Wintergerste: Leistungsvergleich von Hybrid- und Liniensorten bei unterschiedlicher Stickstoffdüngung

Im Mittelpunkt des Versuchs stand die Frage, ob Hybridwintergersten bei reduzierter Stickstoffversorgung Vorteile gegenüber Liniensorten aufweisen. Dazu wurden zwei Hybridsorten, die mit "stärkerem Wurzelwachstum" und "höherem Ertrag pro Kilogramm Stickstoff" beworben werden, mit zwei Liniensorten bei optimaler sowie bei reduzierter Stickstoffdüngung getestet.
Zielsetzung
Anhand des Versuchs sollte geklärt werden, ob mehrzeilige Hybridwintergersten bei reduzierter Stickstoffversorgung Vorteile gegenüber Liniensorten aufweisen. Dafür wurden zwei Hybrid- und zwei Liniensorten bei ortsüblicher sowie bei verringerter und deutlich reduzierter Stickstoffdüngung mehrjährig geprüft. Gemessen wurden Ertrag, Rohproteingehalt, Rohprotein- und Stickstoffertrag sowie kornphysikalische Eigenschaften.
Versuchsaufbau
Der Versuch wurde 2023 bis 2025 jeweils an 3 bayerischen Standorten mit den Liniensorten KWS Higgins und Esprit sowie den Hybridsorten SY Galileoo und SY Loona angelegt. Alle Sorten wurden bei 3 verschiedenen Stickstoffdüngungsstufen geprüft, der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgte in allen 3 Stufen ortsüblich optimal. Die Aussaatstärke der Hybridsorten war in Absprache mit dem Züchter um 30 % reduziert.
- Stufe 1: N-Düngung nach Düngebedarfsermittlung
- Stufe 2: N-Düngung nach Düngebedarfsermittlung minus 20 %
- Stufe 3: N-Düngung nach Düngebedarfsermittlung minus 40 %
Ergebnis
Die Hybridsorten SY Galileoo und SY Loona reagierten auf die Reduzierung der Stickstoffdüngung vergleichbar den Liniensorten KWS Higgins und Esprit. In den Varianten, die teils deutlich unter Bedarf mit Stickstoff versorgt wurden (Stufe 2 und 3), unterschieden sich die Hybriden weder im Kornertrag noch im Rohprotein bzw. Stickstoffertrag signifikant von den Liniensorten. Und auch in Stufe 1, die gemäß der Düngebedarfsermittlung gedüngt wurde, zeigten sich die Hybriden nicht überlegen. Dies bestätigten auch die Ergebnisse aus den Landessortenversuchen.
Die Werbeaussage "mehr Ertrag pro kg N", mit der die beiden geprüften Hybridsorten beworben werden, konnte in dem Versuch nicht bestätigt werden.
Die Werbeaussage "mehr Ertrag pro kg N", mit der die beiden geprüften Hybridsorten beworben werden, konnte in dem Versuch nicht bestätigt werden.

