Grundsätzliche Gedanken zur Forellenteichwirtschaft

Teichanlage

Die Forellenteichwirtschaft ist der bedeutendste Produktionssektor in der deutschen Binnenfischerei.

Deutschland produziert, je nach Erhebung bzw. Publikation, derzeit etwa 15.000-20.000 t Forellen (inkl. Satzforellen und Nebenfische der Forellenteichwirtschaft). Mehr als 2.000 bayerische Forellenteichbetriebe liefern mit etwa 5.000 t knapp ein Drittel der gesamten deutschen Jahresproduktion. Davon sind etwa 2.300 t Speise- und 600 t Satzforellen. Nebenfische, wie Bachforellen oder Bachsaiblinge und Elsässer Saiblinge machen knapp 2.000 t aus (Quelle: Jahresbericht zur Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur 2013).
Bayern liegt damit an der Spitze aller Bundesländer. Dagegen ist die Betriebsgröße in Bayern eher klein – über 90 % produzieren weniger als 5 t Forellen pro Jahr. Nur etwa 5 % der bayerischen Forellenzuchten werden im Haupterwerb bewirtschaftet.

Frischwasser

Quellwasser
Üblich ist die Haltung von Forellen in Erdteichen. Die Produktion ist weniger flächengebunden als z. B. die Karpfenteichwirtschaft, sondern ist abhängig vom Wasserzulauf, der i. d. R. in Sekundenlitern (l/s) angegeben wird. Typische Standorte für die Forellenteichwirtschaft sind somit an Quellen oder sauberen Fließgewässern mit gesicherter Zulaufwassermenge.

Wichtige Fischarten

Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), die zwischen 1880 und 1884 aus Nordamerika eingeführt wurde, wurde zum wichtigsten Wirtschaftsfisch unter den Lachs- oder Forellenartigen Fischen (Salmoniden). Ein weiterer wichtiger Speisefisch ist der Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), dessen Bedeutung in den letzten Jahren beständig steigt. Die heimische Bachforelle (Salmo trutta fario) wird ebenso wie die selten gewordene Äsche (Thymallus thymallus) vorwiegend für den Besatz freier Gewässer erzeugt.
Regenbogenforellen im Wasser schwimmend

Regenbogenforellen

Bachsaibling im Wasser schwimmend

Bachsaibling

Bachforelle im Wasser schwimmend

Bachforelle

Äsche im Wasser schwimmend

Äsche

Vermehrung von Forellen

Die meisten Forellenteichbetriebe produzieren Speisefische, überwiegend zur Abgabe an Endverbraucher. Einige spezialisierte Betriebe halten Laichfische für die Nachzucht. Die künstliche Vermehrung von Forellenartigen, die in den Wintermonaten stattfindet, wird seit mehr als 100 Jahren praktiziert.
Streifen eines Bachforellenrogners

Streifen eines Bachforellenrogners

Streifen eines Bachforellenmilchners

Streifen eines Bachforellenmilchners

Zugergläser

Zugergläser

Augenpunkteier

Augenpunkteier

Dottersacklarven

Dottersacklarven

Produktion von Forellen

Salmoniden stellen hohe Ansprüche an ihre Umwelt, v. a. an die Wasserqualität. Das Zulaufwasser weist im Optimum eine Wassertemperatur zwischen 8 und 14 °C auf, hat einen pH-Wert zwischen 6,5 und 8,0 und der Sauerstoffgehalt liegt in der Nähe des Sättigungswerts, d. h. je nach Temperatur zwischen 9 und 11 mg/l – am Teichauslauf nicht unter 5 mg/l.
Die Produktionsintensität konnte durch Belüftung und Einsatz von Reinsauerstoff in den letzten Jahrzehnten enorm gesteigert werden. In Fließkanälen und ähnlich ausgebauten Haltungseinrichtungen ist eine Jahresproduktion deutlich über 1.000 kg pro Sekundenliter (l/s) Frischwasserzulauf möglich. Große Fischzuchtbetriebe produzieren auf 1 – 2 ha Fläche mehr als 100 t Forellen pro Jahr.
Moderne Trockenfuttermittel, hergestellt aus hochwertigen Rohwaren, decken den Bedarf der Forellen optimal. Ein auf den Altersabschnitt der Fische optimiertes Energie-Eiweiß-Verhältnis führt zu schnellem Wachstum bei geringer Wasserbelastung durch Nährstoffausscheidungen.
Die Fütterung von Forellen wird üblicherweise von Hand ausgeführt. Hierbei ist auf eine breitwürfige Futterstreuung zu achten, damit die Fische möglichst nicht auseinander wachsen. Die Futtermenge ist auf den Tierbestand abzustimmen. Eine Überfütterung ist auf jeden Fall zu vermeiden.
In Abhängigkeit von der Wassertemperatur und Fütterungsintensität wachsen die sogenannten einsömmerigen Forellensetzlinge bis zum Herbst auf 20 – 50 g Lebendgewicht heran.
Im Regelfall erreichen sie im Sommer des darauf folgenden Jahres das Verkaufsgewicht von 300 – 350 g.

Produkte der Forellenteichwirtschaft

Das Ziel der nachhaltigen Forellenerzeugung ist die Produktion gesunder und wertvoller Lebensmittel zur gesicherten Versorgung der heimischen Märkte und Verbraucher. Forellen enthalten hochwertiges Eiweiß und besonders gesundheitsfördernde langkettige Omega-3-Fettsäuren.
Neben frischen Fischen sind in der Direktvermarktung vorwiegend Räucherwaren besonders beliebt.
Im Sommer ist v. a. die gegrillte Forelle in Alufolie gegart oder am Holzspieß als sogenannter „Steckerlfisch“ eine besondere Delikatesse.
Palette frischer Fische: Bachforelle, Regenbogenforelle, Bachsaibling und Lachsforellenfilet

Palette frischer Fische: Bachforelle, Regenbogenforelle, Bachsaibling und Lachsforellenfilet

Fischplatte

Fischplatte

Steckerlfisch

Steckerlfisch