Forschungs- und Innovationsprojekt
Sorghumhirse und Trockenbohnen für eine klimafitte Landwirtschaft in Österreich, Bayern und Südtirol

Buschig grün beblätterte Reihe auf dem Feld, der Himmel ist blau mit weißen Wolken

Foto: Andrea Winterling, LfL

Trockenbohnen und Sorghumhirse: Etablierung neuer Kulturen für Kreislauf-Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft in Österreich, Bayern und Südtirol (HirseBohne)

Der Anbau von Trockenbohnen und Sorghumhirse ist in den Alpenregionen aktuell noch wenig verbreitet, gewinnt jedoch zunehmend an Interesse – besonders im Kontext von Klimawandel, Trockenheitstoleranz und regionaler Diversifizierung. Im Rahmen des Verbundprojekts "HirseBohne" führen die Projektpartner Sortenversuche zur Prüfung der agronomischen Eigenschaften beider Kulturen in Bayern, Österreich und Südtirol durch. Somit schaffen sie die notwendigen Grundlagen für eine erfolgreiche Ernte, Aufbereitung und Verarbeitung beider Kulturen.

Dem Projekt kommt eine hohe praktische Bedeutung zu. Denn es greift zentrale Herausforderungen der Landwirtschaft im gemäßigten Klima Mitteleuropas auf und entwickelt konkrete Lösungen für einen erfolgreichen Anbau von Trockenbohne und Sorghumhirse für eine klimafitte Landwirtschaft in den Projektregionen.

Um was geht es im Projekt HirseBohne?

Feld mit Hirsepflanzen in der Abreife, die Rispen sind in hellen Braun- bis zu Rottönen gefärbt

Hirseanbau (Sorghum) in Bayern. Foto: Barbara Eder, LfL

Feld mit Hirsepflanzen in der Abreife, die Rispen sind hellen Braun- bis zu Rottönen sowie grün gefärbt

Nahaufnahme mehrerer Rispen in der Abreife. Foto: Barbara Eder, LfL

Hand, die eine reife Hirsenrispe zeigt

Korndetail von Sorghumhirse in der Hand. Foto: Barbara Eder, LfL

Ein Feld, auf dem in Reihen buschig grünblättrige Pflanzen wachsen.

Anbautest von Black-Turtle-Bohnen. Foto: Bärbel Eisenmann, LfL

Holzkästchen mit neun Fächern, darin liegen verteilt auf acht Fächer dreierlei unterschiedliche Trockenbohnen

Welche Trockenbohnen-Sorten passen für die Projektregionen am besten? Foto: Bärbel Eisenmann, LfL

Leicht geöffnete Bohnenhülse in grün, darinnen liegen fünf weißliche Samen

Junge Bohnen in der Hülse. Foto: Bärbel Eisenmann, LfL

Leicht geöffnete, trockene Bohnenhülse in weiß, darinnen liegen sechs schwarze Samen

Getrocknete Hülse mit schwarzen Trockenbohnen – jetzt kann geerntet werden! Foto: Bärbel Eisenmann, LfL

Ziel

Ziel des Verbundprojektes mit Partnerorganisationen in Südtirol und Österreich ist es, das Potenzial des Anbaus und der Verwertung der trockenheitstoleranten Kulturen Trockenbohne (Phaseolus vulgaris) und Sorghumhirse (Sorghum bicolor) zur Humanernährung als Beitrag zu einer klimafitten Landwirtschaft zu erschließen.

Methode

Exaktversuche zur Prüfung agronomischer Merkmale auf Flächen des ökologischen Landbaus in Unterfranken (Trockenstandort):

  • Evaluierung von Trockenbohnen-Sorten verschiedener, von heimischen Verarbeitern besonders nachgefragter Typen (schwarze/weiße Bohnen, Kidneybohnen, Borlottibohnen) in Bezug auf Kornertrag und Speisequalität
  • Prüfung von für die Alpenregion angepasster Sorten der Sorghumhirse (früh blühend, schnell abreifend) mit Fokus auf Ertrag und Verarbeitungseignung (Kornfarbe, Inhaltsstoffe)
  • Untersuchung des Effekts einer Saatgutbeimpfung (Rhizobien) auf die Pflanzenentwicklung, den Kornertrag und die Qualität der Speiseware bei Trockenbohnen

Optimierung der Anbau‑, Ernte- und Aufbereitungsmethoden in der Praxis

  • Lösungsansätze für anbautechnische Herausforderungen in der Praxis finden
  • Verbesserung der Wissensgrundlagen in der Ernte- und der Aufbereitungstechnik (z. B. Reinigen, Schälen, Bürsten), um die erforderlichen Qualitäten sicher zu stellen und die Prozesse effektiver und kostengünstiger zu gestalten

Qualitätsanforderungen

  • Klärung der Verarbeitungs- und Produktspezifikationen für Trockenbohnen und Sorghum-Hirse in direktem Austausch mit Erzeugern, Verarbeitern und dem (Erfassungs-)Handel

Ergebnisse

Die Veröffentlichung erster Zwischenergebnisse ist an dieser Stelle zum Projektende geplant. Bereits veröffentlichte Publikationen werden fortlaufend ergänzt.

Projektinformation
Projektleitung: Andrea Winterling, Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau (IAB)
Projektbearbeitung: Michael Kutzob, Andrea Winterling (IAB)
Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF)
Projektpartner: Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (A), Versuchszentrum Laimburg (IT)
Förderkennzeichen: A/25/15