Nährstoffanalyse von Wasserpflanzen

Schlingpflanze

Wasser-Ehrenpreis (Veronica anagallis-aquatica)

Wasserpflanzen sind aus teichwirtschaftlicher Sicht häufig ein Problem. Bei Überhand nehmen erfordert die Beseitigung einen hohen Aufwand. Zunehmend wird neben dem Mähen auch die Entnahme mittels Geräten mit Greifern oder wasserdurchlässigen Siebschaufeln mechanisiert.

Zielsetzung

Die Verwendbarkeit von Wasserpflanzen aus Karpfenteichen beispielsweise als Tierfutter oder zur Energiegewinnung wurde an ausgewählten Arten ausgelotet. Nachdem es in der Literatur kaum Angaben zur Nährstoffzusammensetzung von Wasserpflanzen gibt, wurde zur Klärung dieser Frage die Untersuchung durchgeführt.

Methode

Es wurden aus verschiedenen Teichen etwa ein Kilogramm folgender Wasserpflanzen entnommen: Wasserlinsen (Lemna), gemeiner Wasserhahnenfuss (Ranunculus aquatilis), raues Hornkraut (Ceratophyllum demersum), Kammförmiges Laichkraut (Potamogeton pectinatus), Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus), Wasser-Ehrenpreis (Veronica anagallis-aquatica), Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia), Schilfrohr (Phragmites), Seebinse (Schoenoplectus), Spreizender Hahnenfuß (Ranunculus circinatus), Fadenalgen (Zygnema), und Land- und Wasserknöterich (Persicaria amphibia). Die Pflanzen wurden hinsichtlich der Rohnährstoffgehalte nach Weender sowie der Aminosäurengehalte in ein Labor der LfL nach Grub untersucht.

Ergebnisse

Die Ergebnisse weisen in der Trockenmasse (6,3 - 28,4% der Frischmasse), in den Nährstoffgehalten (Rohprotein: 7,8 - 18,3%; Rohfett: 2,8 – 20,5%; Rohasche: 8,7 – 58,8 %; Rohfaser: 8,2 – 34,8%;) sowie in der Bruttoenergie (8,1 – 18,1 MJ/kg) große Unterschiede auf. Der Rohproteingehalt unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von den Rohproteingehalten von Gräsern, Besonders auffallend sind die teilweise sehr hohen Gehalte an Rohasche mit über 50 % der Trockenmasse. Daher liegt der Gehalt an Bruttoenergie meist in einem vergleichbar niedrigen Bereich.
Der Gehalt an Aminosäuren bewegt sich für viele Aminosäuren bei der Mehrheit der untersuchten Wasserpflanzen im Bereich von Heu. Auffallend ist, dass der untersuchte spreizende Hahnenfuß bei fast allen der untersuchten essentiellen Aminosäuren die höchsten Gehalte aufweist. Beim Spreizenden Hahnenfuß bzw. beim Wasserknöterich ist das Aminosäurenmuster durchaus mit Wiesengras bzw. Grassilage vergleichbar. Allerdings hat insbesondere der Spreizende Hahnenfuß einen sehr hohen Rohaschegehalt. Die untersuchten Wasserpflanzen weisen im Hinblick auf die Nährstoffzusammensetzung, der Gehalte an Aminosäuren und an Bruttoenergie weder für die Tierernährung noch für energetische Zwecke besondere Merkmale auf, die eine Nutzung nahelegen. Für eine abschließende Bewertung wäre noch die Betrachtung der enthaltenen Fettsäuren sowie der Mengen- und Spurenelemente interessant.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. M. Oberle
Projektbearbeiter: Dr. M. Schuster, W. Städtler, P. Römmelt
Laufzeit: 2014-2015