Forschungs- und Innovationsprojekt
Vom Feld bis in den Melkstand – Digitalisierung bringt Zukunft

Mehrere Fleckviehkühe im Fressgitter

Experimentierfeld "Digitalisierung in der Prozesskette Milch"

Arbeitsintensiv, körperlich anstrengend und wenig digital – so sieht die Arbeit auf einem familiengeführten Milchviehbetrieb oft aus. Im Projekt DigiMilch werden existierende digitale Lösungen für die Prozesskette Milcherzeugung auf ihre Eignung geprüft, Einsatzerfahrungen der Landwirte erfasst und bestehende Lücken oder Defizite der smarten Lösungen aufgezeigt. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit Start-ups neue Produkte entwickelt und getestet.

Hintergrund

Für die landwirtschaftlichen Betriebe besteht aktuell die große Herausforderung darin, den Überblick über die verschiedenen technologischen Entwicklungen zu behalten und sinnvolle Investitionsentscheidungen zu treffen. Dazu benötigen sie sowohl zugängliche Orte, an denen digitale Technologien demonstriert werden, als auch belastbare Informationen zu den ökonomischen, ökologischen und sozialen Effekten dieser Technologien. Weiterhin muss die Vernetzung einzelner Systeme durch den Abbau von Inkompatibilitäten/Schnittstellenproblemen entscheidend verbessert werden. Diese Optimierung erfolgt mit den Herstellern und wird aufzeigen, dass die Digitalisierung und die Vernetzung einen Mehrwert für Landwirte und Hersteller bringen.

Zielsetzung

Ziel des Experimentfeldes ist es, die existierenden digitalen Lösungen für die Prozesskette Milcherzeugung auf ihre Eignung anhand von quantitativen und qualitativen Kriterien in familiengeführten Praxisbetrieben zu überprüfen, die Einsatzerfahrungen zu erfassen, ggf. bestehende Lücken/Defizite darzulegen und Hinweise für Lösungsansätze zu entwickeln. Dem Aspekt der Demonstration der zu erprobenden und bewertenden digitalen Technologien wird eine zentrale Bedeutung beigemessen. Damit führt „DigiMilch“ insgesamt zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion, erhöht die Innovationskraft des Sektors und trägt letztendlich zur Sicherung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen bei.

Methode

Die Umsetzung der Möglichkeiten der Digitalisierung in der Prozesskette Milcherzeugung soll ausgehend von einem Start-Portfolio bestehend aus den fünf Demonstrationsprojekten Wirtschaftsdüngermanagement, sensorgestützte Ertragsermittlung, Fütterungsmanagement, vernetzte Stalltechnik und vernetzte, tierindividuelle Sensorsysteme erprobt, bewertet und demonstriert werden. Dabei wird nicht nur die Vernetzung innerhalb, sondern auch zwischen den Demonstrationsprojekten betrachtet und analysiert, sowie im einzelnen Demonstrationsprojekt einzelne, ausgewählte Qualitätsparameter untersucht (z. B. Qualität der Inhaltstoffbestimmung, Sicherheit von Warnmeldungen). Jedes Demonstrationsprojekt wird auf 5 bis 12 landwirtschaftlichen Betrieben etabliert. Ziel ist es auf möglichst vielen Praxisbetrieben sowie auf den LfL-Versuchsstationen Grub und Achselschwang mehrere Demonstrationsprojekte durchzuführen, um die Vernetzung zwischen Demonstrationsprojekten erproben und demonstrieren zu können.

Ergebnis

Erste Ergebnisse werden im Kalenderjahr 2021 erwartet.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. Bernhard Haidn, Dr. Isabella Lorenzini
Projektbearbeitung:
Projektmanagement (ILT): Dr. Isabella Lorenzini, Christiane Pietsch
Wirtschaftsdüngermanagement (ILT): Dr. Fabian Lichti, Manuel Boppel
Sensorgestützte Ertragsermittlung (ILT): Stefan Thurner, Franz Worek
Fütterungsmanagement (ITE): Martin Schäffler, Stefan Beckmann
Vernetzte Stalltechnik (ILT): Dr. Jan Harms, Dr. Jernej Poteko
Vernetzte tierindividuelle Sensorsysteme (ILT): Dr. Bernhard Haidn, Sophia Sauter
Laufzeit: 2019 bis 2022
Finanzierung: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Förderkennzeichen: 28DE112A18