Forschungs- und Innovationsprojekt
Kaltwasser-Teilkreislaufverfahren für die Produktion von Satzfischen

Frontansicht der Kaltwasser-Teilkreislaufanlage

Kaltwasser-Kreislaufanlage

Die LfL erforscht die Einsatzmöglichkeiten der Kreislauftechnologie bei der Aufzucht von Satzforellen und Saiblingen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Kaltwasser-Teilkreislaufverfahrens. Der Schwerpunkte liegen auf der Überprüfung des Tierwohls und der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.
Die Kaltwasser Teil-Kreislaufanlage verfügt über Aufzuchteinheiten und ein System zur Wasseraufbereitung. Letzteres setzt sich aus einer mechanischen Filtrationseinheit, einer biologischen Reinigungsstufe, einer CO2-Entgasung, einem Sauerstoffeintragssystem und einer Entkeimungsanlage zusammen. Eine ausreichende Wasserzirkulation wird über zwei leistungsstarke Umwälzpumpen sichergestellt. Das Herzstück der Anlage ist die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS). Hier laufen sämtliche Messwerte der Sonden zusammen, werden gespeichert und ausgewertet. Die SPS steuert die Sauerstoffzugabe, die Pumpenleistung, die Frischwassergabe und alarmiert den Betreiber bei Unterschreitung von Grenzwerten.

Zielsetzung

Forellen

Forellensetzlinge

Die Anlage besteht aus neun baugleichen Aufzuchteinheiten mit einem Haltungsvolumen von jeweils 1,0 m3. Aufgrund der selbstreinigenden Strömungsverhältnisse wurden Rundbecken als ideale Beckenform gewählt. Direkt hinter den Becken erfolgt die Entfernung der abfiltrierbaren Stoffe (Kot und Futterreste) aus dem Wasserkörper mittels eines Trommelfilters. Nach der mechanischen Reinigung im Trommelfilter fließt das Wasser an Messsonden (Sauerstoff, pH) vorbei die biologische Reinigungsstufe. Aufgabe der biologischen Aufbereitung ist die Nitrifikation des fischgiftigen Ammoniums (NH4+) in einen ungiftigen Stoff. Als wichtigster Wasserparameter wird die Sauerstoffkonzentration permanent digital überwacht.

Methode

Gerät

Trommelfilter

Die Grundversorgung der Fische mit Sauerstoff wird über ein zentrales Eintragssystem sichergestellt. Im Bedarfsfall (Fütterungen, Unruhe etc.) wird automatisch eine Auflast zugeschaltet. Bei stark erhöhtem Bedarf der Fische oder bei Systemausfall wird eine ausreichende Sauerstoffversorgung automatisch über ein Notsystem direkt in den Becken gewährleistet. Die Freigabe des Sauerstoffs erfolgt automatisch über Magnetventile. Die Rezirkulation des Wassers in Kreislaufanlagen führt zu einem Anstieg des Keimgehalts in den Aufzuchteinheiten. Manche Keime können die Fischgesundheit beeinträchtigen und müssen daher bekämpft werden. Die Bestrahlung des Wassers mit UV-Licht verhindert die Vermehrung von Bakterien. Die Anlage ist im Bypass angeordnet und desinfiziert das Wasser, bevor es in die Aufzuchteinheiten fließt.
Die Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) überwacht die lebenswichtigen Parameter, sie steuert die Anlage, informiert über das Funktelefon und alarmiert bei Unterschreitung wichtiger Grenzwerte. Mit der SPS werden die Parameter Energiebedarf, Frischwassermenge, Wasserdruck, Durchflussmenge, Temperatur, pH-Wert, Sauerstoffkonzentration, und Füllstand überwacht und aufgezeichnet. Die SPS gibt bei Bedarf den Frischwasserzulauf frei, sie regelt die Pumpenleistung und die Sauerstoffzugabe. Sie informiert den Betreiber bei Unterschreitung lebenswichtiger Grenzwerte oder bei Systemausfall.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. G. Schmidt
Projektarbeiter: Dr. G. Schmidt, Sebastian Schulte
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und EMFF
Laufzeit: 08.08.2018 - 30.04.2023