Wiesenmeisterschaft 2026 – Isar-Inn-Hügelland
Margeriten und Kuckuckslichtnelken auf einer artenreichen Wiese in Niederbayern
Arten- und blütenreiche Wiesen in den Landkreisen Dingolfing-Landau, Rottal-Inn und Passau südlich der Donau gefunden!
Die Wiesenmeisterschaft wird gemeinsam von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) veranstaltet. Gesucht wurden arten- und blumenreiche Wiesen oder Weiden, deren Aufwuchs im landwirtschaftlichen Betrieb genutzt wird. Die Wiesenmeisterschaft findet 2026 bereits zum sechzehnten Mal statt – jedes Mal in einer anderen Region Bayerns. Mit dem Wettbewerb wollen die LfL und der BUND Naturschutz in Bayern e.V. die Leistungen der Landwirte, die artenreiche Wiesen erhalten und in ihrem landwirtschaftlichen Betriebskreislauf nutzen, in der Öffentlichkeit würdigen.
Preisverleihung

Um den Meistertitel konkurrierten 36 Teilnehmende, darunter 29 Nebenerwerbsbetriebe. Neun Betriebe halten Rinder, drei Schafe und Ziegen. Die meisten Betriebe sind Ackermischbetriebe (17), die das Heu verkaufen. Sieben Betriebe pflegen Streuobstbestände. Elf Betriebe wirtschaften ökologisch. Mit dem Wettbewerb soll der Einsatz der Bäuerinnen und Bauern für den Erhalt der Artenvielfalt durch eine besonders umweltgerechte Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden gewürdigt werden. Im Mittelpunkt der Bewertung steht die geglückte Balance zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz. Wir sagen: Herzlichen Dank für Ihr Engagement!
1. Preis geht an Johann Stieberger aus Moosthenning
Johann Stieberger, Foto:I. Steidl
Der ausgezeichnete "Josefiberg" ist eine magere, zweischürige Wiese in Hanglage, die schon lange vom Betrieb Stiebeger bewirtschaftet wird. Der Schnitt erfolgt ab Mitte Juni. Zu den 44 krautigen Arten, die wir Ende April finden konnten, zählen Wiesen-Flockenblume, Wilde Möhre, Kartäusernelke, Heide-Nelke, Echtes Labkraut, Witwenblume und Margerite.
Die Erstplatzierten der Wiesenmeisterschaft 2026 erhielten einen Preis im Wert von 500 Euro.
2. Preis geht nach Hartdobel/Stubenberg an Ludwig und Janina Harlander
"Kräuterberg", Foto: I. Steidl
Der steile "Kräuterberg" mit 2,5 ha wird ein bis zweimal im Jahr gemäht. Dabei kommt der Balkenmäher zum Einsatz. An den steilen Stellen ist viel Handarbeit auch beim Zusammenrechen notwendig. Auf dem trockenen Hang wachsen 60 verschiedene Kräuter wie z. B. Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Möhre, Witwenblume, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Wiesen-Salbei, Heil- Ziest, Kleiner Wiesenknopf, Kreuzblümchen und Thymian,
Als Preis für den zweiten Platz erhielten die Bewirtschafter einen Gutschein im Wert von 300 € für den Aufenthalt in einem Biohotel.
3. Platz für Max Hitzenberger und Sonja Helmrich, aus Hennersberg/Reut
3. Platz für Max Hitzenberger, Foto: I. Steidl
Die ausgezeichnete "Straßfeldwiesen" ist 1,5 ha groß und besteht aus einem Feuchtwiesenbereich mit Quell und Grabenstrukturen und einem trockeneren Hangbereich. Die Wiese wird zweimal gemäht, der erste Schnitt erfolgt nach dem 15.6. Der feuchte Bereich wurde in den letzten Jahren entbuscht und wieder in die regelmäßige Nutzung aufgenommen. Unter den 45 krautigen Arten waren z.B. Sumpf-Dotterblume, Kohldistel, Wiesen-Pippau, Ferkelkraut, Bach-Nelkenwurz, Mädesüß, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Kuckuckslichtnelke und Wiesen-Glockenblume.
Der fünfte Platz geht an Konrad Neumaier und Merle Neumaier-Spindler aus Peterskirchen.Sie haben den großelterlichen Betrieb mit Ostfriesische Milchschafen wieder mit Leben gefüllt. Das Fleisch wird als Bio-Lamm direkt vermarktet. Auf einer Ackerfläche am Waldrand haben sie 2021 mit autochthonem Saatgut eine Wiese angelegt, die zweimal ab Anfang Juni gemäht wird. Hier konnten bereits 41 krautige Arten gefunden werden: z.B. Schafgarbe, Wiesenflockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wiesen-Pippau, Kartäusernelke, Echtes Labkraut, Ferkelkraut, Margerite, Prunelle, Großer Wiesenknopf, Skabiose, Klappertopf, Kuckuckslichtnelke, Wiesenbocksbart, Wiesenplatterbse, Hornklee. Eine Manufaktur zur Vermarktung der Milch befindet sich im Aufbau.
Ziele unserer Wiesenmeisterschaft
- Grünlandwirtschaft ist aktiver Boden- und Klimaschutz.
- Blumenbunte Wiesen sind schön und für die Vielfalt der Landschaft unverzichtbar.
- Wiesenschutz ist Gewässer- und Trinkwasserschutz.
- Wo es Blumenwiesen gibt, fühlen sich Einheimische und Feriengäste einfach wohl.
Zeitlicher Ablauf
Die Jury am "Josefiberg" von Johann Stieberger. Foto: Birgit Gleixner
Wettbewerbsgebiet und Teilnahmebedingungen
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Wettbewerb wird unterstützt von
- Ackerwert – Nachhaltig Verpachten für Mensch + Natur
- Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landau a.d. Isar – Pfarrkirchen
- Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau
- Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
- Bayerischer Bauernverband, Kreisverband Rottal-Inn
- Bioland e.V.
- BUND Naturschutz in Bayern e.V., KG Passau
- BUND Naturschutz in Bayern e.V., KG Dingolfing-Landau
- BUND Naturschutz in Bayern e.V., KG Rottal-Inn
- Demeter Landesverband Bayern e.V.
- Imkerkreisverband Rottal-Inn
- Landkreis Rottal-Inn
- Landschaftspflegeverband Rottal-Inn e.V.
- Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau e.V.
- Naturland - Verband für Ökologischen Landbau
- Netzwerk Blühende Landschaft
- Regierung von Niederbayern, SG 51 (Höhere Naturschutzbehörde) und SG 60 (Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft)
Kontakt
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, Dr. Sabine Heinz
Lange Point 12, 85354 Freising
Tel.: 08161 8640-5825
Fax: 08161 8640-5555
E-Mail: Wiesenmeisterschaft@LfL.bayern.de
Internet: www.lfl.bayern.de/Wiesenmeisterschaft ![]()
BUND Naturschutz, Landesfachgeschäftsstelle
Rita Rott, Agrarreferentin
Tel.: 0175 3559706
E-Mail: Rita.Rott@bund-naturschutz.de
Internet: https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/wiesenmeisterschaft ![]()
Vegetation und Pflanzendiversität
Wiesenmeisterschaft Bayern
Ziel des Wettbewerbs von LfL und BUND Naturschutz in Bayern e.V. ist die Bedeutung von artenreichem Grünland und die Leistung der Landwirte zum Erhalt solcher Flächen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Ausgezeichnet werden Landwirte, die artenreiche Wiesen oder Weiden mit dem passenden Nutzungskonzept erfolgreich in Ihren Betrieb integrieren. Mehr

