Produktionstechnische Hinweise Feldfutterbau
Düngung bei kleinkörnigen Leguminosen und Futtergräsern
von Michael Bachl-Staudinger, Dr. Stephan Hartmann - Januar 2013

Kleinkörnige Leguminosen

Aufgrund der biologischen N-Fixierung (Knöllchenbakterien) kann bei kleinkörnigen Leguminosen auf die Stickstoffdüngung verzichtet werden. Um eine raschere Jugendentwicklung zu erzielen ist jedoch auch eine Startstickstoffgabe von 30-40 kg/ha N möglich.
Wirtschaftsdünger wie Gülle, Mist und Jauche wie auch mineralische N-Dünger sind bei kleinkörnigen Leguminosen nicht zu empfehlen, da die Pflanzen zwar den Stickstoff aufnehmen und verwerten können, jedoch durch hohe N-Gehalte die Funktion der Knöllchenbakterien gehemmt wird und damit ihr Konkurrenzvorteil verloren geht.
Bei Kleearten beschränken sich Düngemaßnahmen auf die Einstellung eines optimalen pH-Wertes (6,0-6,7). Die Kali- und Phospahtversorgung hängt von Entzug und der Bodenversorgung ab und liegt bei ca. 120 kg/ha P und 240 kg/ha K. Die Nährstoffversorgung einer Deckfrucht muss gegebenenfalls zusätzlich berücksichtigt werden.
Luzerne erreicht bei einer Ertragserwartung von 150 dt/ha Trockenmasse einen Stickstoffertrag der oberirdischen Masse von rund 400-450 kg/ha. Sie dankt vergleichsweise hohe pH-Werte (7,0-7,5). Eine aureichende Kalkversorgung ist für diese Art daher besonders wichtig. Luzerne entzieht hohe Mengen an Ca, die nicht in vollem Umfang zur Luzerne ausgebracht werden können. Besonders auf kalkärmeren Schlägen ist dies im Rahmen der Fruchtfolgeplanung zu berücksichtigen.
Bei Reinsaaten sind 180 kg/ha P und 300 kg/ha K angemessen. Sie liegen somit um 1/3 höher als bei Rotklee.

Futtergräser

Die Düngung der Ackerfuttergräser ist abhängig von Futterbedarf, Grasart und Bewirtschaftungsintensität. Neben dem pflanzenbaumöglichen Entzug sind aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen (z. B. Düngeverordnung) zu beachten. Die Grunddüngung mit Phosphat und Kali orientiert sich wie üblich an den Ergebnissen der Bodenuntersuchung und der Höhe der Nährstoffentzüge.
Gräser besitzen ein hohes Biomassebildungspotenzial. Kann dieses in hohe Trockenmasseerträge umgesetzt werden, sind die Entzüge an Nährstoffen dementsprechend hoch. So werden bei Welschem Weidelgras mit 150 dt/ha Trockenmasse rund 100 kg/ha P2O5 und 485 kg/ha K2O entzogen. Um eine Bodenauslaugung zu vermeiden sind daher regelmäßig Bodenuntersuchungen durchzuführen. Wirtschaftseigene Dünger sind bei der Bemessung der Grunddüngung wie üblich anzurechnen.
Beim regelmäßigen Einsatz von Gülle und einem Viehbesatz von etwa 2 GV/ha ist in der Regel eine zusätzliche P- und K-Düngung nicht mehr notwendig. Bei der Kalkdüngung ist zu berücksichtigen, dass bei Graserträgen von 150 dt/ha Trockenmasse ca. 120-150 kg/ha CaO abgeführt werden.
Bei Futtergräsern ist eine Stickstoffdüngung unverzichtbar. Sie wird daher auch als "Motor des Wachstums" bezeichnet. Ihre Höhe hängt wesentlich von Grasart und Bewirtschaftungsintensität ab. Stickstoff ermöglicht die Steuerung des Aufwuchses. Ziel ist die ausreichend produzierte Trockenmasse mit hoher Qualität zu ernten und möglichst verlustarm in tierische Leistung umzusetzen.
Diese hohen Energiegehalte in der Silage sind nur zu erreichen, wenn der Rohfasergehalt von 23 - 24 % nicht überschritten wird. Welsches Weidelgras entzieht bei 150 dt/ha Trockenmasse und 4 - 5 Schnitten pro Jahr 375 kg/ha N. Dies ist ein gutes Beispiel für den großen N-Bedarf von Gräsern. Hierbei ist von besonderem Vorteil, das wirtschaftseigene Dünger über die ganze Vegetationsperiode ausgebracht und von den Beständen verwertet werden können.

Verwendete Literatur

Lütke-Entrup, N: "Feldfutterbau und Ackerbegrünung". In: Lütke-Entrup, N. & Oehmichen, J.(Hg.): Lehrbuch des Pflanzenbaues. Band 2: Kulturpflanzen. Gelsenkirchen-Buer: Verlag Th. Mann, 2000. S. 587 - 589, 598, 603 - 604
Lochner H./Breker J.: Agrarwirtschaft. Fachstufe Landwirtschaft. 8., überarbeitete Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH und Co.KG, 2007. S. 162 - 165
Dr. Diepolder, M. / Raschbacher, S.: "Grünlanddüngung. Bei Phosphor dran bleiben". In: dlz-agrarmagazin. April 2011. München: Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, 2011. S. 64 - 69