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Glatthafer – Arrhenatherum elatius L. (engl.: tall oatgrass)

Glatthafer ist hauptsächlich in extensiven Wiesen nutzbar. Zur Beweidung eignet er sich nicht, da er dieser nicht stand hält und im Frischzustand ungern gefressen wird. Verwendungsmöglichenkeiten hat er sowohl in Grünlandmischungen als auch im Feldfutteranbau.
Glatthafer
Wachstumsbedingungen / Eigenschaften
Sehr massenwüchsiges hohes Obergras für warme Mineralwiesen und für den Feldfutterbau (Kleegrasbau), sofern vornehmlich Mähnutzung beabsichtigt wird; liebt kalkhaltige Böden und gedeiht gut an Böschungen. - Glatthafer hat eine ziemlich schnelle Anfangsentwicklung und bringt schon im ersten Jahr gute Erträge. Vollerträge bringt er im zweiten und dritten Jahr. Seine Wurzeln reichen tief, so dass auch Trockenheit gut ertragen wird. Lebensdauer der Einzelpflanze beträgt 3 bis 6 Jahre. - Auf reinem Moor und in rauhen Lagen wintert Glatthafer aus. Auf flachgründigen, nassen, sauren Böden, auf leichtem Sand und im Schatten gedeiht er nicht. Grün wird Glatthafer, weil bitter, nicht gern gefressen, wohl aber als Heu.

Glatthafer blüht mittelfrüh, wächst sehr fleißig nach und gehört dadurch, neben Knaulgras, zu den ergiebigsten Gräsern, stellt aber auch entsprechend hohe Nährstoffansprüche und passt nur in warme, mäßig feuchte Lagen.

Für Rasen ist er ungeeignet, weil zu massenwüchsig und keine dichte Narbe bildend. Auch seine früher bekannte Verwendung zur Begrünung von Böschungen - insbesondere auf Kalkverwitterungsböden - kommt heute kaum noch in Frage, weil der Aufwand für Mähen und Heubereitung zu hoch liegt.
Samengewinnung
Diese ist nur auf kalkhaltigen warmen Mittelgebirgsböden ratsam, wo sich Glatthaferbestände reinhalten lassen, denn die mechanische Saatreinigung ist wegen des Zusammenhängens der Spelzfrüchte sehr schwierig. Der Samen wird im feldmäßigem Anbau gewonnen. Das Zentrum der Produktion für Deutschland liegt in Unterfranken.
Verbreitung
Glatthafer stellt keine hohen Anforderungen und ist auch auf mageren und trockenen Standorten verbreitet. Nährstoffreichtum begünstigt die Entwicklung. An Straßenrändern ist er stark verbreitet. Rauhes Klima sagt ihm weniger zu. Sonst in allen gemäßigten Klimazonen des Flach- und Hügellandes anzutreffen.
Nutzwert
Glatthafer verträgt Beweidung weniger und ist hauptsächlich auf ein- bis zweischürigen Wiesen zu finden. Extensive Bewirtschaftung sagt ihm zu. Die für ihn ausgewiesene Futterwertzahl 7 wird nur bei rechtzeitiger Nutzung erreicht. Im Feldfutterbau ist Glatthafer oft im Gemisch mit Knaulgras ein wertvoller Partner in Kleegrasgemischen trockener Standorte. Er läßt sich maschinell nur entgrannt aussäen, jedoch sind mittlerweile grannenlose Sorten verfügbar.

Glatthafer findet in folgenden Bayerischen Qualitätssaatgutmischungen Verwendung:

Grünlandmischungen
KurzbezeichnungEinsatzschwerpunkt
BQSM - D 1Mischung für trockene, flachgründige Böden und Mittelgebirgslagen
Feldfutterbaumischungen
KurzbezeichnungEinsatzschwerpunkt
BQSM - FM 1Luzernegras für trockene Standorte
BQSM - FM 3Mehrjähriges Kleegras für trockene Standorte
BQSM - FM 5Jurakleegras
BQSM - FM 3-KMehrjähriges Kleegras für niederschlagsärmere Standorte