Wiesenmeisterschaft 2026 – Isar-Inn-Hügelland

Margeriten und Kuckuckuslichtnelken auf einer artenreichen Wiese.

Margeriten und Kuckuckslichtnelken auf einer artenreichen Wiese in Niederbayern

Arten- und blütenreiche Wiesen in den Landkreisen Dingolfing-Landau, Rottal-Inn und Passau südlich der Donau gefunden!

Die Wiesenmeisterschaft wird gemeinsam von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) veranstaltet. Gesucht wurden arten- und blumenreiche Wiesen oder Weiden, deren Aufwuchs im landwirtschaftlichen Betrieb genutzt wird. Die Wiesenmeisterschaft findet 2026 bereits zum sechzehnten Mal statt – jedes Mal in einer anderen Region Bayerns. Mit dem Wettbewerb wollen die LfL und der BUND Naturschutz in Bayern e.V. die Leistungen der Landwirte, die artenreiche Wiesen erhalten und in ihrem landwirtschaftlichen Betriebskreislauf nutzen, in der Öffentlichkeit würdigen.

Preisverleihung

Gruppenfoto in einem Gebäude.
Alle Teilnehmer, die Jury und die Unterstützer der Wiesenmeisterschaft 2026 waren zur Festveranstaltung in Ruhstorf an der Rott eingeladen. Die Landwirtinnen und Landwirte wurden für ihre vorbildlichen artenreichen Wiesen oder Weiden von Stephan Sedlmayer, dem Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), und Hubert Weiger, dem Ehrenvorsitzenden des BUND Naturschutz in Bayern (BN), ausgezeichnet. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es die Möglichkeit an einer Führung zu den "Pflanzenbausysteme der Zukunft – biodivers – bodenschonend – digital" teilzunehmen.
Um den Meistertitel konkurrierten 36 Teilnehmende, darunter 29 Nebenerwerbsbetriebe. Neun Betriebe halten Rinder, drei Schafe und Ziegen. Die meisten Betriebe sind Ackermischbetriebe (17), die das Heu verkaufen. Sieben Betriebe pflegen Streuobstbestände. Elf Betriebe wirtschaften ökologisch. Mit dem Wettbewerb soll der Einsatz der Bäuerinnen und Bauern für den Erhalt der Artenvielfalt durch eine besonders umweltgerechte Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden gewürdigt werden. Im Mittelpunkt der Bewertung steht die geglückte Balance zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz. Wir sagen: Herzlichen Dank für Ihr Engagement!
Gruppenfoto der Wiesenmeister in einem Gebäude.

Bestplatzierte der Wiesenmeisterschaft 2026, Foto: B. Gleixner

Wiese Josefiberg

"Josefiberg" von Johann Stieberger im April 2026, Foto: S. Heinz

Mageriten und Flockenblumen auf dem Josefiberg

"Josefiberg", Foto: I. Steidl

Dexterrinder auf einer Weide.

Dexterrinder von Fam. Harlander., Foto: I. Steidl

Straßfeldwiesen mit Glockenblumen

"Straßfeldwiesen", Foto: I. Steidl

1. Preis geht an Johann Stieberger aus Moosthenning

Johann Stieberger

Johann Stieberger, Foto:I. Steidl

Johann Stieberger bewirtschaftet mit seinem Vater einen Ackermischbetrieb von 170 ha im Haupterwerb. Neben dem Ackerbau stehen auf dem Hof noch 40 Milchkühe. Zusätzliche werden Rinder gemästet, worauf in Zukunft der Schwerpunkt gelegt werden soll. Der Betrieb bewirtschaftet 70 ha Grünland. Etwa zwei Drittel des Dauergrünlands werden extensiv bewirtschaftet, darunter auch größere Flächen im Königsauer Moos (Wiesenbrütergebiet) mit Doppelmesserbalken. Das Heu geht am Hof in die Ration von Kühen und Rindern.
Der ausgezeichnete "Josefiberg" ist eine magere, zweischürige Wiese in Hanglage, die schon lange vom Betrieb Stiebeger bewirtschaftet wird. Der Schnitt erfolgt ab Mitte Juni. Zu den 44 krautigen Arten, die wir Ende April finden konnten, zählen Wiesen-Flockenblume, Wilde Möhre, Kartäusernelke, Heide-Nelke, Echtes Labkraut, Witwenblume und Margerite.
Die Erstplatzierten der Wiesenmeisterschaft 2026 erhielten einen Preis im Wert von 500 Euro.

2. Preis geht nach Hartdobel/Stubenberg an Ludwig und Janina Harlander

Wiesen-Salbei auf dem Kräuterberg

"Kräuterberg", Foto: I. Steidl

Der zweite Preis geht an Ludwig und Janina Harlander aus Hartdobel/Stubenberg für Ihren "Kräuterberg". Familie Harlander bewirtschaftet 6 ha Grünland rund um Ihren abgelegenen Hof im Nebenerwerb. Der Bio-Betrieb hält Dexter-Rinder als Mutterkuhherde.
Der steile "Kräuterberg" mit 2,5 ha wird ein bis zweimal im Jahr gemäht. Dabei kommt der Balkenmäher zum Einsatz. An den steilen Stellen ist viel Handarbeit auch beim Zusammenrechen notwendig. Auf dem trockenen Hang wachsen 60 verschiedene Kräuter wie z. B. Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Möhre, Witwenblume, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Wiesen-Salbei, Heil- Ziest, Kleiner Wiesenknopf, Kreuzblümchen und Thymian,
Als Preis für den zweiten Platz erhielten die Bewirtschafter einen Gutschein im Wert von 300 € für den Aufenthalt in einem Biohotel.

3. Platz für Max Hitzenberger und Sonja Helmrich, aus Hennersberg/Reut

Herr Hitzenberger

3. Platz für Max Hitzenberger, Foto: I. Steidl

Max Hitzenberger und Sonja Helmrich führen den 9 ha Bio-Betrieb im Nebenerwerb. Zum Ackermischbetrieb gehören auch 3,5 ha Grünland, deren Aufwuchs an Kamerun-Schafe verfüttert wird. Der Mist geht als Dünger auf die Äcker.
Die ausgezeichnete "Straßfeldwiesen" ist 1,5 ha groß und besteht aus einem Feuchtwiesenbereich mit Quell und Grabenstrukturen und einem trockeneren Hangbereich. Die Wiese wird zweimal gemäht, der erste Schnitt erfolgt nach dem 15.6. Der feuchte Bereich wurde in den letzten Jahren entbuscht und wieder in die regelmäßige Nutzung aufgenommen. Unter den 45 krautigen Arten waren z.B. Sumpf-Dotterblume, Kohldistel, Wiesen-Pippau, Ferkelkraut, Bach-Nelkenwurz, Mädesüß, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Kuckuckslichtnelke und Wiesen-Glockenblume.
Gartmeierwiese

"Gartmeierwiese", Foto: I. Steidl

Knäulglockenblume

Knäulglockenblume, Foto: I. Steidl

Person auf einer Wiese

Merle Neumaier-Spindler, Foto: I. Steidl

Angesähte Wiese Holzacker

"Holzacker", Foto: I. Steidl

Den vierten Platz der Wiesenmeisterschaft erreichte Reinhard Feldmeier aus Wadelsberg/Reut. Im Ackermischbetrieb werden neben 70 ha Äckern auch 30 ha Grünland bewirtschaftet. Alle Grünlandflächen nehmen am Vertragsnaturschutz teil. Das Heu wird als Pferdeheu vermarktet. Die ausgezeichnete "Gartmeierwiese" ist ca. 2 ha groß und liegt am Hang. Erst ab Mitte Juni wird gemäht.
Der fünfte Platz geht an Konrad Neumaier und Merle Neumaier-Spindler aus Peterskirchen.Sie haben den großelterlichen Betrieb mit Ostfriesische Milchschafen wieder mit Leben gefüllt. Das Fleisch wird als Bio-Lamm direkt vermarktet. Auf einer Ackerfläche am Waldrand haben sie 2021 mit autochthonem Saatgut eine Wiese angelegt, die zweimal ab Anfang Juni gemäht wird. Hier konnten bereits 41 krautige Arten gefunden werden: z.B. Schafgarbe, Wiesenflockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wiesen-Pippau, Kartäusernelke, Echtes Labkraut, Ferkelkraut, Margerite, Prunelle, Großer Wiesenknopf, Skabiose, Klappertopf, Kuckuckslichtnelke, Wiesenbocksbart, Wiesenplatterbse, Hornklee. Eine Manufaktur zur Vermarktung der Milch befindet sich im Aufbau.
Alle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wiesenmeisterschaft erhielten ebenfalls Anerkennungspreise, Urkunden und eine Liste der Pflanzenarten, die auf ihrer Wiese erfasst wurden.

Ziele unserer Wiesenmeisterschaft

Traditionell bewirtschaftete, ein- bis dreischürige Wiesen zeichnen sich durch Blütenreichtum und Artenvielfalt aus. Wiesen sind wahre Multitalente:
  • Grünlandwirtschaft ist aktiver Boden- und Klimaschutz.
  • Blumenbunte Wiesen sind schön und für die Vielfalt der Landschaft unverzichtbar.
  • Wiesenschutz ist Gewässer- und Trinkwasserschutz.
  • Wo es Blumenwiesen gibt, fühlen sich Einheimische und Feriengäste einfach wohl.

Zeitlicher Ablauf

Jury der Wiesenmeisterschaft

Die Jury am "Josefiberg" von Johann Stieberger. Foto: Birgit Gleixner

Ab Ende April wurden alle gemeldeten Wiesen und Weiden aufgesucht, die Kräuter auf der Fläche kartiert und die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter zur Nutzung befragt. Dabei wurden Punkte in den Kategorien Naturschutz, Landwirtschaft und Kulturlandschaft vergeben. Eine Jury aus Naturschutz und Landwirtschaft besuchte die fünf bestbewerteten Flächen im Juni und legt nach den Kriterien Naturschutz, Landwirtschaft und Kulturlandschaf den Sieger fest.

Wettbewerbsgebiet und Teilnahmebedingungen

Landwirtschaftliche Betriebe (Haupt-, Zu-, Nebenerwerb) mit Grünland im den Landkreisen Dingolfing-Landau, Rottal-Inn und Passau (hier nur südlich der Donau). Ausgeschlossen waren Ausgleichsflächen sowie Flächen des BN, anderer Naturschutzverbände und des Landschaftspflegeverbandes (LPV). Die Wiese oder Weide sollte blüten- und artenreich und mindestens 0,5 Hektar groß sein. Der Aufwuchs soll im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb genutzt werden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die ersten 30 Anmeldungen werden in jedem Fall berücksichtigt.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der Wettbewerb wird unterstützt von

Kontakt

Bei Fragen zur Wiesenmeisterschaft:

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau, Dr. Sabine Heinz
Lange Point 12, 85354 Freising
Tel.: 08161 8640-5825
Fax: 08161 8640-5555
E-Mail: Wiesenmeisterschaft@LfL.bayern.de
Internet: www.lfl.bayern.de/Wiesenmeisterschaft Externer Link

BUND Naturschutz, Landesfachgeschäftsstelle
Rita Rott, Agrarreferentin
Tel.: 0175 3559706
E-Mail: Rita.Rott@bund-naturschutz.de
Internet: https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/wiesenmeisterschaft Externer Link

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