Produktionstechnische Hinweise Feldfutterbau
Luzerne

Im Folgenden finden Sie allgemeine Informationen, sowie einen kurzen Steckbrief zu Luzerne.

Allgemeines

Luzerne diente schon im Altertum als Futtergrundlage für die Pferdehaltung. In Deutschland wurde sie im 18. Jahrhundert in der Dreifelderwirtschaft als Ersatz für die Brache eingeführt.
Sie zählt ebenfalls zu den Leguminosen. Ihre Triebe entwickeln sich aber im Gegensatz zu denen des Rotklees oberirdisch. Daher ist Luzerne empfindlicher gegenüber zu tiefem Schnitt, übermäßiger Beweidung und strengen Wintern. Wegen ihrer futterwirtschaftlichen Vorteile, z.B. hohe Ertragsleistung oder hoher Mineralstoff- und Eiweißgehalt, konnte sie den Feldfutterbau um einiges produktiver gestalten. Trotz dieser Vorzüge wird Luzerne in Reinsaat heute auf nur noch 44.000 ha angebaut. Anbauschwerpunkte liegen in trockenen, warmen Regionen Süddeutschlands.
Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Bastard-, Saat- und Sichelluzerne. Alle in der beschreibenden Sortenliste der BRD eingetragenen Luzernesorten gehören zur Bastardluzerne. Diese geht aus einer wilden Vermischung von Saat- und Sichelluzerne hervor, welche bei uns anbautechnisch bedeutungslos sind.

Bedeutendste Vertreter

Wie bereits erwähnt findet man in Deutschland fast ausschließlich Bastardluzerne als einzige Luzerneform vor. Darum ist sie auch der einzige nennenswerte Vertreter.

Luzerne - Medicago sativa L.

Produktion

Boden- und Klimaansprüche
Boden - Für den Anbauerfolg sind vor allem Durchwurzelbarkeit und Krumentiefe des Unterbodens entscheidend. Luzerne liebt tiefgründige, durchlässige, warme Böden. Grundwasser darf bei 1,5-2 m ruhig anstehen. Auch eine gute Nährstoffversorgung sowie ausreichend Humus sind wichtig. Der pH-Wert sollte im neutralen Bereich liegen, da Luzerne gegen niedrige Werte anfällig ist. Gute Standorte wären kalkhaltige, milde bis kräftige Lehme mit guter Struktur. Auch in höheren Lagen oder Sandstandorten ist Luzerneanbau möglich. Auszuschließen sind dagegen nasse, kalte, saure, wenig durchwurzelbare Böden, Moorböden und Böden mit Verdichtungen bzw. Staunässe.
Klima - Luzerne hat aus klimatischer Sicht einen enorm hohen Bedarf an Wärme, Sonneneinstrahlung und Wasser. Aufgrund ihres ausgedehnten Wurzelsystems verträgt sie aber auch trockeneres Klima. Die Wasserversorgung kann kaum aus den Niederschlägen gedeckt werden, sodass häufig Bodennässe bzw. Grundwasser die weitere Versorgung übernehmen muss. Speicherfähige Böden sind daher sehr gut für den Luzerneanbau geeignet. Die Winterfestigkeit der Luzerne liegt bei -20°C. Sie wird beeinflusst vom Vegetationszustand der Pflanzen im Herbst. Die Wuchshöhe liegt im Winter im Optimalfall bei ca. 15 cm.
Fruchtfolge
Bei der Eingliederung von Luzerne in die Fruchfolge kann es lediglich bei längerer Nutzungsdauer zu Problemen kommen. Obwohl eine mehrjährige Nutzung möglich ist, wird Luzerne meistens nur zweijährig angebaut, da bei längerer Nutzung die Vergrasung und Verunkrautung stark zunimmt. Der hervorragende Vorfruchtwert von Luzerne ist durch die große Wurzelmassebildung, den gespeicherten Stickstoff und der erhöhten biologischen Aktivität im Boden zu begründen.
Gegenüber sich selbst und anderen Leguminosen ist Luzerne wegen der Vermehrung von Schädlingen (Welkekrankheit, Kleekrebs etc.) wenig verträglich. Daher sind Anbaupausen von 4-6 Jahren erforderlich.
Bodenbearbeitung, Saat und Düngung
werden unter folgenden Punkten für alle Futterpflanzen zusammengefasst:

verwendete Literatur

Lütke-Entrup, N: "Feldfutterbau und Ackerbegrünung". In: Lütke-Entrup, N. & Oehmichen, J.(Hg.): Lehrbuch des Pflanzenbaues. Band 2: Kulturpflanzen. Gelsenkirchen-Buer: Verlag Th. Mann, 2000. S. 602 - 606
Lochner H./Breker J.: Agrarwirtschaft. Fachstufe Landwirtschaft. 8., überarbeitete Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH und Co.KG, 2007. S. 163 - 164