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Wiesenschwingel - Festuca pratensis Huds. (engl.: meadow fescue)

Wiesenschwingel gehört zu den wertvollsten Futtergräsern mit hoher Futterwertzahl. In vielen Lagen Bayerns gehörte er zu den Hauptbestandesbildnern des Grünlandes. Während jedoch im Feldfutterbau auch intensive Schnittregime möglich sind, ist seine Konkurrenzkraft im intensivem Grünland (4 Schnitte und mehr) oft zu gering. Ebenso verträgt er keiner tiefen Schnitt, da er seine Reservestoffe in der Halmbasis speichert.
Wiesenschwingel
Wachstumsbedingungen / Eigenschaften
Wiesenschwingel ist unser bestes langlebiges (oft als ausdauernd zu bezeichnendes) Obergras; für frische und feuchte Mineral- und Moorböden; für Wiesen und Weiden; winterhart; in der Ebene und im Bergland verbreitet; ergiebig und gern gefressen; auch für den Feldfutterbau bestens geeignet, paßt neben Lieschgras hervorragend zu Rotklee. - Im Gemisch mit Weidelgras wird Wiesenschwingel, weil nicht so schnell entwickelt, leicht zurückgedrängt; deshalb darf Weidelgras in solchen Gemischen nicht zu stark vertreten sein. - Bei Kleegraseinsaaten in Wintergetreide sollte Wiesenschwingel möglichst schon im Herbst - Aussaat aber nicht später als Anfang Oktober! - gesät werden. Dadurch gibt man dem Wiesenschwingel den erwünschten Vorsprung gegenüber schnelleren Arten.

Wiesenschwingel verträgt 3 bis 4maligen Schnitt und auch die nicht zu intensive Beweidung gut; gedeiht auch noch bei etwas Schatten; verlangt seinen Leistungen entsprechende gute (nicht übertriebene!) Düngung; versagt auf trockenem Sand, auf sauren Böden und bei ständiger Nässe.

Wiesenschwingel blüht normalerweise ziemlich früh; nur Wiesenfuchsschwanz ist noch wesentlich früher. Die Produktion später schossender Typen und lockerer sich mehr breitender Horste wird von manchen Züchtern angestrebt.
Für Rasenanlagen spielt Wiesenschwingel als Obergras keine Rolle.
Verbreitung
Die Art gedeiht am besten auf nährstoffreichen, frischen bis feuchten Lagen. Neben den maritimen Lagen ist sie verstärkt auch in Mittelgebirgslagen und auf saisonal trockenen Standorten anzutreffen. Da relativ konkurrenzschwach, läßt er sich leicht von wüchsigen Arten verdrängen. Auf Moorstandorten dauerhafter Mischungspartner.
Nutzwert
Wiesenschwingel gehört zu den wertvollsten Futtergräsern mit der Futterwertzahl 8. Sowohl in Grünlandaussaaten als auch in Feldfuttergemischen häufig verwendet. Guter Mischungspartner in Klee- und Luzernegrasgemengen. Nach Schnitt oder Weide rascher Nachwuchs mit 3 - 4 Nutzungen im Jahr. Die winterfeste Art ist resistent gegen Fusarium und verträgt auch Trockenperioden recht gut.
Wiesenschwingel findet in folgenden Bayerischen Qualitätssaatgutmischungen Verwendung:
Grünlandmischungen
KurzbezeichnungEinsatzschwerpunkt
BQSM - D 2für Wiesenansaaten auf mittlere und schwere Böden (auch Moor) sowie in niederschlagsreichen Gebieten
BQSM - D 2aVergleichbar mit D 2, jedoch ergänzt mit Wiesenfuchsschwanz für Standorte, an denen dieser zu den Bestandesbildnern zählt.
BQSM - D 1für Wiesenansaaten auf trockene, flachgründige Böden und Mittelgebirgslagen (ohne Weidelgraseignung)
BQSM - W 2Weidemischung für wenig intensive Nutzung (2-3), auch Mittelgebirgslagen
BQSM - D 2-Nfür Wiesen auf mittlere und schwere Böden (auch Moor) sowie in niederschlagsreichen Gebieten
BQSM - D 1-Nfür Wiesen auf trockene, flachgründige Böden und Mittelgebirgslagen (ohne Weidelgraseignung)
BQSM - W 1bWiesen- und Weidemischung für intensive Nutzung auf mittleren und frischen Standorten ohne (!) Weidelgraseignung
Feldfutterbaumischungen
KurzbezeichnungEinsatzschwerpunkt
BQSM - FE 1Überjähriges Kleegras für mittlere bis frische Standorte
BQSM - FE 2Überjähriges Rotklee-Luzerne-Gras für eher trockene Gebiete
BQSM - FM 2Luzernegras für mittlere Standorte, auf denen Wiesenschwingel gedeiht
BQSM - FM 3mehrjähriges Kleegras für trockene Standorte
BQSM - FM 4mehrjähriges Kleegras für mittlere und frische Standorte
BQSM - FM 5Jurakleegras, Spezialmischung für das Jura
BQSM - FM 3-KMehrjähriges Kleegras für niederschlagsärmere Standorte