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Knaulgras – Dactylis glomerata L. (engl.: cocksfoot)

Das Knaulgras ist ein sehr massenwüchsiges, frühtreibendes Gras, dass bei junger Nutzung sehr gute Futterwerte erreicht.
Knaulgras
Wachstumsbedingungen / Eigenschaften
Sehr massenwüchsiges, ausdauerndes Obergras, das früh treibt und besonders fleißig nachwächst, aber erst im zweiten Jahr voll entwickelt ist. Halme bildet Knaulgras nur im ersten Schnitt. Vorzügliches Obergras für Grünfutter- und Heugewinnung, zur Beweidung aber nur bedingt geeignet.

Entsprechend seiner großen Massenwüchsigkeit muss Knaulgras stark gedüngt werden. - Wo große Futterleistungen verlangt werden oder wo mit Erfolg Knaulgrassamen gewonnen werden soll, muss der Boden auch lehmhaltig sein.

Wertvolle Zuchtsorten zeichnen sich durch spätes Schossen und weiche Blätter aus. Frühe Sorten leiden leicht unter Spätfrösten und haben oft harte Halme und scharfkantige Blätter; durch Aussamen breiten sie sich außerdem unerwünscht auf Kosten anderer Gräser aus. Man sollte sie höchstens zur Schafweide oder zur Begrünung verwenden und kann damit dann allerdings auch auf leichtere Böden gehen.

Knaulgras gedeiht auch in etwas schattigen Lagen, z. B. in Baumgärten; Vorsicht aber unter Obstbäumen, da Knaulgras viel Feuchtigkeit an sich reißt!
Auf ausgedehnten Parkflächen und an Böschungen, die sich damit gut befestigen lassen, hat man früher auch oft Knaulgras zur Begrünung verwendet. Aber man muss dann zweimal - Anfang Juni und Mitte August - mähen und den hohen Aufwuchs wegschaffen.
Wenn sich nicht Verwertung als Grünfutter oder Heu anbietet, wird man den Arbeitsaufwand ablehnen und heute in solchen Fällen kurzbleibende Gräser bevorzugen.
Verbreitung
Weiteste Verbreitung auf nährstoffreichen Mineral- und Moorböden der frischen und mäßig feuchten Lagen. Es ist zu finden auf allen Grünlandstandorten des Flachlandes, der Hügelländer und des Gebirges. Ständig anzutreffen im Halbschatten der Obstwiesen, Gebüsche und lichten Wälder. Gegen Nässe empfindlich aber unempfindlich gegen Trockenheit und Kälte.
Nutzwert
Für Mäh- und Weidenutzung geeignetes Gras mit hohen Erträgen (Futterwertzahl 7). Im Feldfutterbau Mischpartner zu Klee und Luzerne auf trockenen Standorten. Schnitt bei Rispenbildung begünstigt raschen Nachwuchs. In Dauergrünlandmischungen nur späte Sorten verwenden, da die frühen Sorten leicht überständig werden. Späte Nutzung fördert die Horstbildung und Verdrängung anderer Arten.

Knaulgras findet in folgenden Bayerischen Qualitätssaatgutmischungen Verwendung:

Grünlandmischungen
KurzbezeichnungEinsatzschwerpunkt
BQSM - D 2für Wiesenansaaten auf mittlere und schwere Böden (auch Moor) sowie in niederschlagsreichen Gebieten
BQSM - D 2avergleichbar mit D 2, jedoch ergänzt mit Wiesenfuchsschwanz für Standorte, an denen dieser zu den Bestandesbildnern zählt
BQSM - D 1für Wiesenansaaten auf trockene, flachgründige Böden und Mittelgebirgslagen (ohne Weidelgraseignung)
BQSM - D 1-Nfür Wiesen auf trockene, flachgründige Böden und Mittelgebirgslagen (ohne Weidelgraseignung)
BQSM - W 1aWiesen- und Weidemischung für intensive Nutzung auf mittleren und frischen Standorten mit (!) Weidelgraseignung
BQSM - W 1bWiesen- und Weidemischung für intensive Nutzung auf mittleren und frischen Standorten ohne (!) Weidelgraseignung
Feldfutterbaumischungen
KurzbezeichnungEinsatzschwerpunkt
BQSM - FM 1Luzernegras für trockene Standorte, auf denen sich Rotklee und Wiesenschwingel nicht halten
BQSM - FM 5Jurakleegras, Spezialmischung für das Jura