Forschungs- und Innovationsprojekt
Umsetzung regionaler Nährstoffkonzepte bei der Gülleaufbereitung - SlurryUpgrade

In Deutschland fallen jährlich über 200 Mio. m³ flüssiger Wirtschaftsdünger an (Destatis, 2017). Dabei kann durch den Einsatz flüssiger Wirtschaftsdünger der Einsatz mineralischer Düngemittel ersetzt werden. Besonders aufgrund der aktuellen Entwicklungen am Düngermarkt mit einem Preisanstieg auf Rekordniveau und einer kaum ausreichenden Versorgung für das kommende Frühjahr, wird eine Düngung mit aufbereiteter Gülle zunehmend attraktiver (TopAgrar, 2021).

Oft sind jedoch die genauen Eigenschaften der Produkte aus der Wirtschaftsdüngeraufbereitung nicht bekannt. Allerdings ist es sowohl für den abgebenden als auch für den aufnehmenden Betrieb von besonderem Interesse, die genaue Wirkung des aufbereiteten Wirtschaftsdüngers zu kennen. Zusätzlich sind die Kenntnisse über Massenabtrenngrade, die Nährstoffverteilung sowie den nötigen Energiebedarf Voraussetzung zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit eines Wirtschaftsdüngeraufbereitungsverfahrens.

Ziele

Ziel des Vorhabens ist es, die Akzeptanz der Ackerbaubetriebe für den Einsatz aufbereiteter Wirtschaftsdünger zu erhöhen. Durch das Modell- und Demonstrationsvorhaben soll das Wissen über die Technologie der Gülleaufbereitung weiter in der Praxis verbreitet werden. Des Weiteren sollen die Vorteile, die die Nutzung für den Praktiker bringen, aufgezeigt werden.

Methode

Im Modell- und Demonstrationsvorhaben sollen in vier verschiedenen Modellregionen (Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) auf Praxisbetrieben Aufbereitungsanlagen betreut und optimiert werden und auf Betrieben, die Substrate aus der Aufbereitung aufnehmen, Streifen-/Demoversuche angelegt werden. Dabei werden aufbereitende Betriebe messtechnisch begleitet, um die Massenabtrenngrade, die Nährstoffverteilung und den nötigen Energiebedarf zu ermitteln. Bei den aufnehmenden Betrieben werden mittels N-Tester, N-Sensor und Drohnenflüge mit Multispektralkamera objektive Informationen zum Entwicklungsstand der Pflanzenbestände ermittelt.

Ergebnisse

Mit ersten Ergebnissen ist im Kalenderjahr 2022 zu rechnen.

Projektinformation
Projektbearbeiter: Rainer Kissel, Theresa Nitzl
Projektleiter: Dr. Fabian Lichti
Laufzeit: 10.2021 bis 12.2024
Finanzierung: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Förderkennzeichen: 2820ABS300