Triticale – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Wintertriticale Sortenvergleich

Im bayerischen Mittel wurde heuer bei Triticale mit rund 60 dt/ha ein leicht unterdurchschnittlicher Ertrag erzielt, das Vorjahresergebnis wurde um gut 2 dt/ha verfehlt. Auf rund 60 0000 ha stand Wintertriticale zur Körnernutzung. Im Vergleich zu 2020 ist dies ein Minus von 4 %. Der Anbauumfang wurde nun bereits zum vierten Mal in Folge reduziert. Die Triticalefläche zur Erzeugung von Ganzpflanzensilage verringerte sich dagegen nicht und nahm in den letzten Jahren um die 22 000 ha ein. Sommertriticale wird nur selten angebaut, 2021 standen davon nur 1 400 ha.

Landessortenversuche

Der Krankheitsdruck war heuer - wie in den letzten vier Jahren - häufig niedrig. Da in den meisten Landessortenversuchen (LSV) auch kaum Lager auftrat, wurden oft nur geringe Ertragsunterschiede zwischen den optimal mit Wachstumsreglern und Fungiziden behandelten Varianten (Stufe 2) und den Extensivvarianten (Stufe 1) gemessen. Letztere werden nicht mit Fungiziden behandelt und erhalten keinen oder nur wenig Wachstumsregler. An fünf der acht LSV-Orte brachten die Intensivvarianten nur einen Mehrertrag von 2 bis knapp 6 dt/ha. Der zusätzliche Pflanzenschutzaufwand, der im Mittel der Jahre rund 130 €/ha ausmacht, lohnte sich bei keinem dieser Versuche. Lediglich am Oberpfälzer Standort Hartenhof, an dem Rhynchosporium und Blattseptoria stärker auftraten, sowie beim mittelfränkischen Versuch in Großbreitenbronn, der von Gelbrost geschädigt wurde, rentierte sich der Zusatzaufwand.

Fusarium

Eine Fungizidbehandlung gegen den Fusariumpilz kann bei feuchtwarmer Witterung zur Blüte, vor allem in Verbindung mit Maisvorfrucht, sinnvoll sein. Der Pilz führt in den allermeisten Fällen nicht zu größeren Ertragsverlusten, kann aber durch seine giftigen Stoffwechselprodukte die gesamte Partie unbrauchbar machen. Vor allem in der Schweinefütterung führen diese Giftstoffe, von denen das Toxin Deoxynivalenol (DON) das mengenmäßig bedeutsamste ist, immer wieder zu gesundheitlichen Problemen. Besonders Schweinhalter sollten deshalb Sorten mit einer besseren Fusariumresistenz wählen. Die vom Bundessortenamt durchgeführten Fusarium-Resistenzprüfungen, die Grundlage für die Sorteneinstufung sind, werden zur Sicherstellung eines ausreichenden Befalls mehrmals mit Fusariumsporen besprüht. Bei Weizen wird der Ährenbefall visuell festgestellt. Da bei Triticale der Befall mit solch einer Sichtbonitur nicht sicher erfasst werden kann, wird der DON-Gehalt am Erntegut im Labor ermittelt. Die Sorten mit einer mittleren bis geringen Fusariumresistenz - in der Sortenbeschreibung mit dem Symbol (-) dargestellt – weisen in den Versuchen einen etwa viermal so hohen DON-Gehalt auf wie die mit gut eingestuften Sorten (Symbol: +).

Sortenwahl

Bei geringem Krankheits- und Lagerdruck lohnt es sich oftmals nicht, Fungizide und Wachstumsregler einzusetzen. Das trifft besonders beim Anbau gesunder und standfester Sorten zu. Bei der Sortenwahl sollte somit nicht nur der Ertrag ausschlaggebend sein, sondern auch die Resistenzausstattung sowie die Standfestigkeit sind mit zu berücksichtigen. Da sich das Rassenspektrum vor allem bei den Rostpilzen immer wieder ändert, kann es vorkommen, dass Sorten, die mit einer guten Braun- oder Gelbrostresistenz beschrieben sind, plötzlich stärker befallen werden.
Die Erträge werden im Folgenden nach Stufe 1 und 2 getrennt ausgewiesen. Die extensive Stufe dient der Beschreibung der Resistenzeigenschaften und der Lagerneigung der Sorten. Die intensive Stufe mit bedarfsgerechtem Wachstumsregler- und Fungizideinsatz gibt dagegen Auskunft über das Ertragsvermögen bei intensiver Bestandesführung.

Aktuelle Ergebnisse und Sortenempfehlung