Behandlung des Reinigungswassers
Behandlung des Reinigungswassers aus Forellenteichen

Quellwasser
Gegen Ende des Ablassens und beim Säubern von Forellenteichen fällt stark organisch belastetes Reinigungswasser an. Dieses darf nicht direkt in Fließgewässer eingeleitet werden, da es dort die Gewässersohle mit Schlamm bedecken und die Gewässergüte verschlechtern würde, mit der möglichen Folge von Fischsterben und schädlichen Auswirkungen auf die gesamte Gewässerökologie. Wir zeigen technische Lösungen, wie das Reinigungswasser dem Teich zu entnehmen ist und schadlos als organischer Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden kann.

Begriffserklärung

Durchlaufwasser - Reinigungswasser

  • Forellenteichen wird ständig Frischwasser zugeführt und nach Durchlaufen der Anlage wieder in Fließgewässer eingeleitet. Dieses Wasser wird als Durchlaufwasser bezeichnet.
  • Beim Entleeren von Forellenteichen fällt vor allem gegen Ende des Ablassens und beim Säubern der Teiche stark organisch belastetes Reinigungswasser an.

Bei einer direkten Einleitung des Reinigungswassers in Fließgewässer

  • wird die Gewässersohle mit Schlamm bedeckt
  • wird der Sauerstoffgehalt im Gewässer vermindert
  • verschlechtert sich die Gewässergüte
  • kann es zu Fischsterben kommen
Deshalb darf das Reinigungswasser nicht in Gewässer eingeleitet werden, sondern ist dem Forellenteich zu entnehmen.
Das Reinigungswasser kann auf landwirtschaftlichen Flächen als organischer Dünger sinnvoll verwertet werden.

Wohin mit dem Reinigungswasser?

Einfaches Rohrleitungssystem

Grafik zum Teichmönch mit einem AblaufZoombild vorhanden

Teichmönch mit einem Ablauf

In bestehenden Forellenteichanlagen ohne doppeltes Rohrleitungssystem und ohne ausreichendes Gefälle kann das Reinigungswasser mit Pumpen in ein Schlammbecken gefördert werden. Zur Entnahme des Reinigungswassers kann alternativ auch ein Güllefass eingesetzt werden. Wichtig ist hierbei, dass eine Zufahrt zum Forellenteich sowie eine Entnahme mit einem Saugschlauch (Pumpensumpf) vor, im oder hinter dem Mönch möglich ist.
Die Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen ist durch die Düngeverordnung geregelt. Während der Wintermonate und auf tiefgefrorenen, stark schneebedeckten oder wassergesättigten Böden dürfen stickstoffhaltige Düngemittel nicht ausgebracht werden. Hierfür muss ein ausreichend großes Zwischenlager bestehen.

Doppeltes Rohrleitungssystem

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Forellenteichanlage mit doppeltem Rohrleitungssystem

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Teichmönch mit doppeltem Ablaufsystem

Schlammbecken

In einem Schlammbecken wird Reinigungswasser gesammelt. Art und Größe des Schlammbeckens hängen von Größe und Betrieb der Forellenteichanlage ab. Kostengünstig ist die Erdbauweise. Bei größeren Forellenteichanlagen wird empfohlen, zwei Schlammbecken zu bauen, die dann wechselseitig betrieben werden können.

Beispiele für Schlammbecken:

  • Länglich ovale oder rechteckige Erdteiche oder Betonbecken; eventuell kann der unterste Teich der Anlage umfunktioniert werden
  • Schachtringe als Sammelbecken
  • Trockenbeete
  • Bepflanzte Erdteiche
Zweckmäßig sind eine Zufahrt in das Schlammbecken und ein befahrbarer Damm. Die bedarfsgerechte Entnahme mit Frontlader bzw. Bagger wird somit ermöglicht.
Um das Reinigungswasser aus Schlammbecken einzudicken, kann das Klarwasser nach einer ausreichenden Absetzzeit abgezogen werden bzw. über gelochte Schachtringe ablaufen. Dies muss mit großer Sorgfalt geschehen, damit der Bach nicht belastet wird.

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Weitere Informationen enthalten die „Empfehlungen für Bau und Betrieb von Fischteichen“:

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