaftung von nichtblühenden Kulturen
  • Anbau blühender Kulturpanzen und Ansaat von Blühflächen
  • Erhaltung und Förderung naturnaher Flächen
Dazu werden Wildbienen auf zehn Flächentypen je Landschaftsquadrat untersucht, die sich in ihrer Eignung als Nahrungs- und Nisthabitat unterscheiden. Anhand einer Literaturauswertung werden Kulturarten und Strukturelemente für unterschiedliche Bestäubergruppen einer Attraktivitätsklasse in Bezug auf Nisthabitat und Nahrungsangebot zugeordnet. Mithilfe der Bewirtschaftungsdaten der vorangegangenen 5 Jahre können Landschaften im zeitlichen Verlauf bezüglich ihrer Bestäuberattraktivität modelliert werden. So können die Wissenschaftler in Abstimmung mit Landwirten und unter Einbeziehung der ökonomischen Auswirkungen Optimalszenarien und praktikable Lösungen auf Landschafts- und lokaler Ebene erarbeiten.

Ergebnisse

Die Zusammenführung aller gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt ermöglicht es, Gebiete mit besonderem Handlungsbedarf zu identifizieren und über konkrete Maßnahmenempfehlungen bayerische Agrarregionen bestäuberfreundlicher zu gestalten. Ziel ist es, die Ergebnisse auf einer großen Endtagung vorzustellen und über Multiplikatoren zu verbreiten. Ein umfassender Praxisratgeber, der die biodiversitätsfördernden Maßnahmen mit ihrem Potenzial darstellt, dient dem Wissenstransfer am Ende des Projekts.

Projektinformation
Projektleitung: Dr. Harald Volz, Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, LfL
Projektbearbeitung: Sabine Birnbeck, Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, LfL
Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2024
Projektpartner: Bioland Beratung GmbH (BBG), Bioland Erzeugerring Bayern e.V. (BEB), Universität Würzburg
Finanzierung: Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
Förderkennzeichen: 2821ABS001